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DER SPIEGEL

UMFRAGEIHRE MEINUNG

Eine politische Umfrage in einem besiegten und besetzten Land ist immer riskant. In der Anonymität kann sich jede Art von Nationalismus und politischer Hysterie schwunghaft entfalten. Aber angenommen, selbst die Leserumfrage des SPIEGEL hätte gezeigt, daß alle Deutschen Nazis und unverbesserliche Nationalisten seien - hätte das ein Grund sein können, sie nicht zu veranstalten oder sie nicht zu veröffentlichen?
Um so besser ist es, wenn das Gegenteil bewiesen wird. Bei der SPIEGEL-Umfrage wurde es bewiesen: 30% der Einsender wollen die Ruhrindustrie international verwaltet wissen, wenn Lothringens und Belgiens Schwerindustrie ebenfalls international verwaltet werden. Es ist fraglich, ob in den Siegerländern ein Drittel der Bevölkerung Vertrauen in Westeuropas wirtschaftliche Zusammenarbeit hat. 27% wollen die Ruhr-Industrie dem deutschen Bundesstaat übereignen, weitere 27% wollen sie den früheren Besitzern wieder zuschanzen. Immerhin befürworten insgesamt 37% eine Spielart der Sozialisierung oder der Nationalisierung. Ueber 70% stimmen also dafür, daß die Ruhr-Industrie "nicht wieder die Waffenschmiede der Bergwerksassessoren" wird.
War die "Ruhrfrage" ein Votum für Westeuropa, so erbrachte die "Robertson-Frage" ein Votum gegen jede Art fremder Besatzung. 50% wollen, daß die westlichen Alliierten Deutschland verlassen, wenn die Russen hinausgehen. "Laßt es ruhig darauf ankommen", schreibt ein Leser, "die Russen werden nicht wiederkommen, wenn man ihnen klarmacht, daß das Krieg mit dem Westen bedeutet. Und mit der SED-Polizei werden wir schon fertig." 25% sind anderer Meinung und möchten den Schutz der alliierten Waffen nicht entbehren. Weitere 16% wünschen eine Verstärkung der alliierten Kampftruppen.
Die beiden Berlinfragen bezeugten eine Stimmung, die der teutonischen Unerschrokkenheit ein ebenso glänzendes Zeugnis ausstellt, wie sie den Westalliierten zu schaffen machen wird. 70% wollen Berlin halten um jeden Preis, "um den Russen zu zeigen, was eine Harke ist". 68% würden "von den Westalliierten kein Stück Brot mehr" nehmen, wenn sie Berlin räumten, "ohne die armen Leute mitzunehmen, die mitwollen". ("Schließlich haben die Amerikaner uns diese Suppe eingebrockt.") Weitere 20% würden bei einer Räumung "keinen Pfifferling mehr für die Sache des Westens geben". 12% würden Verständnis für die alliierten Schwierigkeiten aufbringen.
Die Leser sind schon wieder Optimisten. 62% glauben an eine vernünftige Preisentwicklung, aber nur 57% möchten Eier zu 70 Pf. frei kaufen können. 43% wollen die Bewirtschaftung zu Festpreisen (30 Pf.). 8% glauben an die Wirksamkeit von Käuferstreiks zur Preissenkung. 14% fordern drastische Strafen für Wucherer. Vom Generalstreik am 12. November meinen 44%, er habe nichts genützt, und 35%, er habe geschadet.
Dem Lastenausgleich gegenüber ist man skeptisch. 62% glauben, daß er indirekt auf die Armen ("das Kaufvieh") zurückschlägt. 25% glauben, daß er keine nennenswerte Hilfe bringen wird. "Der Staat hackt der Wirtschaft kein Auge aus."
Bei den letzten Wahlen hatten 14% Vertrauen zu ihrer Partei. 3% wählten sie auf Grund früherer Bindungen. 51 % haben gewählt, um die Kommunisten nicht zu stark werden zu lassen. Dies Ergebnis ist nicht weiter überraschend. Es wird keinen selbstgerechten Parteisekretär geben, den dies erschrecken könnte.
