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Formel 1

Alonso verlässt McLaren-Mercedes

Die Trennung ist perfekt: Fernando Alonso und McLaren-Mercedes beenden nach nur einer gemeinsamen Saison ihre Zusammenarbeit. Als neuer Arbeitgeber des zweimaligen Weltmeisters ist Red Bull im Gespräch. Ein Nachfolger bei den Silberpfeilen ist noch nicht bekannt.

Freitag, 02.11.2007   13:20 Uhr

Hamburg - Alonsos Manager Luis Garcia Abad bestätigte heute spanischen Radiostationen, dass der 26-jährige Spanier bereits nach dem ersten von drei Jahren aus seinem Vertrag mit den Silberpfeilen aussteigt. Alonso soll jedoch keinerlei finanzielle Kompensation an den deutsch-britischen Rennstall zahlen müssen. Dies haben Anwälte beider Seiten ausgehandelt.

"Die Trennung geschah einvernehmlich. Ich wünsche Fernando alles Gute für seine weitere Karriere", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug dem Sportinformationsdienst. Im offiziellen Statement des Teams hieß es: "Nach einem Treffen von Fernando Alonso und McLaren sind wir übereingekommen, dass es im Interesse beider Partein das Beste wäre, die Zusammenarbeit zu beenden."

"Seit ich ein kleiner Junge bin, wollte ich immer für McLaren fahren, aber manchmal funktionieren Dinge nicht", sagte Alonso: "Wir hatten unsere Aufs und Abs, die eine Extra-Herausforderung darstellten. Und es ist kein Geheimnis, dass ich mich nie heimisch gefühlt habe", so der Spanier weiter.

Nach vielen Sepekulationen um eine Ungleichbehandlung gegenüber seinem britischen Teamkollegen Lewis Hamilton erklärte der Alonso, dass er gleichwertiges Material zum Gewinnen erhalten habe. McLaren-Chef Ron Dennis sagte über Alonso: "Er ist ein großartiger Fahrer, aber aus einigen Gründen hat unsere Verbindung nicht funktioniert. Am Ende waren wir an einem Punkt, an dem keiner von uns mehr einen Weg nach vorne gefunden hat."

Wohin Alonso wechselt, ist allerdings noch offen. Im Gespräch sind unter anderem Red Bull, Toyota und sein früheres Team Renault. Der Spanier war als zweimaliger Weltmeister von Renault zu McLaren-Mercedes gekommen, dort aber auf den unerwartet starken Neueinsteiger Hamilton getroffen. Nach vielen teaminternen Streitigkeiten, einem Erpressungsversuch gegen Teamchef Ron Dennis und Alonsos Aussagen in der Spionage-Affäre, die dem Rennstall den Verlust aller Konstrukteurspunkte sowie 100 Millionen Dollar Strafe einbrachten, war die Trennung nur eine Frage der Zeit.

Die spanische Zeitung "Marca" schrieb, dass sich Alonso möglicherweise einem kleineren Team anschließen werde, um sich einen späteren Wechsel zu Ferrari offenzuhalten. Bei der Scuderia steht der neue Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) noch bis 2009 unter Vertrag, der Kontrakt des Brasilianers Felipe Massa wurde kürzlich erst bis 2010 verlängert.

Sportlich hatten sowohl Alonso als auch Hamilton im letzten Rennen den WM-Titel um einen Punkt verpasst. Obwohl der Engländer mit sieben und Alonso mit drei Punkten Vorsprung auf Räikkönen in Brasilien an den Start gegangen waren, wurde der Ferrari-Pilot erstmals in seiner Karriere Weltmeister. Räikkönen kann sich seines Titels aber immer noch nicht sicher sein. Denn am 15. November verhandelt das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes Fia in Paris über den Einspruch von McLaren gegen das Ergebnis des Rennens in São Paulo.

McLaren-Mercedes hatte gegen die Entscheidung der Rennkommissare protestiert, die auf den Plätzen vier, fünf und sechs vor Hamilton gelandeten Nico Rosberg (Williams-Toyota), Robert Kubica und Nick Heidfeld (beide BMW-Sauber) sowie den zweiten Williams-Piloten Kazuki Nakajima (Platz 10) nicht zu bestrafen, obwohl ihr Benzin kälter als die vom Reglement erlaubten 10 Grad Celsius unter der Außentemperatur waren. Sollte Lewis Hamilton nachträglich von seinem siebten Rang noch mindestens zwei Plätze nach vorne rutschen, wäre er anstelle von Räikkönen Weltmeister.

fsc/sid/Reuters

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