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Bundesliga-Noten

Das ist die Topelf des 29. Spieltags

Bayern München übertrumpft Borussia Dortmund - zumindest in unserer Elf der Woche. Gleich fünf Münchner sind nominiert. Timo Werner kehrt nach langer Zeit zurück, ein Hoffenheimer ist aktuell bester Verteidiger der Liga.

Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Bayern Münchens Spieler bejubeln das Tor zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung gegen Fortuna Düsseldorf. Am Ende gewannen sie 4:1.

Von Tobias Escher
Montag, 15.04.2019   11:03 Uhr

Fußball-Bundesliga

Nichts ist entschieden im Zweikampf um die 56. Bundesliga-Meisterschaft. Bayern Münchens Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt nur einen Punkt. Gefühlt klafft zwischen den Leistungen der beiden Teams aber eine größere Lücke; diese Schere trat spätestens beim 5:0-Triumph der Bayern im direkten Aufeinandertreffen offen zutage.

Auch am 29. Spieltag zeigte der Rekordmeister beim 4:1-Sieg in Düsseldorf einen souveränen Auftritt, während der BVB beim 2:1 gegen Mainz bis zur letzten Sekunde zittern musste. Diese unterschiedlichen Leistungen spiegeln sich auch in unserer Topelf wider: Gleich fünf Bayern haben es in die Elf der Woche geschafft - und gerade einmal ein Dortmunder. In der Rückrunde steht das Verhältnis an Nominierungen bei 28 zu 9.

Nun könnte man an dieser Stelle der SPIEGEL-ONLINE-Sportredaktion eine Schwäche für die Bayern unterstellen. Unsere Elf der Woche wird aber nicht von der Redaktion gewählt, sondern speist sich aus dem SPIX, unserem Tool zur statistischen Datenerhebung. Nur objektive Zahlen fließen ein - und da sind die Bayern derzeit einfach besser.

Dass der einzige Dortmunder in der Topelf ausgerechnet Roman Bürki heißt, spricht Bände. Kein Torhüter zeigte am Wochenende mehr Top-Paraden als der Schweizer. In der 87. Minute hielt er binnen drei Sekunden gleich drei Mainzer Schüsse aus kürzester Distanz. Nach dem Spiel feierte die Dortmunder Südtribüne ihn mit Sprechgesängen. Bürki mag in Topform sein; für einen Titelkandidaten ist es jedoch kein gutes Zeichen, wenn er derart abhängig ist von seinem Keeper.

Die Münchner Abwehr hingegen steht wie eine Wand. Nationalspieler Niklas Süle konnte nicht nur defensiv überzeugen, sondern auch als Passgeber. 102 seiner 107 Zuspiele fanden einen Mitspieler, darunter waren auffallend viele Vertikalpässe. Benjamin Hübner, der zweite Innenverteidiger in der Topelf, ist aktuell der formstärkste Verteidiger der Liga. Der Hoffenheimer steht bereits am dritten Spieltag in Folge in der Elf der Woche. Von seinen 69 Pässen kamen 61 an.

Die besten Außenverteidiger stammen mal wieder aus München. Bereits zum vierten Mal in dieser Saison stehen Joshua Kimmich und David Alaba gemeinsam in der Topelf. Kimmich, insgesamt bereits achtmal nominiert, erinnert mehr und mehr an Philipp Lahm in seinen besten Tagen. In Düsseldorf zog er immer wieder von der Rechtsverteidiger-Position ins Zentrum, agierte dort als zweiter Spielmacher neben Thiago. Ein Assist und sechs weitere Torschuss-Vorlagen bescheren ihm einen Bestwert von 100 in der Kategorie Spielaufbau. Alaba überzeugte mit seinem hohen SPIX im Bereich der Balleroberung.

Kevin Kampl ist so etwas wie die heimliche Führungsfigur in Leipzig: selten laut, fast nie auffällig, aber immer präsent im Spiel mit und gegen den Ball. Beim 2:0-Sieg gegen Wolfsburg trug er nicht nur die Kapitänsbinde, sondern ging auch auf dem Feld voran: Fast jeder Angriff lief über ihn, den Treffer zum 1:0 erzielte er selbst. Sein Tor schoss er mit dem linken, also dem vermeintlich schwachen Fuß. "So schlecht ist der Fuß ja gar nicht!", sagte er nach dem Spiel.

Auf den Außen sind die Bayern traditionell besonders stark. Nachdem Arjen Robben und Franck Ribéry diese Position jahrelang dominiert haben, wagt Niko Kovac nach und nach den Umbruch. Serge Gnabry und Kingsley Coman sind die neuen Stammspieler auf den Außen, nicht nur aufgrund der Verletzung von Robben. Sie zahlen das Vertrauen des Trainers mit starken Leistungen zurück. Coman traf in Düsseldorf doppelt, Gnabry erzielte einen Treffer und gewann sechs Dribblings. Derart viele erfolgreiche Dribblings konnte an diesem Spieltag sonst nur Nürnbergs Matheus Pereira vorweisen.

Neuer Trainer, neues Glück: So lautet die Hoffnung des FC Augsburg dieser Tage. Der neue Coach Martin Schmidt konnte zum Auftakt gleich einen 3:1-Sieg gegen Frankfurt verbuchen. Eine taktische Maßnahme des neuen Trainers fruchtete besonders gut: Schmidt zog Michael Gregoritsch ins Mittelfeld zurück. Von der Achter-Position stieß der Österreicher immer wieder nach vorne. Mit Erfolg: Er bereitete den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 vor und erzielte den Schlusspunkt zum 3:1 selbst.

In den ersten Wochen des Jahres 2019 wurde mehr über Timo Werners Vertragssituation gesprochen als über seine Leistungen. Im Januar und Februar erzielte er keinen einzigen Treffer. Der Knoten ist geplatzt: Seit der Länderspiel-Pause Ende Mai war Werner in vier Pflichtspielen an sechs Treffern direkt beteiligt. Gegen Wolfsburg erzielte er das 2:0. Der Lohn? Erstmals seit dem 15. Spieltag steht Werner wieder in der Topelf. Robin Quaison stand am Wochenende nur 34 Minuten auf dem Platz, das jedoch während der Sturm-und-Drang-Phase seiner Mainzer gegen den BVB in der zweiten Halbzeit. Das beschert ihm starke Werte in der Teamleistung offensiv wie defensiv. Sein Treffer zum 2:1 tat das Übrige, um ihn in die Elf der Woche zu hieven.

insgesamt 1 Beitrag
letitbe 16.04.2019
1. Deutlichkeit
Das zeigt im Moment in aller Deutlichkeit was die Souveränität des FCB betrifft und dass das 5-0 gegen den BVB auch den Unterschied aufgezeigt hat was beide Vereine leisten können! Ich hoffe der FCB wird Deutscher Meister!
Das zeigt im Moment in aller Deutlichkeit was die Souveränität des FCB betrifft und dass das 5-0 gegen den BVB auch den Unterschied aufgezeigt hat was beide Vereine leisten können! Ich hoffe der FCB wird Deutscher Meister!

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