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DER SPIEGEL

PersonalienJonathan Franzen

Jonathan Franzen, 52, amerikanischer Schriftsteller, kämpft für Europas bedrohte Zugvögel. Der begeisterte Birdwatcher übernimmt in einem neuen Film der US-Produktionsfirma Pepper & Bones die Rolle des Erzählers, der die verbotene Jagd auf Zugvögel kommentiert. Die Crew hat in den vergangenen Wochen bereits in Südwestfrankreich, auf Zypern und in Norditalien gedreht, wo Aktivisten des deutschen "Komitees gegen den Vogelmord" seit Jahren Netze und Leimruten zerstören und Singvögel befreien. Auch die Einsätze der Vogelschützer gegen Steinquetschfallen im französischen Zentralmassiv sollen jetzt dokumentiert werden. Nur mit Glück war Franzen im vorigen Jahr auf Zypern den Attacken wütender Einheimischer entkommen, die zwei Mitglieder des Komitees krankenhausreif geschlagen hatten. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier in eine Art Kriegsgebiet geraten würde", sagte Franzen, der Waldlaubsänger und Goldammern vom Leim befreien half. Seine Vogelfangrecherche habe ihn desillusioniert, berichtete der Literat im "New Yorker": "Das Blau des Mittelmeers ist für mich nun nicht mehr schön."

DER SPIEGEL 41/2011
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