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DER SPIEGEL

BerlinAnklage gegen Bordellbetreiber

•  Die Ermittlungen gegen die Betreiber des größten Bordells Berlins, des Saunaklubs Artemis, stehen kurz vor dem Abschluss. Demnächst will die Berliner Staatsanwaltschaft gegen die Verantwortlichen, Hakki und Kenan S., wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in rund 80 Fällen und vorenthaltener Sozialversicherungsbeiträge in über hundert Fällen Anklage erheben. Eingestellt hingegen hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Artemis-Betreiber wegen des Verdachts der Ausbeutung von Prostituierten, Zuhälterei und Beihilfe zum Menschenhandel. Diese Tatvorwürfe waren im Frühjahr 2016 Anlass für eine der spektakulärsten Razzien im Berliner Rotlichtmilieu. 531 Beamte waren bei der Durchsuchung des Artemis im Einsatz, sogar der damalige Innensenator Frank Henkel (CDU) war vor Ort (SPIEGEL 35/2016). Die Ermittler sprachen von einem Schlag gegen Zwangsprostitution und Organisierte Kriminalität. Doch schon das Landgericht Berlin sah bei der Prüfung des Haftbefehls gegen die Betreiber keinen dringenden Verdacht auf Zuhälterei, Ausbeutung und Menschenhandel. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft wollte sich zum Verfahrensstand nicht äußern. Ein Anwalt der Beschuldigten sagte, es gebe keinen neuen Erkenntnisse, "die haltlosen Vorwürfe werden schlicht wiederholt".
Von WAS

DER SPIEGEL 15/2018
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