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UrheberrechtThomas Mann geht offline

Die Schriftsteller Thomas und Heinrich Mann sind nicht lange genug tot, als dass jeder ihre Werke kostenfrei im Internet verbreiten könnte. Das hat das Landgericht Frankfurt entschieden. Der Verlag S. Fischer, der die Bücher der Brüder herausgibt, hatte das Project Gutenberg verklagt und zwei Mann-Enkel als Zeugen geladen. Das im Wesentlichen von Freiwilligen betriebene US-Portal stellt Klassiker der Weltliteratur als E-Book gratis online. Dabei beruft es sich auf amerikanisches Urheberrecht, demzufolge vor 1923 erschienene Werke in der Regel gemeinfrei sind. In Deutschland muss der Urheber in jedem Fall 70 Jahre lang tot sein. Thomas Mann ("Buddenbrooks") bleiben also noch gut sieben Jahre, bis er zum Allgemeingut wird, dem älteren Heinrich ("Der Untertan") zwei. Project-Gutenberg-Anwalt Christian Solmecke will in Berufung gehen.
Von Akü

DER SPIEGEL 10/2018
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