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DER SPIEGEL

Was war da los, Frau Thompson Stokes?

Courtney Thompson Stokes, 24, amerikanische Geografin, über einen windigen Job: "Wir wussten, dass der Hurrikan an diesem Tag durch New Orleans kommen würde. Von Tuscaloosa, wo unsere Uni ist, fuhren wir in fünf Stunden hin. Vorher mussten wir unterschreiben, dass wir auf eigene Gefahr mitfahren. Unsere Forschungsgruppe untersucht Stürme und geht der Frage nach, ob Wettervorhersagen von Stadtbewohnern richtig eingeschätzt werden. Wir messen die Windstärke und führen später Interviews. Kollegen von mir haben schon Hurrikan ,Katrina' beobachtet. Wir kamen an diese Ecke im French Quarter, man hörte richtig, wie sich der Sturm durch die Straßenschluchten quetschte. Ich musste mich ganz schön gegen den Wind stemmen und das Anemometer, das Windmessgerät, fest umklammern. Die Brille schützt meine Augen. Ich habe noch nie eine so hohe Windgeschwindigkeit gemessen wie dort, 148,06 Stundenkilometer. Später aßen wir die Schinken-Sandwiches, die ich dabeihatte. Wir wussten ja, dass die Läden verbarrikadiert sein würden."

DER SPIEGEL 40/2012
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