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DER SPIEGEL

KinoHeiliger Konfusius

•  Die Welt der Geheimdienste ist sehr unübersichtlich geworden. Wer für wen arbeitet, wer wen hackt oder vergiftet, ist für den Laien immer schwerer zu beurteilen. Der neue Thriller der Agentenreihe "Mission Impossible", Untertitel "Fallout", könnte für Klarheit sorgen, schließlich handelt er von der Kooperation und Gegnerschaft zahlloser Geheimdienste. Doch tatsächlich sorgt er für noch mehr Verwirrung. Das Drehbuch ist ein großes Kuddelmuddel, bei dem der heilige Konfusius Pate gestanden haben muss. Hauptdarsteller Tom Cruise, 56, kämpft sich wacker durch die mäandernde Handlung. In zahlreichen Actionszenen, die kein Ende nehmen wollen, beweist er erstaunliche Agilität. Bei einem der Stunts brach sich Cruise einen Knöchel. Leider ist der von Christopher McQuarrie inszenierte Film mit seinen zweieinhalb Stunden etwas zu lang, um als Ü-50-Ertüchtigungsvideo durchzugehen. Selten zuvor wurde ein Film mit einer so dünnen Handlung so sehr gestreckt. Als Pizza wäre "Fallout" ein Kunstwerk (Kinostart: 2. August).
Von LOB,

DER SPIEGEL 31/2018
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