Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Formel 1 in Ungarn

Friede, Freude, alle froh - bis auf einen

Lewis Hamilton gewinnt ein Formel-1-Rennen: so weit, so gewöhnlich. In Ungarn sah es aber lange Zeit nicht nach einem Mercedes-Erfolg aus. Deshalb kann auch die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari zufrieden sein.

Lars Baron/Getty Images

Lewis Hamilton siegte dank einer herausragenden Taktik und Aufholjagd

Von
Sonntag, 04.08.2019   18:58 Uhr

Szene des Rennens: Lewis Hamilton fuhr in der 39. Runde beim Großen Preis von Ungarn Seite an Seite mit dem Führenden Max Verstappen. Mit frischeren Reifen hatte er sich in den Runden zuvor an Verstappen herangearbeitet und zum Überholmanöver angesetzt. Statt in Führung ging es für Hamilton aber über die Strecke hinaus. Bestes Racing. Verstappen hielt die Führung - vorerst.

Taktik des Rennens: Obwohl Verstappen nach seinem ersten Stopp länger auf der Strecke und Hamilton zudem schneller war, wechselte Mercedes beim Boliden des Weltmeisters ein weiteres Mal die Reifen. 20 Runden vor dem Ende war Hamilton plötzlich nicht mehr in Schlagdistanz, sondern bis auf 20 Sekunden zurückgefallen. Eine Sekunde pro Runde musste er auf Verstappen aufholen, dessen Reifen immer schlechter wurden. Eine gewagte Renntaktik, die auf eine sensationelle Aufholjagd des Weltmeisters ausgelegt war. Und die am Ende aufgehen sollte.

Das Ergebnis: Aus über 20 Sekunden Rückstand auf Verstappen in der 50. Runde machte Hamilton bis zur 70. Runde einen Vorsprung von über 17 Sekunden. Zu groß war der Verschleiß bei Verstappens Reifen. Ein herausragendes Rennen - sowohl des Weltmeisters als auch des Weltmeisterteams. Mit den Worten "die Reifen sind tot, ich kann das Rennen nicht so beenden", rettete sich Verstappen zwei Runden vor Rennende in die Box und danach noch als Zweiter ins Ziel. Wirklich unzufrieden war Verstappen nach dem Rennen aber nicht. "Heute haben wir nicht gewonnen, aber es war trotzdem ein guter Tag und ein gutes Wochenende für uns." Sebastian Vettel wurde Dritter. Den Rennbericht lesen Sie hier.

Apropos Vettel: Als einer der Titelfavoriten in die Saison gegangen, hatte Vettel auf dem Hungaroring am Ende des Rennens über eine Minute Rückstand auf den Sieger. Um zumindest noch auf das Treppchen zu kommen, kassierte er kurz vor Schluss seinen Teamkollegen Charles Leclerc, der ebenso weit zurücklag. Ferrari kann gegen Mercedes und Red Bull derzeit nicht mithalten. "Am Ende fehlte die Pace", sagte Vettel nach dem Rennen im Interview mit dem Fernsehsender Sky. "Das ist der Nachgeschmack des Wochenendes."

Sommerpause: Dass bis zum nächsten Rennen in Belgien vier Wochen "Sommerpause" vergehen werden, sah man Vettel an. Genüsslich aß er während des Interviews ein Eis, "für mich selbst war ich zufrieden", sagte er. Wenn schon nicht auf der Strecke, weiß der Deutsche seinen Sommer zumindest daneben zu genießen.

Andrej Isakovic/AFP

Die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas berührten sich bereits in Runde eins

"P6 is likely": Wirklich genießen konnte Valtteri Bottas sein Rennen nicht. Als Zweiter gestartet, zerstörte er sich bereits in der ersten Runde im Duell mit seinem Teamkollegen Hamilton den Frontflügel, musste in die Box und fiel bis auf den letzten Platz zurück.