An dem Fragenkomplex "uneheliches Kind" merkt man, daß sich im Abendland einiges geändert hat. Im Zeichen des Frauenüberschusses ist ein uneheliches Kind kein Fehltritt mehr - es sei denn, es stamme von einer "Veronika Dankeschön". 44% wollen das uneheliche Kind dem ehelichen vollkommen gleichstellen. 49% wollen es, wie in Bonn geschehen, dem ehelichen in praxi gleichstellen. Eine zivilrechtliche Gleichstellung wäre natürlich ein Schlag gegen die Ein-Ehe, und es ist den Zuschriften nicht immer zu entnehmen, ob die Einsender sich über diese Konsequenzen im klaren waren. 46% der Leserinnen wollen kein uneheliches Kind, 54% würden eines wollen, davon zwei Drittel mit gewissen Vorbehalten. Dagegen würden 60% der männlichen Leser vorbehaltlos eine Frau mit unehelichem Kind heiraten. Die Homosexualität wollen 64% weiter unter Strafe wissen, 25%, soweit Jugendliche gefährdet sind. Ein Leser schreibt: "Bei dieser Frage leidet das Ergebnis der Rundfrage unter dem Mangel, daß die meisten Leser dem Problem der sexuellen Inversion unwissend und mit Nazi-Perspektiven gegenüberstehen. Es werden also Leute über etwas urteilen, was sie nicht betrifft und was sie nicht verstehen."
Die soziale Indikation befürworten 73%. 7% bestätigen das grundsätzliche Verbot, das Papst Pius XII. auf dem letzten Aerzte-Kongreß in Rom sogar aufrechterhalten wissen wollte, für den Fall, daß Mutter und Kind ohne den Eingriff sterben.
Diese 7% rechnen zweifellos zu den 24%, die an Gott glauben und in die Kirchen gehen. 64% glauben an Gott und gehen nicht in die Kirche. 10% sind Atheisten. Es ist zu befürchten, daß die Prozertzahl 24 den bischöflichen Kanzleien ebensowenig sagt wie die Prozentzahl 14 den Parteistuben.
54% der Leser billigen die Gründung eines vorläufigen westdeutschen Staates, 33% wollen die Alliierten erst abziehen lassen. 13% befürworten, wie der amerikanische Publizist Walter Lippman es einmal tat, die Diktatur als die den Deutschen gemäße Regierungsform. 54% wollen die Präsidialdemokratie nach amerikanischem Muster "Wanderschauen von Kabinetten können wir uns nicht mehr leisten". Immerhin mag bei diesem Votum die Abneigung der jetzigen deutschen Demokratie gegenüber mitgesprochen haben. Aber immerhin 54%. Und immerhin Demokratie.
In die Frage nach der Regierungsreform waren aus Versehen unter d) und e) zwei Fragen gerutscht, die eigentlich unter die Frage nach der Staatsform gehörten. Der Irrtum erbrachte unbeabsichtigt eine Stichprobe für die Konsequenz der Leser. Die 15%, die den Bundesstaat (10) und den Staatenbund (5) ankreuzten, stimmten später für den Bundesstaat, in dem die Länder über Finanzen, Schulwesen und Polizei zu sagen haben. So erlitt der von den Westalliierten dekretierte Föderalismus nicht eine, sondern zwei Schlappen. Er erntete beide Male nur 14 bis 15%. Der Einheitsstaat, wie ihn die Franzosen seit Richelieu haben, erhielt 86%, zentralisiert 60% und dezentralisiert 26%. "Das Sammelsurium von Staatskanzleien macht uns noch ärmer" ist die Generalmeinung. Es kann sich also jeder ohne Mühe ausrechnen, wieviel Liebe und Achtung die Deutschen für eine Bonner Verfassung mitbringen würden, die von den Westalliierten zwangsweise föderalistisch angereichert worden wäre.
In der Musikfrage erlitten Teike (7%) und Wagner (12%) Niederlagen, die, wer will, auch politisch bewerten mag. Egk tröstet sich mit Gershwin bei 3%, Verdi, Lehár und Mozart haben je 20%. In der Malerei stehen die Meister des Schullesebuches obenan.
Die Frage nach den russischen Kriegsmitteln gab einen Widerspiegel der in der Publizistik vertretenen Ansichten. Sie zeigte, daß SPIEGEL-Leser belesene Leute sind Und das vielleicht nicht nur durch den SPIEGEL.
55% der Leser ist die demokratische Freiheit mehr wert als ein geregeltes Auskommen - eine anständige Ziffer. 45% ist sie entbehrlich - eine ehrliche Ziffer. Immerhin glauben nur 16%, für die Erhaltung der westlichen Bürgerfreiheit in den Krieg ziehen zu sollen. Ein Drittel der Leser möchte keinesfalls in den Krieg ziehen. Aber da 73% glauben, daß Westeuropa in Verteidigungsbereitschaft gehen muß, und da 61% glauben, daß Westeuropa gegen den Osten nur mit deutscher Hilfe verteidigt werden kann ("Wir haben die besten Referenzen"), möchten 69% den Deutschen konsequenterweise das Soldatenspielen bescheren. 40% befürworten ein Volksheer mit allgemeiner Dienstpflicht, 29% ein Freiwilligenheer. 26% haben die "Schnauze voll". Angst vor einem Genickschuß, "wenn es nämlich wieder schief geht", ist auch dabei.
