Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

SüdafrikaKampf gegen das System Zuma

Nach fast neun Jahren Herrschaft hinterlässt Ex-Präsident Jacob Zuma ein abgewirtschaftetes Land. Sein Nachfolger Cyril Ramaphosa, der am Donnerstag als neuer Staatschef vereidigt wurde, muss nun vor allem die korrupten Netzwerke bekämpfen, die Zuma aufgebaut hat. "Er ist schließlich nur Teil eines viel größeren Systems", schreibt der politische Analyst Ralph Mathekga.
Offenbar will Ramaphosa gegen die Korruption schnell und hart vorgehen: Bereits am Mittwoch nahm eine Sondereinheit der Polizei acht Verdächtige aus dem Umfeld des Gupta-Clans fest. Die Brüder Ajay, Atul und Rajesh Gupta gelten als Schatzmeister von Zumas Privatvermögen und Geldgeber für seine politischen Kampagnen, Zuma revanchierte sich bei den Brüdern mit Staatsaufträgen und Bergbaulizenzen. Eine weitere Herausforderung für Ramaphosa ist die enorme soziale Ungleichheit, die auch Zuma nicht eindämmen konnte. Zudem muss sein Nachfolger befürchten, dass es zu Unruhen in der Provinz KwaZulu-Natal kommen könnte. Denn Zuma, selbst Zulu, hatte die Interessen der dortigen Volksgruppe über Jahre mit Nachdruck vertreten.
Von Jpu

DER SPIEGEL 8/2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung