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Bundesliga-Noten

Das ist die Topelf des 13. Spieltags

Timo Werner ist in herausragender Form: Im Schnitt schießt er alle 83 Minuten ein Bundesligator. Der Leipziger steht bereits zum vierten Mal in Folge in der Topelf.

Friso Gentsch / DPA

Timo Werner: 13. Tor am 13. Spieltag

Von Tobias Escher
Dienstag, 03.12.2019   14:07 Uhr

Timo Werner trifft und trifft und trifft. Der Nationalstürmer erzielte in den vergangenen vier Bundesligaspielen sieben Tore. Mit nunmehr 13 Treffern in 13 Bundesligaspielen ist er ärgster Verfolger von Bayern Münchens Robert Lewandowski, der mit 16 Toren an der Spitze der Torjägerliste steht.

Warum trifft Werner, wie er will? Trainer Julian Nagelsmann hat ein System gebastelt, das Werners Stärken zur Geltung bringt. Werners größter Trumpf ist seine Geschwindigkeit: Hat er Tempo aufgenommen, ist er kaum mehr zu halten. Unter Nagelsmann genießt Werner mehr Freiheiten als in der Vergangenheit. Er darf sich zwischen die Abwehr- und Mittelfeldlinie des Gegners fallen lassen oder auf die Flügel ausweichen - Hauptsache, er nimmt Tempo auf. Ein typischer Spielzug: Werner erhält den Ball, spielt zu einem Kollegen und startet dann hinter die Abwehr.

Besonders das Zusammenspiel mit Christopher Nkunku, im Sommer von Paris Saint- Germain verpflichtet, funktioniert. Der Franzose hat bereits vier Treffer von Werner aufgelegt; nur Thomas Müller hat genauso viele Tore für Lewandowski vorbereitet. Werner ist aktuell Leipzigs großes Ass. Zum vierten Mal in Folge gelang dem Nationalstürmer der Sprung in die Topelf.

Fortuna Düsseldorfs Torhüter Zackary Steffen ist ebenfalls ein Dauergast in der Topelf. Nur ein Gegentor ließ er gegen Hoffenheim zu. Seine fünf Paraden hielten das Spiel offen, ehe seine Teamkollegen kurz vor Schluss das 1:1 erzielen konnten. Steffen steht damit bereits zum dritten Mal in dieser Saison in der Elf der Woche - Bestwert aller Bundesliga-Keeper.

Lange Zeit hielt Hoffenheim den Düsseldorfer Angriffsversuchen stand. Gerade Abwehrchef Kevin Vogt überzeugte: Er gewann drei seiner vier Zweikämpfe und fing zwei gegnerische Pässe ab. Bessere Balleroberungswerte wies an diesem Spieltag nur Augsburgs Tin Jedvaj auf: Er gewann beim 1:1 gegen den 1. FC Köln alle seine fünf Zweikämpfe und fing zudem fünf gegnerische Pässe ab.

Auf den Außenverteidiger-Positionen haben zwei Spieler hohe Werte erzielt, die ihre Position offensiv interpretieren. Leipzigs Nordi Mukiele bereitete beim 3:2-Erfolg in Paderborn den zweiten Treffer seines Teams vor. Auf eine direkte Torbeteiligung kam Gladbachs Ramy Bensebaini nicht. Dafür kurbelte er das Offensivspiel seines Teams beim 4:2-Sieg über Freiburg mit zwei Dribblings, einem Torschuss sowie zwei Torschussvorlagen an.

An Chancen mangelte es dem FC Bayern bei der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen wahrlich nicht. Allein Joshua Kimmich legte sieben Torschüsse für seine Kollegen auf. 90 Prozent seiner 91 Pässe kamen an. Es half nichts: Die Bayern verloren die Partie. Kimmich muss sich nichts vorwerfen lassen. Er blüht auf, seit er im zentralen Mittelfeld auflaufen darf.

Bayers Leon Bailey zeigte sich effizient: Von seinen drei Schüssen landeten zwei im Tor. Er war damit entscheidend beteiligt am überraschenden Sieg seiner Leverkusener. Gladbachs Patrick Herrmann war ebenfalls an zwei Treffern direkt beteiligt; ein Tor bereitete er vor, eins erzielte er selbst. Er war zudem in vier weitere Torgelegenheiten involviert.

Christopher Nkunku ist dieser Tage Leipzigs unbesungener Held. Sein erfrischend jugendlicher Stil passt zum Offensivfußball, den Trainer Nagelsmann nach Leipzig gebracht hat. Gegen Paderborn bereitete er nicht nur einen Treffer vor, sondern war zudem an sieben weiteren Möglichkeiten direkt beteiligt. Zudem war er fünfmal im Dribbling erfolgreich. Nkunku ist vielseitig: Das Eins-gegen-Eins beherrscht er genauso wie die punktgenaue Flanke und den genauen Torschuss.

Für Gladbachs Breel Embolo glich die zweite Hälfte gegen den SC Freiburg einem Auf und Ab. Erst erzielte den Treffer zum 2:1, dann verschoss er einen Elfmeter. Das trieb ihn offenbar erst recht an: Den dritten Gladbacher Treffer bereitete Embolo vor, den vierten erzielte er selbst. Zwei Tore und ein Assist bescheren ihm einen Topwert - trotz vergebenen Elfmeters.

RB-Stürmer Werner war zwar nicht ganz so effizient wie in den vergangenen Wochen: Ihm gelang nur ein Treffer aus vier Schüssen. Dafür bereitete er das 1:0 durch Teamkollege Patrick Schick vor. Für Werner waren es die Torbeteiligungen 17 und 18 in der Bundesliga. Im Schnitt trifft er alle 83 Minuten ins Tor. Das sind Bestwerte für den 23-Jährigen.

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