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DER SPIEGEL

LandwirtschaftKanzleramt stoppt Hendricks

Beim Thema Genmais fährt die Bundesregierung gegenüber der EU einen Schlingerkurs.
Die Bundesregierung verwirrt Europa mit ihrer unklaren Haltung zum Thema Genmais. Das Bundeskanzleramt stoppte vergangene Woche ein Schreiben von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an 13 EU-Umweltminister. In dem Papier hatte Hendricks ihre EU-Kollegen aufgefordert, bei der Kommission auf ein Zulassungsverbot von drei gentechnisch veränderten Maissorten hinzuwirken. Zunächst hatte nur Luxemburg bei der Kommission interveniert. Grundsätzlich hat sich bereits mehr als die Hälfte der Mitgliedstaaten gegen den Anbau ausgesprochen. Hendricks wollte nun die Genmaiskritiker in Europa zusammenrufen. Innerhalb der Bundesregierung stemmt sich das Umweltministerium seit Jahren gegen eine Genmaiszulassung, während die unionsgeführten Ministerien Forschung und Landwirtschaft sowie das Kanzleramt dafür sind. Bei EU-Abstimmungen hat sich Deutschland deshalb bisher enthalten. Hendricks: "Die grüne Gentechnik auf den Feldern ist mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt verbunden. Ich halte es für falsch, dass Deutschland sich immer wieder auf europäischer Ebene bei Abstimmungen enthalten muss, weil die Gentechnikbefürworter in der Union am Ende stets die Überhand haben." Wann die Kommission eine Entscheidung trifft, ist unklar.
Von Red

DER SPIEGEL 39/2017
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