Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

BIOGRAFIENHändchenhalten mit John, Paul, George und Ringo

Er hat das Cover des Beatles-Albums "Revolver" gezeichnet und war an den Aufnahmen von George Harrisons "My Sweet Lord" und John Lennons "Imagine" beteiligt. Er spielt den Bass auf Carly Simons Welthit "You're So Vain" und war mit Randy Newman, Eric Clapton, B. B. King und anderen Titanen im Studio. Vor allem aber war der Musiker und Grafiker Klaus Voormann bei der Geburt des Popmythos Beatles so nahe dran wie kaum ein anderer. Die Liebe und Verehrung für die Liverpooler Jungs prägt auch Klaus Voormanns Memoiren "Warum spielst du ,Imagine' nicht auf dem weißen Klavier, John" (Heyne Verlag; 328 Seiten; 24 Euro). Der aus Berlin stammende Voormann, 65, wird regelmäßig als "fünfter Beatle" bezeichnet, seit er Anfang der Sechziger in Hamburg die vier Jungs aus Liverpool kennen lernte, die damals noch in Kellerkaschemmen nahe der Reeperbahn ihren Lebensunterhalt erspielen mussten. "Ihre Unterkünfte waren nicht nur menschenunwürdig, sie waren sogar lebensgefährlich", heißt es nun in Voormanns loser Sammlung von oft sehr amüsanten Episoden und Anekdoten. Vom unglaublichen Aufstieg der Beatles bis hin zum Tod George Harrisons erzählt Voormann, doch der Leser ahnt auch, dass die wirklich spannenden Abenteuer im Dienst der Freundschaft unerzählt bleiben. Voormanns Buch ist eben kein Vertrauensbruch, wie ihn Chauffeure und andere Geheimnisträger zuhauf begehen - sondern der Bericht eines Mitakteurs der Popgeschichte, der immer ein ehrfurchtsvoller Fan geblieben ist.

DER SPIEGEL 46/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung