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DER SPIEGEL

MedizinMit eigenen Genen Geld verdienen

Ein Start-up in den USA will es künftig möglich machen: dass jedermann sein Erbgut sequenzieren lassen – und daraus Profit schlagen kann. Die Firma Nebula Genomics aus Boston plant, die Entschlüsselung des Erbguts privater Kunden für 1000 Dollar anzubieten. Erbguteigner sollen zudem ihre DNA-Sequenzen, durch das Blockchain-Verfahren gesichert, an Pharmaunternehmen vermieten können – diese könnten dann damit Forschung betreiben. Transaktionen sollen mit einer eigens aufgelegten Kryptowährung abgewickelt werden, den "Nebula tokens". Hinter der jungen Firma steht der prominente Harvard-Genetiker George Church, der unermüdlich daran arbeitet, die Erbgutanalyse zu demokratisieren, um mehr Daten für die Forschung zu generieren. Zwar gibt es in den USA bereits Firmen wie 23andMe oder Ancestry.com, die DNA-Analysen anbieten. Diese Unternehmen verwerten die Daten der Kunden jedoch selbst. Das Netzwerk von Nebula Genomics dagegen werde "ohne Mittelsmann" funktionieren, versprechen die Gründer. Church und seine Kollegen rechnen mit einem "Milliardenmarkt". Die personalisierte Genomsequenzierung werde die Diagnose und Krankheitsprävention verbessern, personalisierte Therapien ermöglichen und die Entwicklung neuer Medikamente vorantreiben.
Von Phb

DER SPIEGEL 8/2018
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