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Sport

Streit bei Hoffenheim

Kramaric übt scharfe Kritik an Trainer Nagelsmann

Erneut hat 1899 Hoffenheim eine Führung nicht über die Zeit gerettet. Stürmer Andrej Kramaric hat dafür eine Erklärung: Es liege auch an den Anweisungen von Trainer Julian Nagelsmann. Der Verein reagiert zurückhaltend.

Uwe Anspach DPA

Hoffenheims Torjäger Andrej Kramaric

Montag, 06.05.2019   06:45 Uhr

Hoffenheims Toptorjäger Andrej Kramaric hat seinen scheidenden Trainer Julian Nagelsmann kurz vor dessen Wechsel zum Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig ungewöhnlich scharf kritisiert. Der kroatische Fußballnationalstürmer ließ sich in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung vor allem über die vielen taktischen Umstellungen des 31-Jährigen aus.

"Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind nicht bereit dafür. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen. Das sind viele Fehler von draußen", sagte Kramaric nach dem 2:2 (1:0) am Samstag in Gladbach, bei dem die Hoffenheimer eine zweimalige Führung verspielt hatten.

"Ich liebe Julian, aber in manchen Momenten ändern wir die Systeme und brauchen drei Minuten, weil es nicht jeder Spieler versteht oder er es wegen der 50 000 Zuschauer nicht hören kann. In diesem Moment verlieren wir unseren Vorteil. Das Spiel beginnt sich zu ändern", monierte Kramaric. "Es ist das erste Mal, dass ich das sage. Ich sage nicht, dass das der einzige Grund ist. Aber es passiert zu oft, dass wir nicht bis zum Ende des Spiels überleben."

Die häufigen Positionswechsel unter Nagelsmann hat der 27-Jährige offenkundig satt: "In so vielen Spielen weiß ich in dem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin. Es ist schwer, darüber zu sprechen. Ich bin wirklich enttäuscht."

Der Verein reagierte am Vormittag zurückhaltend auf die Kritik. "Julian Nagelsmann und Andrej Kramaric haben das intern geklärt", sagte TSG-Medienchef Holger Kliem der Deutschen Presse-Agentur.

Dass sich der Coach nach dem Punktverlust vom Wochenende mit der zweiten Champions-League-Qualifikation in Folge in Richtung Leipzig verabschiedet, ist angesichts der Tabellenkonstellation nun äußerst unwahrscheinlich. Hoffenheim ist zwei Spieltage vor dem Saisonende nur noch Tabellenachter. Der DFB-"Trainer des Jahres" 2017 verlässt Hoffenheim im Sommer und hat bei den Sachsen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 unterschrieben.

aha/dpa

insgesamt 6 Beiträge
lesheinen 06.05.2019
1.
Wenn der Sturm es nicht schafft, zehn hundertprozentige Chancen zu verwerten, ist es natürlich der Trainer, der dafür verantwortlich ist. BMG - übrigens mein Lieblingsverein seit 1965 - hat es zweifellos geschafft, die [...]
Wenn der Sturm es nicht schafft, zehn hundertprozentige Chancen zu verwerten, ist es natürlich der Trainer, der dafür verantwortlich ist. BMG - übrigens mein Lieblingsverein seit 1965 - hat es zweifellos geschafft, die desolate Vorstellung von Stuttgart bei einem Heimspiel noch zu toppen. Leichter als vorgestern wird es Hoffenheim wahrscheinlich oder hoffentlich niemals mehr haben.
aurichter 06.05.2019
2. Hoho
So ist das eben, wenn ein Ex-Verein in der Endphase der Saison als Prüflabor für den neuen Verein genutzt wird. Nagelsmann ist clever. Die jetzigen Erkenntnisse weiss er dann bei RBL mit den überwiegend jungen Spielern sehr gut [...]
So ist das eben, wenn ein Ex-Verein in der Endphase der Saison als Prüflabor für den neuen Verein genutzt wird. Nagelsmann ist clever. Die jetzigen Erkenntnisse weiss er dann bei RBL mit den überwiegend jungen Spielern sehr gut zu Nutzen. Kramaric hat Recht, aber bringt jetzt mit zwei Spielen in der Saison auch nichts mehr.
Küstenfreund 06.05.2019
3.
Was Hoffenheim am Wochenende verballert hat, geht auf keine Kuhhaut. Mag sein, dass er mit seiner Kritik generell Recht hat. Aber an diesem Spieltag lag es einfach nur an der Unfähigkeit der Spieler, den Sack zu zu machen.
Was Hoffenheim am Wochenende verballert hat, geht auf keine Kuhhaut. Mag sein, dass er mit seiner Kritik generell Recht hat. Aber an diesem Spieltag lag es einfach nur an der Unfähigkeit der Spieler, den Sack zu zu machen.
sh.stefan.heitmann 07.05.2019
4. ins eigene Bein geschossen
wenn die Systemumstellung die der Trainer vorgibt nicht umgesetzt wird, ist das zu genau 0% die Schuld des Trainers. Ich lese: Wir sind zu blöd um das zu machen was der Trainer sagt
wenn die Systemumstellung die der Trainer vorgibt nicht umgesetzt wird, ist das zu genau 0% die Schuld des Trainers. Ich lese: Wir sind zu blöd um das zu machen was der Trainer sagt
sh.stefan.heitmann 07.05.2019
5.
Kramaric hat überhaut nicht recht, wenn die Mannschaft Anweisungen nicht umsetzt ist das die Unfähigkeit der Spieler, nicht des Trainers
Zitat von aurichterSo ist das eben, wenn ein Ex-Verein in der Endphase der Saison als Prüflabor für den neuen Verein genutzt wird. Nagelsmann ist clever. Die jetzigen Erkenntnisse weiss er dann bei RBL mit den überwiegend jungen Spielern sehr gut zu Nutzen. Kramaric hat Recht, aber bringt jetzt mit zwei Spielen in der Saison auch nichts mehr.
Kramaric hat überhaut nicht recht, wenn die Mannschaft Anweisungen nicht umsetzt ist das die Unfähigkeit der Spieler, nicht des Trainers

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