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Fußball-Bundesliga

Dortmunds B-Elf verschärft Düsseldorfer Abstiegssorgen

Gleich zehn Stammspieler schonte BVB-Coach Klopp in Düsseldorf, dennoch war sein Team deutlich überlegen. Nuri Sahin leitete den Auswärtssieg mit einem Traumtor ein. Die Fortuna war zu harmlos - und muss nun mehr denn je um den Klassenerhalt zittern.

Getty Images
Samstag, 27.04.2013   20:20 Uhr

Hamburg - Ohne zehn Stars hat Borussia Dortmund die Generalprobe vor dem Champions-League-Halbfinalrückspiel gegen Real Madrid gewonnen. In Düsseldorf siegte der BVB 2:1 (1:0), Nuri Sahin (20.) und Jakub Blaszczykowski (70.) trafen. Der Anschlusstreffer von Adam Bodzek (88.) kam zu spät. "Die Jungs haben das toll gemacht. Stolz ist das richtige Wort, weil das nicht selbstverständlich ist", lobte BVB-Trainer Jürgen Klopp die Leistung seiner Mannschaft.

Während der BVB seinen zweiten Rang festigte, hat sich Fortunas Lage im Abstiegskampf deutlich verschärft. Düsseldorf ist nun seit neun Partien ohne Sieg, vier der vergangenen fünf Spiele gingen verloren. Nach dem Augsburger Sieg am Nachmittag (3:0 gegen Stuttgart) ist der Aufsteiger als Tabellen-15. nur noch dank der besseren Tordifferenz vor dem FCA. "Wir haben wieder einen großen Fight geliefert, aber es ist wie 'Täglich grüßt das Murmeltier'", klagte Fortunas Mittelfeldspieler Axel Bellighausen über ständiges Pech.

BVB-Coach Jürgen Klopp hatte sein Team im Vergleich zum furiosen 4:1 gegen Real Madrid gleich auf zehn Positionen verändert. Drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in Madrid (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) stand allein Mats Hummels von Beginn an auf dem Feld, Lukasz Piszczek, Mario Götze und Ilkay Gündogan waren dagegen nicht mal im Kader. Robert Lewandowski, Marco Reus und Jakub Blaszczykowski saßen zunächst auf der Bank, im Tor spielte Mitch Langerak für Roman Weidenfeller.

Düsseldorf wollte den neuformierten BVB direkt überrumpeln, Bellinghausen (4.) machte aber nach einer Hereingabe von Dani Schahin eine gute Chance mit einer schlechten Ballannahme zunichte. Sechs Minuten später war dann Schahin selbst frei vor dem Tor, doch auch er konnte den Ball nicht richtig verarbeiten.

Kuba kommt in der 69. Minute - und trifft in der 70.

Anschließend verflachten die Offensivbemühungen der Fortuna, stattdessen kam Dortmund besser in die Partie. Nach einem Eckball kam Düsseldorfs Torwart Fabian Giefer (19.) raus, konnte den Ball aber nicht fangen. Mats Hummels brachte den Ball wieder vors Tor, Julian Schieber traf aber nur den Pfosten. Nur eine Minute später zielte ein Borusse dann besser: Sahin schlenzte den Ball aus gut 30 Metern über Giefer hinweg ins Tor.

Düsseldorf versuchte es weiter, ließ aber die notwendige Durchschlagskraft vermissen. Ken Ilsö (29./47.) vergab zwei gute Chancen. Die bis dato beste Möglichkeit hatte dann Andreas Lambertz (63.), der Mittelfeldspieler schoss aus kurzer Distanz aber neben das Tor.

BVB-Coach Klopp brachte dann in der 69. Minute Robert Lewandowski und Blaszczykowski in die Partie. 60 Sekunden später spielte Lewandowski auf Sahin, der legte auf Blaszczykowski ab. So konnte der polnische Nationalspieler aus kurzer Distanz das 2:0 erzielen.

Pech hatte Düsseldorf vier Minuten später, als Hummels im eigenen Strafraum den Ball mit der Hand berührte, die Fortuna aber keinen Elfmeter bekam. In der 84. Minute vergab Stefan Reisinger freistehend per Kopf, so kam der Anschlusstreffer von Bodzek vier Minuten später, ebenfalls per Kopf, zu spät. Auch, weil Langerak in der Schlussminute stark gegen Martin Latka parierte.

