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Sport

Bayern vs. Freiburg

Fritz und die Flitzerin

Ein Tor und ein neuer Rekord: Bayern München hat die Pflicht zwischen den Champions-League-Festen routiniert hinter sich gebracht. Für Aufsehen sorgten ein durchdrehender Trainer, ein kleiner Schweizer und eine stürmende Frau. Alles Wichtige und Witzige im Spielfilm.

DPA
Von
Samstag, 27.04.2013   18:47 Uhr

Erste Halbzeit: Bayern in Rot von rechts nach links, die Sonne schien, es fiel insgesamt ein Tor: Shaqiri zirkelte in der 35. Minute einen Freistoß ins Tor. Die außergewöhnlich guten äußeren Bedingungen standen jedoch im krassen Kontrast zur zurückhaltenden Darbietung beider Teams.

Zweite Halbzeit: Bayern von links nach rechts, die Sonne schien weiter, doch dann passten sich auch die äußeren Bedingungen den Darbietungen der Teams an: Es regnete stark, es fiel kein Tor. Sky-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis sah das aber anders. "Tor", rief er bei einer Großchance des eingewechselten Mario Gomez. "Kein Tor", rief er kurz danach. Wir finden: Eigentor!

Mann des Spiels: Xherdan Shaqiri. Dreh- und Angelprotz der Münchner, war überall auf dem Platz zu finden und an den meisten gefährlichen Aktionen der Münchner beteiligt. Traf in der 35. Minute per Freistoß zum 1:0-Endstand, zeigte ansonsten Dribblings, Pässe, Schüsse und spektakuläre Tricks. Besonders schön seine Aktion in der 57. Minute: 20 Meter zentral vor dem Tor täuschte der Schweizer einen Schuss mit links an (wie das Arjen Robben oft macht), und schoss dann platziert mit rechts (wie das Arjen Robben selten macht).

DPA

Mittelfeldmann Shaqiri: Dreh-und Angelprotz des Spiels

Frau des Spiels: die Flitzerin. Sorgte für einen der wenigen Höhepunkte in einem schlaffen Spiel, als sie kurz vor Abpfiff leicht bekleidet über den Rasen stürmte. Konnte erst von mehreren Ordnungskräften gestoppt werden.

Zahl des Spiels: Zehn. Bayern-Trainer Jupp Heynckes veränderte seine Startelf im Vergleich zum Barcelona-Spiel auf zehn (!) Positionen - im Vergleich zur üblichen Rotation geradezu ein Durchdrehen. Jérôme Boateng war übrigens derjenige, der sich an derart viele neue Mitspieler gewöhnen musste.

Wette des Spiels: In der Woche kursierte ein Wettschein im Internet - 4:0 und 4:0 hatte jemand die beiden Champions-League-Halbfinals der deutschen Teams getippt. Fast 14.000 Euro für drei Euro Einsatz wären das gewesen, eine Quote von 1:4800, wenn, tja, wenn Real nicht dieses eine Tor geschossen hätte. Wer gegen Freiburg drei Euro auf einen Sieg der Münchner setzte, bekam drei Euro und neun Cent zurück.

Rekorde des Spiels: 84 Punkte stehen jetzt insgesamt für München zu Buche - nie hatte ein Bundesliga-Team mehr. 14 Rückrundensiege in Serie sind auch noch nie da gewesen.

Getty Images

Bayern-Jubler Can: Der Mann, der lächelte

Schauspieler des Spiels: Emre Can. Lief für Ribéry auf der linken Seite auf und wollte dem Franzosen auch in puncto Spektakel in nichts nachstehen. Ließ sich in der 35. Minute nach Shaqiris Freistoß für sein vermeintliches 1:0 feiern, "Yes, he Can", dachte man da, was für ein Kopfball, aber der junge Mann wusste es da wohl selbst schon besser, denn er grinste: Can hatte den Ball in der Luft gar nicht berührt.

Trend des Spiels: der Lupfer. In der 32. Minute lupfte Luiz Gustavo einen Pass in den Lauf von Diego Contento, der wiederum weiter zu Mandzukic lupfte, der wiederum aber nicht an den Ball kam. In der 58. Minute kam der Kroate in halblinker Position wieder in Lupferposition, lupfte aber auf die Querlatte.

Titan des Spiels: Tom Starke. Untermauerte seinen Ruf als weltbester zweiter Torwart der Bundesliga - blieb im dritten Einsatz in dieser Saison ohne Gegentor. Unterlief in der zweiten Halbzeit zwar eine Ecke, hatte aber Glück, dass Mario Gomez ihn gut vertrat. Sky-Kommentator von Thurn und Taxis verglich Starke mit einem "Fliegenfänger". Wir finden: ab in den Garten, auf den Phrasenmäher.

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