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DER SPIEGEL

VolkswagenManipulierte Verkaufszahlen

Die französische Konzerntochter von VW hat seit dem Jahr 2010 falsche Auslieferungszahlen an die Zentrale in Wolfsburg gemeldet. Dabei ging es offensichtlich darum, die Jahresstatistik besser aussehen zu lassen. Bei fast 800 000 Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat, Škoda sowie der Nutzfahrzeugsparte verbuchten die Manager die Wagen als ausgeliefert, obwohl sie noch gar nicht zugelassen waren. Bei einem Teil stellten die Revisoren fest, dass sie "erst nach mehreren Monaten oder Jahren zugelassen" worden waren, bei manchen gab es nicht einmal Kaufverträge. Der vertrauliche Bericht kritisiert auch das Management in Wolfsburg: "Die Governanceaufgaben wurden nicht wahrgenommen." Offensichtlich waren die Manipulationen der Konzernmutter bekannt. Seit 2012 habe man bei der Marke VW das Ausmaß der falschen Auslieferungsmeldungen "detailliert" verfolgt, bei der Marke Audi habe sich der Vertrieb wohl auf die gefälschten Statistiken eingestellt. Konzernchef Matthias Müller erhielt am 24. April den Prüfbericht – mit Folgen: So trat der Frankreichchef von VW, Jacques Rivoal, zurück. Damals hieß es lediglich, es gebe "Meinungsverschiedenheiten" mit ihm. VW wollte sich zu den "internen Vorgängen" nicht äußern.
Von Gt

DER SPIEGEL 27/2017
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