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Großer Preis von Australien

Roter Frust

Das Formel-1-Jahr beginnt, wie das Vorjahr endete: Mercedes dominiert. Sebastian Vettel und Ferrari reisten siegessicher an und haben die erste Enttäuschung eingefahren.

DIEGO AZUBEL/EPA-EFE/REX

Sebastian Vettel im Albert Park von Melbourne

Von
Sonntag, 17.03.2019   09:57 Uhr

Szene des Rennens: Dass Formel-1-Rennen oft schon am Start entschieden werden, ist eine Binsenweisheit. Die auch in der 70. Saison nach wie vor gilt. Mercedes-Pilot Valtteri Bottas war, als die grüne Startlampe im Albert Park von Melbourne aufleuchtete, gedanklich einen Wimpernschlag schneller als sein Teamkollege Lewis Hamilton, und schon hatte er den Weltmeister vor der ersten Kurve überholt. Der Sieger und der Zweite standen damit bereits fest.

Ergebnis des Rennens: Doppelsieg für Mercedes. Valtteri Bottas feierte seinen vierten Grand-Prix-Erfolg, Titelverteidiger Lewis Hamilton wurde Zweiter. Max Verstappen sicherte sich im Red Bull den dritten Podiumsplatz. Erst dahinter kamen die Ferrari von Sebastian Vettel und Charles Leclerc ins Ziel. Renault-Pilot Nico Hülkenberg konnte mit Rang sieben zufrieden sein.

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Auftakt des Rennens: Bottas vor Hamilton, so ging es nach der Startphase in die erste Runde - dahinter konnte Sebastian Vettel den Stürmer und Dränger im Feld, Max Verstappen, zunächst in Schach halten. Zunächst.

Verlauf des Rennens: Mercedes-Sportchef Toto Wolff hatte im Vorfeld gesagt, er habe nichts dagegen, wenn es "ein langweiliges Rennen mit einem Mercedes-Sieger am Ende" werden würde. Sein Wunsch wurde ihm nach Herzen erfüllt. Der Sieg des Finnen war nie gefährdet. Titelverteidiger Lewis Hamilton war anders als Bottas früh in die Boxengasse zum Reifenwechsel gegangen und konnte am Ende mit seinen abgefahreneren Reifen nicht mehr zulegen. Vettel hatte zudem im letzten Drittel Probleme mit seinem Auto. Auch er war nicht mehr in der Lage, wirklich zu beschleunigen, und musste Verstappen vorbeiziehen lassen.

Premiere des Rennens: Eine neue Saison bedeutet in der Formel 1 auch immer Neuerungen in der Technik. Die Autos gehen in diesem Jahr mit breiteren Frontflügeln an den Start. Was das gerade für das Gerangel in der Startphase bedeutet, erfuhr Daniel Ricciardo in seinem ersten Rennen bei Renault: Sein Flügel verabschiedete sich schon in der ersten Kurve.

Extra des Rennens: Und noch etwas Neues: Für die schnellste Rennrunde kassieren die Fahrer jetzt einen Sonderpunkt. Den holte sich natürlich auch Bottas. Das könnte am Ende des Jahres noch wichtig werden. Am Ende des Rennens sorgte es dafür, dass die meisten Fahrer beschleunigten, statt in den reinen Verwaltungsmodus zu schalten.

Frustrierter des Rennens: Bei den Testfahrten in Barcelona vor wenigen Wochen hatte Ferrari die Konkurrenz noch deutlich dominiert: Sebastian Vettel und sein neuer Teamkollege Charles Leclerc hatten die mit Abstand schnellsten Autos. Jeder ging im Vorfeld davon aus, dass die Roten zum Saisonstart vorne liegen würden, zumal der Kurs in Australien eine der Lieblingsstrecken des Deutschen ist. Schon im Qualifying zeigte sich dann aber ein anderes Bild: Mercedes ist schon wieder im Weltmeister-Modus.

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Comeback des Rennens: Viel ist vor dieser Saison über die Rückkehr von Robert Kubica geschrieben worden. Auch darüber, wie sinnvoll es ist, nach seinem schweren Unfall und seinen Operationen mit dem Handicap seiner nicht mehr ganz hergestellten rechten Hand wieder in ein zudem hoffnungslos unterlegenes Formel-1-Auto zu steigen. Sein erstes Rennen war sportlich denkbar unauffällig: Der Pole wurde mit seinem Williams Letzter. Aber er ist zurück.

Zitat des Rennens: "Warum bin ich nur so langsam?", fragte Sebastian Vettel sich und das Team über Funk. Eine Antwort hatten beide nicht.

Serie des Rennens: Zum achten Mal stand Lewis Hamilton in Australien nach dem Qualifying auf der Pole Position. Gewonnen hat der Weltmeister im Albert Park allerdings erst zweimal. Melbourne ist nicht seine Stadt. Und ein zweiter Platz nicht sein Anspruch.

Promi des Rennens: Als Zaungast im Albert Park in der VIP-Loge gab sich Weltenretter Sir Bob Geldof die Ehre. Der Band-Aid-Organisator wollte sich wahrscheinlich von den durchschlagenden Erfolgen der Formel 1 in Sachen Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Menschenrechte überzeugen. Die nächsten Formel-1-Rennen sind übrigens in Bahrain, Shanghai und Baku.

Erkenntnis des Rennens: Viele neue Cockpits, technische Änderungen, Extrapunkte - und am Ende sind die Hemden von RTL-Mann Kai Ebel doch wieder bunt, und Mercedes liegt vorne. Dass Spektakel hat sich die Formel 1 hoffentlich für die späteren Rennen aufbewahrt.

insgesamt 31 Beiträge
co2nogo 17.03.2019
1.
Gähn,gähn...langweilig. Für mich war es das diese Saison mi Formel 1.
Gähn,gähn...langweilig. Für mich war es das diese Saison mi Formel 1.
ausdersichtvon 17.03.2019
2. selten ist ein team
hier insbesondere Ferrari so vera***t worden Mercedes hat das sehr clever gemacht während der Testphase
hier insbesondere Ferrari so vera***t worden Mercedes hat das sehr clever gemacht während der Testphase
pirx64 17.03.2019
3.
Vettel rettet Platz 4 per Teamorder.
Vettel rettet Platz 4 per Teamorder.
banalitäter 17.03.2019
4. Langweilig
Dafür am Sonntag um 6 Uhr aufstehen und das Rennen schauen ? Nicht nochmal ...
Dafür am Sonntag um 6 Uhr aufstehen und das Rennen schauen ? Nicht nochmal ...
mr-mucki 17.03.2019
5. Langweilig
diese F1 hat ja groteske Züge angenommen. die langeweile war auch in früheren Jahren schon stark, aber die letzten Jahre toppen wirklich alles, da die Experten (TV Interessen getrieben) immer wieder Ferarri und Red Bull zu hoch [...]
diese F1 hat ja groteske Züge angenommen. die langeweile war auch in früheren Jahren schon stark, aber die letzten Jahre toppen wirklich alles, da die Experten (TV Interessen getrieben) immer wieder Ferarri und Red Bull zu hoch überlegenen Teams erklären, obwohl Mercedes bei jedem Rennen deutlich zeigt wie überlegen man ist. Spannung wird nur noch künstlich durch die Kommentatoren erzeugt, obwohl keine Spannung anwesend ist. das Produkt F1 ist am Ende, die Zuschauerzahlen zeigen dies deutlich, egal ob am TV oder bei den Rennen.

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