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Mercedes sucht den Zweitfahrer

Nico Rosberg hat Mercedes in die Bredouille gebracht: Wer soll sein Nachfolger werden, wo doch fast alle Top-Fahrer unter Vertrag stehen? Viel spricht für Pascal Wehrlein, aber es gibt einen Geheimfavoriten.

Getty Images
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Mittwoch, 07.12.2016   17:38 Uhr

Es sind aufregende Tage für den Formel-1-Rennstall von Mercedes. Während Nico Rosberg von einer Feier zur nächsten hetzt, müssen seine ehemaligen Chefs einen Nachfolger für den Weltmeister finden. Erstaunlich ist, wie unterschiedlich die beiden Sprachrohre von Mercedes - der Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda und Motorsportchef Toto Wolff - dabei in der Öffentlichkeit agieren.

Lauda lässt keine Gelegenheit aus, Unverständnis für Rosbergs Rücktritt zu äußern. Wolff gibt sich da versöhnlicher. Lauda will die Verträge anderer Fahrer nach Klauseln durchforsten, Wolff möchte "die Verträge respektieren". Und während Lauda eine Bestrafung von Lewis Hamilton nach dessen Schleichfahrt beim letzten Rennen in Abu Dhabi ausschließt, spricht Wolff noch von anstehenden Diskussionen. Einig sind sich die beiden Österreicher immerhin beim Zeitpunkt - noch vor Weihnachten soll der neue Fahrer verpflichtet werden.

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Formel 1: Von Alonso bis Wehrlein

Zuvor müssen Lauda und Wolff, in Absprache mit Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche, eine Grundsatzentscheidung treffen.

Die Möglichkeiten im Überblick:

1. Die Weltmeister-Lösung: Vettel oder Alonso

Die kommende Formel-1-Saison ist schwer vorherzusehen. Neue Aerodynamik-Regeln und breitere Reifen lassen noch keine Schlüsse zu, ob Mercedes die im Motor begründete Dominanz wird halten können. Umso wichtiger könnte es sein, neben Instinktfahrer Hamilton einen zweiten Top-Piloten im Team zu haben, der in der strategischen Entwicklung wichtige Dinge beisteuern kann, ein Garant für Podiumsplätze ist und somit wichtige Punkte für die Konstrukteursweltmeisterschaft sammelt.

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Formel-1-Rückblick: Motzki, Massa, Mercedes

Zwei Fahrer kommen in Betracht: Sebastian Vettel und Fernando Alonso. Wolff schränkt seinen "Respekt" laufenden Verträgen gegenüber immerhin ein: "Natürlich kann es sein, dass man eine einvernehmliche Lösung mit einem anderen Team und einem anderen Fahrer findet." Nur warum sollte Ferrari einem Wechsel von Vettel zum größten Konkurrenten zustimmen? Und auch der vierfache Weltmeister selbst sieht seine Mission in Italien noch nicht als beendet an und will mit den neuen Regeln 2017 noch mal angreifen.

Leichter wäre eine Verpflichtung von Alonso, auch wenn der neue McLaren-Boss Zak Brown einen Wechsel medienwirksam ausgeschlossen hat. Da ist bei Mercedes aber vor allem noch die Erinnerung an 2007, als der Spanier in der Spionage-Affäre als Kronzeuge auftrat, seinen damaligen Rennstall McLaren-Mercedes auslieferte und das Team schon nach einem Jahr wieder verlassen musste. Wolff und Lauda waren da noch nicht bei Mercedes, Zetsche schon.

2. Die junge Lösung: Wehrlein

Deshalb wird Pascal Wehrlein von Experten wie Ex-Rennfahrer Gerhard Berger als logische Lösung bezeichnet. "Wehrlein ist der Idealkandidat", sagte Berger bei "Servus TV". Für den 22-Jährigen spricht der Mercedes-Stallgeruch, er hat für die kommende Saison noch keinen Vertrag, und auch das Talent ist nach seiner Debüt-Saison bei Manor unbestritten.

"Wenn ich eine Weihnachtswunschliste machen würde", sagte Wolff zu den Gerüchten um Wehrlein, "dann würde ich mir bei ihm noch ein Jahr oder zwei Jahre wünschen in einem Mittelfeldteam. Aber die Weihnachtswunschliste ist für mich in diesem Jahr entfallen." Lauda wiederum hält Wehrlein für zu unerfahren und spricht von einem "großen Risiko".