64% glauben nämlich, daß Deutschland in einem künftigen Krieg nur Opfer bringen müßte. 32% glauben, daß es seinen Platz als gleichberechtigte europäische Nation zurückgewinnen kann. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß diese 32% größtenteils identisch sind mit den 31%, die glauben, daß es sich für einen Deutschen lohne, für die Wiedereroberung der Ostgebiete zu kämpfen. Man wird weiter nicht fehlgehen, wenn man den größten Prozentsatz dieser 31% den 29% zuschreibt, die sich auf den Fragebogen als Ostvertriebene zu erkennen geben. Immerhin glauben 34%, daß Deutsche besser gar nicht kämpfen sollten, auch nicht "für Weib und Kind", die 19% mit Waffen schützen wollen. Diese 34% "Defaitisten" korrespondieren mit den 18 + 16 + 5 = 39%, die glauben, daß Westeuropa nicht von. Deutschland verteidigt zu werden braucht oder nicht verteidigt werden kann.
Aber selbst Leser, die Westeuropa mit einem deutschen Volksheer verteidigen möchten, verlangen nicht selten eine Armee, "in der die alten preußischen Offiziere unbeschadet ihrer Qualitäten ausgelitten haben". Welche wollen die Wehrmacht als "Erziehungsfaktor" ("damit die Jugend von der Straße kommt"). Welche fordern kategorisch, die Militärs sollten sich nicht einbilden, sie könnten irgend jemanden zu anderen als militärischen Tugenden erziehen.
An der Spitze des kommenden Bundesstaates möchten 91 Leser Hjalmar Schacht sehen, der von 232 für den bedeutendsten Deutschen und von 26 für den bedeutendsten Politiker der Vergangenheit erklärt wird. 45% wollen ihn zum Finanzminister machen ("er kann doch was"), ebenso viele möchten ihn sanft und friedlich zur Ruhe setzen (Opportunitäts-Genie). Der Spruchkammer-Zirkus schneidet schlecht ab.
Bei den Persönlichkeitsfragen wußten viele Leser nicht, was sie schreiben sollten. Viele schrieben nichts. "Kenne keinen", "Muß noch geboren werden" waren die bezeichnenden Randnoten. Adenauer kommt als Staatspräsident vor Schumacher, Carlo Schmid, Erhard und Brüning. Pünder kommt vor Schlange, Otto Strasser und Dönitz stehen vor Max Brauer, Loritz vor Grimme, Kesselring vor Lilje.
Für den bedeutendsten Deutschen erklärten die praktischen Leser Ludwig Erhard und Prof. Hahn. Furtwängler steht gleich hinter Adenauer.
Lediglich über den größten Politiker der Vergangenheit war man sich einig, wobei zu erwarten war, daß deutsche Leser einen deutschen Politiker wählen würden: Bismarck mit fast 4000 Stimmen. Fast jeder zweite wählte den ostelbischen Junker. "Wir hatten so wenig wirkliche Staatsmänner", heißt es, und: "Leute wie Bismarck hätten uns all das erspart." Immerhin der nächste gleich Churchill, immerhin dann gleich Stresemann, und Hitler erst an vierter Stelle. Hindenburg steht mit fünf Stimmen bei Chamberlain, Christus mit vieren bei Ebert, Windthorst und Mussolini, Adenauer neben dem jüngeren Pitt und Goethe. Alexander der Große erhielt eine Stimme.
Alexander ist schon lange tot. Für gegenwärtige Perspektiven haben die Leser durchaus Gefühl. Eine Frau aus Braunschweig möchte einem Amerikaner die Frage vorlegen: "Was würden Sie von Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit usw. halten, wenn
1. längs des old man river Mississippi ein Eiserner Vorhang wäre,
2. links des Stromes die Japaner mit Samuraimethoden japanische Kultur einpaukten,
3. das Industriegebiet des Ostens und seine Erzeugnisse von England, Frankreich und Japan kontrolliert würden,
4. Ihr Land keine Schiffe und Flugzeuge mehr bauen dürfte,
5. die Gegensätze des Sezessionskrieges verfassungsmäßig verewigt werden müßten,
6. fast die Hälfte ihres Verdienstes an den Staat ginge?"
Die muntere Braunschweigerin hatte keine Gelegenheit, ihre Fragen an den Amerikaner zu bringen. Der "SPIEGEL" hat diese Gelegenheit. Er nimmt sie hiermit wahr.

