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DER SPIEGEL

USABeatty schlägt Arnie

Im Glanz des Erfolgs sonnt sich jetzt der Hollywood-Schauspieler Warren Beatty. Gemeinsam mit seiner ebenfalls berühmten Frau, der Schauspielerin Annette Bening, war er öffentlich gegen die vier Referenden zu Felde gezogen, die Gouverneur Arnold Schwarzenegger persönlich durchbringen wollte. Am vergangenen Dienstag waren sie bei den kalifornischen Wählern allesamt durchgefallen. Schwarzenegger räumte seine Niederlage ein und versprach Besserung. Ihm war, wie seine Strategen im Nachhinein herausfanden, der Fehler unterlaufen, zu polarisieren, anstatt den besorgten Regierungschef zu mimen, der über den Parteien steht und nichts mit den - in Kalifornien wenig beliebten - Berufspolitikern gemein hat.
Ironischerweise waren die Referenden, die dem Gouverneur mehr Einfluss verschaffen sollten, eigentlich keineswegs unpopulär. Es ging darum, dass der das Recht bekommen sollte, Kürzungen im laufenden Haushalt vorzunehmen; dass die Wahlbezirke von unabhängigen Richtern anstatt von Parteipolitikern neu zugeschnitten werden; dass Lehrer erst nach fünf und nicht schon nach zwei Jahren fest angestellt werden; dass Gewerkschaften Mitgliedsbeiträge nur mit Zustimmung der Mitglieder für politische Kampagnen ausgeben können. Allerdings war nie ganz einsichtig, weshalb darüber eine 50 Millionen Dollar teure Volksabstimmung befinden musste. Für solche Gesetze gibt es schließlich das Parlament in Sacramento. Es blieb auch ein Rätsel, weshalb Schwarzenegger daraus ein Plebiszit über sich selbst machte. Am Ende hatten es Gewerkschaften und Demokraten leicht, gegen einen Mann zu mobilisieren, der im vergangenen halben Jahr ohnehin dramatisch an Popularität verloren hat. Schwarzenegger stand als Büttel von Wall Street und Big Business da - ein Republikaner von der Sorte George W. Bush. Warren Beatty, 68, gilt unter den Hollywood-Stars als zuverlässiger Parteigänger der Demokraten und spielte schon öfter mit dem Gedanken, in die Politik zu wechseln. Nun überlegt er, ob er im Herbst 2006, wenn die Wahl zum Gouverneur ansteht, gegen den "Terminator" Schwarzenegger antreten soll.

DER SPIEGEL 46/2005
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