"Ich muss die Mannschaft loben. Sie hat mehr als unglücklich verloren. Wir brauchen im Gegensatz zur Hinrunde zu viele Torchancen. Wir müssen schnell wieder die Spiele für uns entscheiden", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner. Trainer Norbert Meier glaubt weiterhin an den Klassenerhalt: "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir mit einem guten Ergebnis nach Hause gehen."

Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
0:1 Sahin (20.)
0:2 Blaszczykowski (70.)
1:2 Bodzek (88.)
Düsseldorf: Giefer - Balogun, Latka, Malezas, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Kruse, Bellinghausen - Ilsö (64. Reisinger), Schahin
Dortmund: Langerak - Kirch, Santana, Hummels, Großkreutz - Kehl, Sahin - Hofmann (79. Reus), Leitner (69. Lewandowski), Bittencourt (69. Blaszczykowski) - Schieber
Schiedsrichter: Weiner
Zuschauer: 54.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Robbie Kruse (8), Ilsö (4), van den Bergh (3), Reisinger (3), Bodzek (7) - Schieber (3), Hummels (3)

leh/sid/dpa

insgesamt 14 Beiträge
bibberbutzke 27.04.2013
1. Recht so
Als Berliner kann ich einen Abstieg D'dorfs nur begrüssen. Recht und Gesetz muss einfach noch Geltung haben. Am besten verliert D'dorf in der Relegation gegen Köln.
Als Berliner kann ich einen Abstieg D'dorfs nur begrüssen. Recht und Gesetz muss einfach noch Geltung haben. Am besten verliert D'dorf in der Relegation gegen Köln.
pegasus2012 27.04.2013
2.
Klar, die 90 Sekunden haben es ausgemacht! In den 180 Spielminuten davor ward ihr ja sooo dominierend!
Zitat von bibberbutzkeAls Berliner kann ich einen Abstieg D'dorfs nur begrüssen. Recht und Gesetz muss einfach noch Geltung haben. Am besten verliert D'dorf in der Relegation gegen Köln.
Klar, die 90 Sekunden haben es ausgemacht! In den 180 Spielminuten davor ward ihr ja sooo dominierend!
reeps 27.04.2013
3. Hoffentlich
rächt sich der ungerechtfertigte Aufstieg in die 1. Bundesliga jetzt für die Düsseldorfer. Was dort in dem Relegationsspiel gegen die Hertha abgelaufen ist war doch nicht normal. Nein, ich schreibe nicht aus Berlin.
Zitat von pegasus2012Klar, die 90 Sekunden haben es ausgemacht! In den 180 Spielminuten davor ward ihr ja sooo dominierend!
rächt sich der ungerechtfertigte Aufstieg in die 1. Bundesliga jetzt für die Düsseldorfer. Was dort in dem Relegationsspiel gegen die Hertha abgelaufen ist war doch nicht normal. Nein, ich schreibe nicht aus Berlin.
stanislaus2 28.04.2013
4. Da hat Schaaf aber noch mal Schwein gehabt.
So hat Werder Bremen es der B-Elf von Dortmund zu verdanken, dass sie nicht in unmittelbare Abstiegsgefahr gerutscht ist. Es gibt eben noch harmlosere Mannschaften als diesen ehemaligen Deutschen Meister.
So hat Werder Bremen es der B-Elf von Dortmund zu verdanken, dass sie nicht in unmittelbare Abstiegsgefahr gerutscht ist. Es gibt eben noch harmlosere Mannschaften als diesen ehemaligen Deutschen Meister.
stanislaus2 28.04.2013
5. Verpfiffen
Ich empfand es auch als ein unmögliches Spiel, was mit Fussball in der Endphase nichts mehr zu tun hatte. Und dann hat der Schiedsrichter noch die Traute, diejenigen, die seine nicht fairen Entscheidungen kritisierten, beim [...]
Zitat von bibberbutzkeAls Berliner kann ich einen Abstieg D'dorfs nur begrüssen. Recht und Gesetz muss einfach noch Geltung haben. Am besten verliert D'dorf in der Relegation gegen Köln.
Ich empfand es auch als ein unmögliches Spiel, was mit Fussball in der Endphase nichts mehr zu tun hatte. Und dann hat der Schiedsrichter noch die Traute, diejenigen, die seine nicht fairen Entscheidungen kritisierten, beim DFB anzuschwärzen. Vielleicht war es sogar gut für Hertha. Die Mannschaft hat sich in der jetzigen Saison gut gefestigt und hat dadurch die Chance die nächste Bundesligasaison mit gereiften Talenten in der 1. Klasse zu überleben.

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