Kastentext

Die Ruhrindustrie soll

30 international verwaltet werden, wenn Lothringens und Belgiens Schwerindustrie ebenfalls internationalisiert werden
2 international verwaltet werden, wenn Frankreich dann Ruhe gibt
7 dem Lande Nordrhein-Westfalen übereignet werden
27 dem deutschen Bundesstaat übereignet werden
27 den früheren Besitzern zurückgegeben werden
4 den Amerikanern zur höchsten Leistungssteigerung überlassen werden
3 den Gewerkschaften zur Treuhand übergeben werden
Sollen die westlichen Alliierten
50 Deutschland verlassen, wenn die Russen hinausgehen
2 Deutschland verlassen, wenn die Russen nicht hinausgehen
25 in Deutschland bleiben, auch wenn die Russen hinausgehen
7 ihre Kampftruppen abziehen
16 ihre Kampftruppen verstärken
Sollen die Westmächte Berlin
70 halten um jeden Preis
9 verlassen, wenn die Kriegsgefahr zu groß wird
6 verlassen, wenn die Kosten zu hoch werden
2 auf dem Tauschwege gegen die russische Zone Oesterreichs aufgeben
13 verlassen, wenn sie alle fluchtwilligen Deutschen mitnehmen
Was würden Sie tun, wenn die Westmächte Berlin verließen, ohne den Berlinern Gelegenheit zur Flucht zu geben
12 Verständnis für die westalliierten Schwierigkeiten aufbringen
12 russisch lernen
68 die Westalliierten verachten
8 Partisan üben (Die Ziffern bezeichnen die Prozentzahlen.)
Kastenetxt