Als neues Ziel gab sein Team über Funk den sechsten Platz aus, weil ihn aber sowohl Daniel Ricciardo im Renault als auch Lando Norris im McLaren auf seinem Weg dorthin aufhielten, blieb Bottas nur der achte Rang. Nicht die beste Bewerbung für Bottas, der mit dem bisherigen Testfahrer Esteban Ocon um sein Cockpit für die kommende Saison kämpft. Bis Mitte August will Mercedes eine Entscheidung bekanntgeben. Da klingt "P6 is likely" durch den Boxenfunk weniger nach leiser Zielsetzung, sondern mehr wie eine klare Forderung.

insgesamt 20 Beiträge
zack34 04.08.2019
1. Ferrari-Team macht wiederholt schwere Fehler
... beim Pit stop, als würden sie Reifenwechsel nie geübt haben. Im Durchschnitt pro Stop (!) mindestens 2sec. (!) länger drin, als die Konkurrenz.
... beim Pit stop, als würden sie Reifenwechsel nie geübt haben. Im Durchschnitt pro Stop (!) mindestens 2sec. (!) länger drin, als die Konkurrenz.
mwroer 04.08.2019
2.
Max Verstappen Red Bull 21.164 in Runde 67 Charles Leclerc Ferrari 21.575 in Runde 27 Wo genau sehen Sie da mindestens (!) 2 Sekunden Unterschied? Vettel hat länger gedauert - und das war einer von zwei Stopps ... also [...]
Zitat von zack34... beim Pit stop, als würden sie Reifenwechsel nie geübt haben. Im Durchschnitt pro Stop (!) mindestens 2sec. (!) länger drin, als die Konkurrenz.
Max Verstappen Red Bull 21.164 in Runde 67 Charles Leclerc Ferrari 21.575 in Runde 27 Wo genau sehen Sie da mindestens (!) 2 Sekunden Unterschied? Vettel hat länger gedauert - und das war einer von zwei Stopps ... also nix "prop Stop". So als Tipp: Reduzieren Sie die Anzahl Ihrer Ausrufezeichen und schauen Sie sich die Rennen der Saison mal genau an. Vor allem die reinen Zeiten des Stop/Go und Einfahrt Boxengass/Ausfahrt Boxengasse sind erhellend wenn man an den Crews rummault. https://www.racefans.net/2019/08/04/2019-hungarian-grand-prix-interactive-data-lap-charts-times-and-tyres/
Sepp Fatal 04.08.2019
3.
Ein nettes Rennen, aber ohne Rangordnung im Team wäre M.K. Vettel wieder hinter seinem Teamgefährten gewesen.
Ein nettes Rennen, aber ohne Rangordnung im Team wäre M.K. Vettel wieder hinter seinem Teamgefährten gewesen.
Erika.Mustermann@spon.de 04.08.2019
4.
Auf C4 hat S. Vettel mit deutlichen Worten erklärt wo das Problem war: Die Ferrari waren zwar schnell genug, aber in den Kurven schwer zu fahren; daher hofft er auf Belgien und Italien. Denn dort gibt es nicht so viele [...]
Zitat von Sepp FatalEin nettes Rennen, aber ohne Rangordnung im Team wäre M.K. Vettel wieder hinter seinem Teamgefährten gewesen.
Auf C4 hat S. Vettel mit deutlichen Worten erklärt wo das Problem war: Die Ferrari waren zwar schnell genug, aber in den Kurven schwer zu fahren; daher hofft er auf Belgien und Italien. Denn dort gibt es nicht so viele Kurven. P.S.: Werbefreie F1-Übertragung ohne tripple-pay sollten Sie erklären. RTL-Zuschauer kennen nur die Waldorf und Statler - "Expertise". Sind also auf dem Stand der 80er.
djegosch 04.08.2019
5. Bottas bis. Leclerc
Auch wenn sich in der ersten Runde Hamilton und Bottas berührt haben, so ging die rechte Hälfte des Frontflügel an Bottas' Silberpfeil erst kurz danach durch die Berührung mit Leclercs linkem Hinterrad zu Bruch. Dies war sehr [...]
Auch wenn sich in der ersten Runde Hamilton und Bottas berührt haben, so ging die rechte Hälfte des Frontflügel an Bottas' Silberpfeil erst kurz danach durch die Berührung mit Leclercs linkem Hinterrad zu Bruch. Dies war sehr gut gut auf den Fernsehbildern in der Zeitlupe zu erkennen.

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Formel-1-Datenbank

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP