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DER SPIEGEL

PersonalienJonathan Franzen

Jonathan Franzen, 51, amerikanischer Schriftsteller, hält die Literaturwelt für frauenfeindlich. Sein Geständnis wurde durch weibliche Kollegen ausgelöst, die sich vom Jubel der Kritiker über seinen neuen Roman "Freiheit" provoziert fühlten. Die Bestseller-Autorinnen Jodi Picoult und Jennifer Weiner erklärten, dass in der Branche mit zweierlei Maß gemessen würde: Romane von Autorinnen erhielten weit weniger Aufmerksamkeit als die von Männern. Dem "Sunday Telegraph" sagte Franzen nun, dass er diese Ansicht teile. Wenn ein Mann über Familienthemen einigermaßen einfühlsam schreibe, sei der Jubel groß: "Wow, ein Typ hat sich dieser emotionalen Sache angenommen." Eine Frau müsse damit rechnen, dass das gleiche Thema bei ihr als "Weiberkram" abgetan werde. Franzen: "Es gibt eine lange Tradition des Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern im Literaturkanon - egal wie du diesen Kanon definierst."

DER SPIEGEL 41/2010
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