Glauben Sie, daß die Preise in einem halben Jahr

28 noch so hoch sind wie heute
10 noch höher sind als heute
62 auf ein angemessenes Niveau gesenkt worden sind
Ist es Ihnen lieber, wenn die Eier
43 bewirtschaftet werden und 30 Pfennig kosten
57 nicht bewirtschaftet werden und zu 70 Pfennig in beliebiger Menge zu haben sind
Glauben Sie, daß man die Preise drücken kann
8 durch Käuferstreiks
0 durch gewerkschaftliche Proteststreiks
1 durch Demonstrationen wie in Stuttgart
14 durch drastische Strafen (einschl. Zuchthaus) für Wucherer
4 durch Preisstopp
3 durch teilweise Rationierung der Ware bei Festpreisen und teilweise Freigabe der gleichen Ware zu freien Preisen
70 oder allein durch mehr Ware
Der Generalstreik hat
6 die Verantwortlichen aufgerüttelt
2 den Nichtverantwortlichen gezeigt, daß etwas geschieht
11 das Vorhandensein der Gewerkschaften nachgewiesen
44 nichts genützt
35 geschadet
2 er soll wiederholt werden
Glauben Sie, daß der im Gang befindliche Lastenausgleich
13 den erhaltenen Besitz weitgehend an den Kriegslasten beteiligt
25 den Besitz ungebührlich schont und keine nennenswerte Lastenverteilung bringt
18 durch Belastung der Produktionsmittel die Wirtschaft ruiniert
44 auf Kosten des Verbrauchers geht, der die hohen Preise zahlen muß, die ihm der belastete Kapitalbesitzer abfordert
Bei den letzten Wahlen habe ich gewählt
3 weil ich von früher her Bindungen zu einer Partei hatte
14 weil ich Vertrauen zu einer der jetzigen Parteien habe
5 weil ich mir einen anderen Bürgermeister wünschte
6 aus Gewohnheit
51 weil ich gegen die Kommunisten bin
21 überhaupt nicht
Kastentext

Die uneheliche Mutter soll

44 der ehelichen vollkommen gleichgestellt werden (weder zivilrechtliche noch materielle Schlechterstellung für Mutter und Kind)
49 der ehelichen in der Praxis gleichgestellt werden (keine materiellen Nachteile für Mutter und Kind)
7 zu fühlen bekommen, daß sie einen Fehltritt begangen hat
Ich würde ein uneheliches Kind ohne Skrupel bekommen
5 wenn ich keinen Mann hätte
5 wenn ich keinen Mann heiraten sollte
19 wenn ich das Kind ausreichend versorgen könnte
2 wenn das Geflüster der Nachbarn nicht wäre
7 wenn dem Kind die Familie nicht doch fehlte
46 Ich möchte kein uneheliches Kind
16 Ich möchte ein uneheliches so gern wie ein eheliches
Ich würde eine Frau mit einem unehelichen Kind heiraten
11 ohne Bedenken
49 wenn ich sie sehr liebte
13 wenn ich wüßte, daß sie den Vater ihres Kindes sehr geliebt hätte
3 wenn sie wenigstens mit ihm verlobt gewesen wäre
6 wenn ich nicht eine Abneigung gegen fremder Leute Kinder hätte
1 wenn ich nicht eine Abneigung gegen Kinder überhaupt hätte
17 Ich würde nie eine uneheliche Mutter heiraten
Kasstentext

Soll die Homosexualität

64 grundsätzlich verboten werden
25 verboten werden, soweit Jugendliche gefährdet sind
11 stillschweigend geduldet werden
Soll die Abtreibung
20 nur bei gefährdeter Gesundheit gestattet bleiben (medizinische Indikation)
48 bei gefährdeter Gesundheit und sozialem Notstand gestattet bleiben (medizin sche und soziale Indikation)
25 grundsätzlich gestattet sein
7 grundsätzlich verboten sein
Glauben Sie
64 an Gott, gehen aber nicht in die Kirche
24 an Gott und gehen in die Kirche
2 nicht an Gott, gehen aber in die Kirche
10 nicht an Gott und gehen nicht in die Kirche

Sollen die Deutschen

54 einen westdeutschen Staat bilden mit dem Ziel, die Ostzone später heimzuholen
13 nur einen Staat bilden, wenn die Ostzone mitmachen kann
33 keinen Staat bilden, solange noch eine Besatzungsmacht auf deutschem Boden ist
Soll Deutschland
18 eine Demokratie haben, in der die jeweilige Regierung jederzeit vom Parlament gestürzt werden kann
54 eine Demokratie haben, in der eine bestimmte Regierung unter einem bestimmten Ministerpräsidenten für einen bestimmten Zeitraum Regierungsvollmacht bekommt
13 eine Diktatur haben
10 ein Bundesstaat sein, in dem der Bund nur die Post, die Eisenbahn und die Außenpolitik hat
5 ein Staatenbund sein, in dem die Länder freiwillig und souverän miteinander und mit anderen Staaten Verträge schließen
Soll Westdeutschland ein
60 Einheitsstaat sein, in dem die jetzigen Länder nur Provinzen sind
26 ein Einheitsstaat sein, in dem die Länder keine eigene Regierung, aber selbständige Verwaltungen haben
14 ein Bundesstaat sein, in dem die Länder über Finanzen, Schulwesen, Steuern und Polizei allein entscheiden

Ist Ihnen die demokratische Freiheit

55 teuer, auch wenn die Lebensverhältnisse zu wünschen übriglassen
45 entbehrlich, wenn Sie nur Ihr geregeltes Auskommen haben
Glauben Sie, daß es in einem eventuellen Krieg für einen Deutschen zu kämpfen lohnt
31 für die Rückeroberung der Ostgebiete
16 für die Erhaltung der westlichen Bürgerfreiheit
13 für den unmittelbaren Schutz von Frau und Kind
34 überhaupt nicht
Glauben Sie, daß Westeuropa
73 in Verteidigungsbereitschaft gehen muß
14 nicht in Verteidigungszustand gesetzt zu werden braucht, weil in absehbarer Zeit keine Aggressionsgefahr besteht
3 nicht verteidigt werden sollte, weil es besser wäre, wenn sich der Bolschewismus durchsetzte
10 nicht verteidigt werden sollte, weil der Osten auf die Dauer doch stärker ist
Glauben Sie, daß Westeuropa
18 gegen den Osten ohne Deutschland verteidigt werden kann
61 gegen den Osten nur mit deutscher Hilfe verteidigt werden kann
16 nicht verteidigt werden kann, weil der Osten militärisch überlegen ist
5 nicht verteidigt werden kann, weil die kommunistischen Landes-Parteien verhindern, daß Westeuropa sich formiert
Möchten Sie in einer westeuropäischen Union
29 eine deutsche Bürgerwehr auf freiwilliger Basis
40 ein Volksheer mit Wehrpflicht
5 eine Söldner-Legion unter dem Kommando der Westmächte
26 keine deutschen Streitkräfte
Glauben Sie, daß Deutschland in einem kommenden Krieg
64 nur Opfer bringen muß
32 seinen Platz als gleichberechtigte europäische Nation zurückgewinnen kann
4 wieder zur herrschenden Macht Europas werden kann

Hören Sie gern Musik von

20 Verdi
2 Egk
13 Lincke
12 Wagner
7 Teike (Alte Kameraden)
2 Hindemith
20 Lehár
20 Mozart
3 Gershwin
Sehen Sie gern Bilder von
15 Caspar David Friedrich
2 Picasso
21 Raffael
13 Liebermann
14 Böcklin
5 Sepp Hilz
2 Nolde
28 Dürer

Soll Schacht

45 Finanzminister werden
7 bei Gott nichts mehr mit Politik zu tun haben
3 vor die Spruchkammer, bis er oder die Kammer schwarz wird
45 endlich aufs Altenteil
Staatspräsident soll werden Der größte Politiker der Vergangenheit Der bedeutendste Deutsche von heute
Konrad Adenauer 656 Bismarck 3937 Ludwig Erhard 357
Kurt Schumacher 339 Churchill 773 Prof. Hahn 321
Carlo Schmid 251 Stresemann 580 Konrad Adenauer 289
Ludwig Erhard 197 Hitler 515 Kurt Schumacher 246
Heinrich Brüning 195 Stalin 172 Hjalmar Schacht 232
Karl Arnold 142 Talleyrand 153 Wilh. Furtwängler 205
Ein Monarch 104 Metternich 149 Prof. Heisenberg 186
Theodor Heuß 95 Richelieu 109 Walther Reppe 162
Hjalmar Schacht 91 Roosevelt 109 Max Planck 144
Johannes Semler 81 Ghandi 103 Bischof Wurm 100
Franz Blücher 75 Brüning 79 Albert Einstein 97
Hinrich Kopf 72 Rathenau 61 Johannes Semler 86
Franz v. Papen 69 Friedrich d. Große 55 Fritz v. Unruh 71
Erik Nölting 63 Freiherr v. Stein 44 Franz v. Papen 65
Hugo Eckener 50 Papen 43 Hugo Eckener 61
Hermann Pünder 46 Disraeli 43 Kardinal Frings 60
Schlange-Schöning. 43 Lincoln 42 Schlange-Schöning. 58
Ernst Reuter 43 Washington 37 Thomas Mann 57
Otto Strasser 41 Lenin 33 Karl Jaspars 54
Karl Geiler 33 Caesar 33 Carlo Schmid 54
Karl Dönitz 31 Briand 29 Louise Schröder 50
Max Brauer 29 Schacht 26 Richard Strauß 47
Jakob Kaiser 26 Franco 24 Heinrich Brüning 43
Reinhold Maier 22 Perikles 23 Hein ten Hoff 42
Hans Ehard 21 Napoleon 19 Ferd. Sauerbruch 39
Louise Schröder 19 Karl d. Große 17 Gerhard Domagk 37
Ferd. Friedensburg 19 Goebbels 16 Karl Arnold 23
Alfred Loritz 18 Cavour 16 Hermann Hesse 21
Adolf Grimme 17 Bebel 15 Max Brauer 21
Alb. Kesselring 13 Molotow 13 Carl Zuckmayer 17
Herzog v. Braunsch. 12 Marx 11 Alfred Loritz 16
Bischof Lilje 11 Päpste 11 Ernst Reuter 15
Carl Spiecker 11 Cromwell 9 Hermann Pünder 15
Gert v. Rundstedt 9 Pius XII. 8 Hanns Lilje 15
Hohenzollernprinz 7 Macchiavelli 7 Ferd. Friedensburg 14
Bischof Wurm 7 Truman 7 Franz Blücher 12
Axel Eggebrecht 7 Moses 6 Karl Dönitz 12
Garry Davis 7 Kaiser Augustus 6 Wilhelm Pieck 12
C. v. Neurath 6 Hindenburg 5 Albert Schweitzer 12
Kardinal Frings 6 Chamberlain 5 Hans Erhard 11
W. S. Churchill 5 Marshall 5 Erik Nölting 10
E. v. Weizsäcker 5 Jesus 4 Gottfried v. Cramm 10
Rud. Petersen, Hamb. 5 Ebert 4 Ernst Wiechert 8
Hans Chr. Seebohm 5 Windthorst 4 Otto Strasser 7
Hub. z. Löwenstein 5 Mussolini 4 Kardinal Faulhaber 7
Fritz v. Unruh 5 Adenauer 3 Pascual Jordan 7
Theo Lingen 5 Gladstone 3 Adolf Hennecke 7
Franz Neumann 4 Pitt d. J. 3 Gustaf Gründgens 7
