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Sport

Lauda zur Rivalität bei Mercedes

"Hamilton hat sein Hotelzimmer zertrümmert"

Nico Rosberg führt in der Formel 1 vor Lewis Hamilton - das scheint den Briten zu nerven. Nach einem Crash in Aserbaidschan habe Hamilton seinen Frust am Hotelmobiliar ausgelassen, verrät Niki Lauda.

AFP

Niki Lauda

Dienstag, 05.07.2016   12:03 Uhr

Das Nervenkostüm von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton scheint im immer härter werdenden Zweikampf mit seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg nicht mehr das allerbeste zu sein - und das nicht erst seit dem Crash beim Rennen in Österreich. "Lewis wird immer wilder, je mehr der Rosberg vorne ist", sagte Team-Aufsichtsrat Niki Lauda als Studiogast beim österreichischen Fernsehsender ServusTV: "Ich war dabei, als er in Baku sein Hotelzimmer zertrümmert hat, weil er in die Mauer gefahren ist", so Lauda: "Den Schaden hat er natürlich selbst bezahlt."

In Aserbaidschan hatte Rosberg gewonnen, Hamilton war im Qualifying in eine Mauer gefahren und im Rennen von Platz zehn gestartet. Dort fuhr der Brite noch auf Position fünf, technische Probleme hatten ein noch besseres Ergebnis aber verhindert. In der WM-Wertung führt Rosberg mit 153 Punkten vor Hamilton (142 Punkte). Elf Rennen stehen noch aus.

Zu einer möglichen Stallorder bei Mercedes schon im kommenden Rennen am Wochenende in Silverstone wollte sich der dreimalige Weltmeister Lauda nicht äußern, dafür ergriff der frühere Ferrari-Pilot Gerhard Berger das Wort. "Es hat doch in Spielberg in der letzten Runde mächtig geknistert", sagte der Österreicher, persönlicher Berater und enger Freund von Nico Rosberg: "Und unterm Strich ist es genau das, was die Formel 1 braucht und was die Fans sehen wollen."

Um einen Zusammenstoß wie den zwischen Hamilton und Rosberg in der letzten Runde von Spielberg zu vermeiden, sei natürlich eine Teamorder unumgänglich, führte Berger weiter aus: "Dann gibt es nur eine Möglichkeit: Das Team muss in der vorletzten Runde sagen: Position halten." In dem Fall hätte Rosberg das Rennen vor Hamilton gewonnen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte in der ersten Wut nach dem Crash von Spielberg eine Teamorder in Aussicht gestellt: "Wenn die Fahrer nicht mitdenken, dann müssen wir das für sie tun. Der Erfolg des Teams steht über den Einzelinteressen."

Wolff plant laut der "Bild"-Zeitung noch für diese Woche ein Gespräch mit seinen beiden Piloten. Einer hat darauf aber wohl wenig Lust: Hamilton hat eine Aussprache mit den Worten "es gibt nichts zu diskutieren" bisher kategorisch abgelehnt.

luk/sid

insgesamt 46 Beiträge
toll_er 05.07.2016
1. im Prinzip: Ja.
"Und unterm Strich ist es genau das, was die Formel 1 braucht und was die Fans sehen wollen."" Ja, irgendwie ertappe ich mich dabei, dem zuzustimmen. Die Überlegenheit von Mercedes lässt tatsächlich [...]
"Und unterm Strich ist es genau das, was die Formel 1 braucht und was die Fans sehen wollen."" Ja, irgendwie ertappe ich mich dabei, dem zuzustimmen. Die Überlegenheit von Mercedes lässt tatsächlich klammheimliche Freude aufkommen, wenn die beiden Herren sich wie Dumm-Dumm-Geschosse verhalten.
andy2000 05.07.2016
2. Formel 1
Formel 1 ist ein Autorennen, jeder der mitfährt will gewinnen. Persönlich halte ich nicht viel von Hamilton, das ist egal. Er ist Fahrer der gewinnen möchte, genau so wie die anderen Fahrer. Dass dabei mal eine Kollision [...]
Formel 1 ist ein Autorennen, jeder der mitfährt will gewinnen. Persönlich halte ich nicht viel von Hamilton, das ist egal. Er ist Fahrer der gewinnen möchte, genau so wie die anderen Fahrer. Dass dabei mal eine Kollision vorkommt, egal. Gehört dazu. Sonst muss ein PC Spiel herhalten, da geht nichts kaputt. Es wird zu viel von den Medien aufgepustet. Die Fahrer sollen fahren, die brauchen nicht von anderen geliebt werden.
PeterPaulPius 05.07.2016
3. Egomane
Man muss sicherlich sehr auf die eigenen Interessen fokussiert sein, wenn man in der Formel 1 erfolgreich sein will. Aber das eine Automarke einen Egomanen wie Hamilton, der sein Hotelzimmer zertrümmert, als Angestellten führt, [...]
Man muss sicherlich sehr auf die eigenen Interessen fokussiert sein, wenn man in der Formel 1 erfolgreich sein will. Aber das eine Automarke einen Egomanen wie Hamilton, der sein Hotelzimmer zertrümmert, als Angestellten führt, ist nicht nachvollziehbar. Die Fahrer sind Idole auch für Jugendliche. Da tut sich Mercedes keinen Gefallen, das Image von Hamilton ist im Keller. Das Verhalten Hamiltons hat doch nichts mehr mit Sport zu tun! Weg mit dem Kerl, wenn er keinen Gesprächsbedarf sieht.
schlipsmuffel 05.07.2016
4. Hamilton
sollte endlich aus seinem Sandkasten herauskommen und erwachsen werden. Charakterliche Kinder gehören in kein F1-Auto!
sollte endlich aus seinem Sandkasten herauskommen und erwachsen werden. Charakterliche Kinder gehören in kein F1-Auto!
Pusteblume68 05.07.2016
5. Naive Vorstellung...
Wenn die wissen, dass in der letzten Runde die Stallorder kommt, dann crashen sie halt in der vorletzten Runde... Es ist ja wohl inzwischen klar, dass das auf Dauer keine gesunde Teampaarung ist, dafür will Rosberg endlich [...]
Wenn die wissen, dass in der letzten Runde die Stallorder kommt, dann crashen sie halt in der vorletzten Runde... Es ist ja wohl inzwischen klar, dass das auf Dauer keine gesunde Teampaarung ist, dafür will Rosberg endlich auch mal WM werden und Hamilton ist auch mindestens krankhaft ehrgeizig. Man könnte meinen, die schon gewonnen Titel machen ihn gelassener, aber nö...
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