3. Die überraschende Lösung: Pèrez

Deshalb wird bei Mercedes über eine Idee diskutiert, die ein Mittelweg wäre und viele Gewinner hätte. Sergio Pèrez, in seinen Anfangsjahren ein undisziplinierter Paydriver, hat im vergangenen Jahr eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. Hinter den drei großen Teams war der Mexikaner als Gesamtsiebter bester Mittelfeldfahrer, stand zweimal auf dem Podium und war in den Rennen besser als Teamkollege Nico Hülkenberg.

Nun steht Pèrez ebenfalls noch bis 2017 unter Vertrag. Force India ist aber ein Mercedes-Kundenteam, hat mit Esteban Ocon bereits einen Nachwuchsfahrer der Silberpfeile unter Vertrag genommen und dürfte sich bei einer Anfrage kooperativ zeigen. Zusätzlich wäre ein Cockpit für Wehrlein frei, der dann, wie von Wolff gewünscht, in einem Mittelfeldteam landen würde. Pèrez wiederum wäre wie Wehrlein eine klare Nummer zwei, verspricht mit seiner Erfahrung aber mehr Erfolg.

Und eine Fortsetzung der erfolgreichen Jahre von Mercedes steht für Lauda und Wolff an erster Stelle.

insgesamt 22 Beiträge
Enkidu 07.12.2016
1. Nachfolger verzweifelt gesucht...
Was für ein Schwachsinn. Ein ellenlanger Artikel über... gar nix. Früher war die Formel 1 mal spannend. Heute ist es zum Heulen. Schafft das Schmierentheater endlich ab!
Was für ein Schwachsinn. Ein ellenlanger Artikel über... gar nix. Früher war die Formel 1 mal spannend. Heute ist es zum Heulen. Schafft das Schmierentheater endlich ab!
danido 07.12.2016
2.
HaHa Alonso, Danke für den Brüller.
HaHa Alonso, Danke für den Brüller.
thomasbär 07.12.2016
3. Alonso kann Psychospiele besser als Hamilton...
.....ob sich wirklich einer traut, beide nochmal ins selbe Team zu nehmen? Immerhin gab es das schon bei McLaren - mit dem Ergebnis, dass sie sich gegenseitig fertig gemacht haben und so Kimi Raikönen auf Ferrari Weltmeister [...]
.....ob sich wirklich einer traut, beide nochmal ins selbe Team zu nehmen? Immerhin gab es das schon bei McLaren - mit dem Ergebnis, dass sie sich gegenseitig fertig gemacht haben und so Kimi Raikönen auf Ferrari Weltmeister wurde. Diese Konstellation in 2017 zu wiederholen (wieder mit Raikönen als Weltmeister) wäre für die Zuschauer sicher reizvoll. Und Raikönen würde bei den Gegnern helfen, dass er gegen Psychospielen immun ist.
niska 07.12.2016
4.
Dass Wehrlein im Topauto unbedingt schlechter sein würde als Perez kann bezweifelt werden. In der DTM war er in der ersten Saison nix. Bei Aufrecht im guten Auto im 2. Jahr schon zweitbester Daimlerfahrer und im Dritten Meister. [...]
Dass Wehrlein im Topauto unbedingt schlechter sein würde als Perez kann bezweifelt werden. In der DTM war er in der ersten Saison nix. Bei Aufrecht im guten Auto im 2. Jahr schon zweitbester Daimlerfahrer und im Dritten Meister. Der Junge lernt schnell, hat ein Gefühl für das Material und ist ein Vernunftfahrer. Als Gegenpol für Lewis und klare Zwei nicht die schlechteste Lösung. Ich fänd es auch schade, wenn Daimler nächste Saison ohne deutschen Fahrer antreten würde. Für Brackley startet ja Lewis.
dr.joe.66 07.12.2016
5. falsche Frage
Warum verdienen die überhaupt etwas bzw. so viel? Na, weil genügend Menschen es toll finden, wenn Autos im Kreis fahren. Hallo? Es ist eine SHOW. Es-Ha-O-We. Wem's nicht passt, nicht mehr zuschauen. Fertig.
Warum verdienen die überhaupt etwas bzw. so viel? Na, weil genügend Menschen es toll finden, wenn Autos im Kreis fahren. Hallo? Es ist eine SHOW. Es-Ha-O-We. Wem's nicht passt, nicht mehr zuschauen. Fertig.

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