Erich Köhler 4 Goethe 3 Adolf Hitler 7
Wilhelm Kaisen 4 Ludendorff 2 Bischof Dibelius 7
Franz Halder 4 Peron 2 Adolf Grimme 6
Rudolf Heß 4 Pitt d. Ä. 2 Ferdinand Porsche 5
Hermann Lüdemann 3 Plato 2 Hinrich Kopf 5
Paul Löbe 3 Göring 2 Alois Hundhammer 5
Günther Gereke 3 Friedrich Wilhelm I. 2 Theodor Heuß 4
Wilhelm Pieck 3 Franklin 2 Erich Kästner 4
Richard Tüngel 3 Neurath 2 Rudolf Heß 4
Josef Müller 3 Severing 2 Peter von Zahn 4
Kronprinz Wilhelm 3 Lloyd George 2 Werner Finck 4
Ernst Rowohlt 3 Marc Aurel 2 Jakob Kaiser 3
Heinz Guderian 3 Alexander d. Große 2 Max Schmeling 3
Lucius D. Clay 2 Clemenceau 2 Wilh. Messerschmidt 3
Harry Truman 2 Hardenberg 1 Jakob Fischbacher 3
Josef Stalin 2 Grimme 1 Hans Carossa 3
Walter Kolb 2 Normalverbraucher 1 Heinr. Hellwege 3
Jak. Fischbacher 2 Scheidemann 1 Carl Spiecker 3
Max Reimann 2 Rosa Luxemburg 1 Ernst Reuter 2
Theodor Stelzer 2 de Gaulle 1 Frank Thiess 2
Leo Wohleb 2 Wilh. Busch 1 Walter Kolb 2
Alois Hundhammer 2 Cicero 1 Eugen Kogon 2
Adolf Süsterhenn 2 Treitschke 1 Math. Ludendorff 2
Ernst Friedländer 2 Friedensburg 1 Pastor Niemöller 2
Silvio Gesell 2 Einstein 1 Gen. Paulus 2
Frh. v. Schönaich 2 Pieck 1 Weiß Ferdl 2
Pastor Niemöller 2 Himmler 1 Otto Grotewohl 2
Peter v. Zahn 2 Arnold 1 Hans Zehrer 2
Werner Finck 2 Heinrich der Löwe 1 Lucius D. Clay 2
Heinz Rühmann 2 Hugenberg 1 Albert Speer 1
Weiß Ferdl 2 Attlee 1 Sven Hedin 1
Hein ten Hoff 2 Salazar 1 Hans Grimm 1
Joseph Baumgartner 1 Loyola 1 Ernst Jünger 1
Karl Severing 1 Potemkin 1 Rudolf A. Schröder 1
Gregor Strasser 1 Benesch 1 Gen. v. Seydlitz 1
Hartm. Lauterbach. 1 Tirpitz 1 Gen. Guderian 1
Geistl. Rat Göbel 1 Karl V. 1 General Halder 1
Rob. M. W. Kempner 1 Negus 1 Oswald Spengler 1
Maria Sevenich 1 Garry Davis 1 Philipp Auerbach 1
Martin Bormann 1 Gustav v. Schweden 1 Herzog v. Braunsch 1
Goethe 1 Herm. d. Cherusker 1 Wilh. Filchner 1
George Marshall 1 Vansittard 1 Lothar Tank 1
Wilh. Messerschmidt 1 Graf v. Galen 1 Heinr. Dinkelbach 1
Jean Sibelius 1 Kaiser Franz Joseph 1 Bismarck 1
Erich W. Gniffke 1 Wilson 1 Philipp Reemtsma 1
Rudolf Nadolny 1 Dschinghis Khan 1 Graf v Galen 1
Karl Jaspers 1 Götz v. Berlichingen 1 Ernst Heinkel 1
Philipp Reemtsma 1 Fürst Kaunitz 1 Herbert Kriedemann 1
Theodor Plievier 1 Mackenzie King 1 Th. Plievier 1
Gustav Heinemann 1 Schleicher 1 August Halbfell 1
Carl Schröter 1 Geiler 1 Nena Kara 1
Joseph Görres 1 Wilhelm Tell 1 Walter Ulbricht 1
Adolf Weber 1 Smuts 1 Joseph Baumgartner 1
Fritz Heine 1 Adam Smith 1 Erik Reger 1

DER SPIEGEL 10/1949
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