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DER SPIEGEL

GesundheitFDP kämpft für Kiffer

Die Bundesregierung sperrt sich weiter dagegen, Kiffen zu Genusszwecken zu erlauben. "Die Gesundheitsgefahren des Cannabismissbrauchs gerade bei Heranwachsenden sind erwiesen", antwortete das CDU-geführte Bundesgesundheitsministerium (BMG) der FDP-Fraktion. Schließlich werde eine "nicht geringe Zahl" von Cannabisrauchern von der Suchthilfe betreut. Das BMG nennt eine Schätzung, wonach hierzulande rund 1,2 Millionen 18- bis 64-Jährige regelmäßig kiffen. Die Liberalen fordern, Cannabis kontrolliert abzugeben, um die Qualität zu sichern und Konsumenten vor Strafverfolgung zu bewahren. "Junge Menschen gehören nicht kriminalisiert, sondern aufgeklärt", sagt FDP-Parteivize Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Im Bundestag sollte über die Freigabe ohne Fraktionszwang abgestimmt werden." Die SPD hatte sich im Wahlkampf dafür offen gezeigt; die Union lehnt eine Liberalisierung ab. Deutlich aufgeschlossener zeigt sich das BMG gegenüber legalen Drogen. Die "berauschende Wirkung" von Alkohol werde "durch soziale Kontrolle überwiegend vermieden", zitieren die Ministerialen aus einem Verfassungsgerichtsurteil von 1994.
Von Cos

DER SPIEGEL 1/2018
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