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DER SPIEGEL

UrlaubWarum beschimpfen Sie deutsche Touristen, Herr Noguera?

Antoni Noguera, 37, ist Bürgermeister von Palma, der Hauptstadt Mallorcas. Er erklärt, welche Deutschen er auf seiner Insel haben will und welche nicht.

SPIEGEL: Herr Noguera, Sie sind seit einem Monat im Amt und haben jetzt die deutschen Touristen als Abschaum" bezeichnet. Alles klar bei Ihnen?
Noguera: Wir sprechen von eier Minderheit. Die deutschen Touristen sind wichtig auf Mallorca. Aber diese kleine Minderheit, die sich hier am Strand von Palma danebenbenimmt, diese Deutschen sind nicht willkommen.
SPIEGEL: In den vergangenen Jahren schienen die deutschen Touristen, die am Ballermann trinken und feiern, sehr willkommen gewesen zu sein. Verdienen Sie nicht gut daran?
Noguera: Deutsche Touristen sind willkommen, wenn sie sich hier benehmen. Palma ist eine schöne Stadt, die viele Möglichkeiten für nachhaltigen Tourismus bietet. Aber gegenüber gewalttätigen und besoffenen Männern, die hierherkommen, um sich danebenzubenehmen, zeigen wir keine Toleranz.
SPIEGEL: Jüngst hissten Deutsche im Lokal "Bierkönig" die Reichskriegsflagge und brüllten "Ausländer raus".
Noguera: Eine Minderheit schafft es hier leider, den Eindruck zu erwecken, als sei sie eine Mehrheit. Das ist schlecht für die Stadt Palma de Mallorca, weil es die vernünftigen Touristen abschreckt, die wir gern hier haben. Und es ist schlecht für Deutschland, weil es ein Bild seiner Bürger vermittelt, an dem die Mehrheit der Deutschen nicht interessiert sein dürfte.
Von Tkw,

DER SPIEGEL 32/2017
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