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Bayerns 7:2 in der Champions League

Gnabrys größtes Spiel

Gnabry, Gnabry, Gnabry, Gnabry. Viermal traf der Bayern-Spieler beim Kantersieg gegen Tottenham Hotspur. Er spielte sich auf ein neues Level - und Tottenham in eine Krise.

Matthias Balk/DPA

Serge Gnabry war mit vier Toren der herausragende Mann des Abends

Von und
Mittwoch, 02.10.2019   00:24 Uhr

Der Spieler des Spiels: Nach der vergangenen Saison wurde in München darüber spekuliert, wer denn die abgewanderten Franck Ribéry und Arjen Robben ersetzen könne. Ein großer Teil der Antwort ist Serge Gnabry. Gegen Tottenham Hotspur spielte er sich auf ein neues Level und erzielte vier Tore. Dabei war er nicht bloß sensationell im Abschluss, sondern agierte auch gegen den Ball diszipliniert. Mit diesem Mann wird zu rechnen sein.

Der Spieler des Spiels II: In seinem 50. Spiel für die Bayern waren es die ersten Treffer in der Champions League für Gnabry. Ein Tordebüt, das seinesgleichen sucht. Zudem dürfte es ein persönliches Anliegen des 24-Jährigen gewesen sein, erstmals gegen Tottenham zu treffen. Für Erzfeind Arsenal machte er die ersten Schritte im Profibereich, ehe er in die Bundesliga wechselte.

Fotostrecke

Champions League: Gnabry glänzt - böses Foul an Alaba

Das Ergebnis: Viermal Gnabry, zweimal Lewandowski und einmal Kimmich. 7:2 (2:1) gewannen die Bayern bei Tottenham. Hier geht es zum Spielbericht.

Erste Hälfte: Wer nur die ersten 25 Minuten des Spiels gesehen hat, wird angesichts des Endergebnisses vermutlich aus allen Wolken fallen. Die Spurs waren die bessere Mannschaft, vor allem Tanguy Ndombélé und Son Heung-min bereiteten den Bayern große Probleme. Dementsprechend erzielte Son die verdiente Führung (12. Minute). Zwar glich Joshua Kimmich mit einem wunderschönen Schuss kurze Zeit später aus (15.), die besseren Chancen hatte dennoch Tottenham. Harry Kanes Abschluss passierte zwar Manuel Neuer, konnte aber von David Alaba geklärt werden (18.). Neuer hielt dann gegen Ndombélé (26.), Robert Lewandowskis Führungstreffer kurz vor der Pause (45.) gab den Takt für die zweite Hälfte vor.

Kühlschränke vor Zauberer: Beide Trainer entschieden sich vor der Partie für körperliche Spielertypen im Zentrum. Bei Tottenham blieb Christian Eriksen auf der Bank, bei den Bayern Thiago. Weil sich Alaba durch einen bösen Tritt von Serge Aurier verletzte, der nicht mit Rot geahndet wurde, kam Thiago nach der Pause. Kimmich rückte dafür zurück in die Verteidigung, es sollte der Anfang vom Ende der Spurs sein. Thiago machte eine klasse Partie. Auch Eriksen war nach seiner Einwechslung stark, jedoch nur in der Offensive. Einen Distanzschuss parierte Neuer sehenswert (66.). Es wäre der Anschlusstreffer zum 3:4 gewesen. Danach fand er wie seine Teamkollegen defensiv nicht statt.

Paul Childs/REUTERS

David Alaba (vorn) klärt einen Abschluss von Harry Kane

Zweite Hälfte: Es gibt wenig Worte dafür, wie unglaublich cool Gnabry vor dem gegnerischen Tor ist. Es gibt keine Worte dafür, wie schlecht Tottenham im zweiten Durchgang verteidigt hat. Obwohl Trainer Mauricio Pochettino offensiv wechselte, darf ein Vorjahresfinalist nicht so auseinanderfallen. Und das liegt weniger am Trainer als an Spielern, die sich katastrophale Fehler leisten. Wie Toby Alderweireld vor dem fünften Bayern-Tor, als er den Ball nahezu unbedrängt in den Fuß von Thiago passte.

Spurs-Debakel: Am 1. Juni standen die Spurs im Champions-League-Finale, vier Monate später haben sie eine der schlimmsten Niederlagen ihrer Klubgeschichte hinnehmen müssen. Sieben Heimgegentore - das gab es noch nie für die Nordlondoner. Ein neuer Tiefpunkt für eine wacklig in die Saison gestarteten Mannschaft, die zuletzt durch eine Niederlage gegen einen Viertligisten im League Cup auffällig wurde. Pochettino wird sein Team aufrichten und an die vergangene Saison erinnern müssen: Damals lagen die Spurs nach dem dritten Spieltag der Gruppenphase mit nur einem Punkt schon sechs Zähler hinten dem Zweiten - und erreichten doch noch die K.-o.-Runde mit bekanntem Ausgang.

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Freudenblutgrätsche: Beim gemeinsamen Jubel nach Schlusspfiff hatte der Spieler des Spiels Glück, einer langwierigen Verletzung zu entgehen. Abwehrmann Niklas Süle setzte im Überschwang zu einer gewaltigen Blutgrätsche an, die den Vierfachtorschützen von den Beinen holte. Zum Glück für Süle stand Gnabry umgehend wieder auf - er hätte sich sonst einen festen Platz in den Fußballgeschichtsbüchern für die dümmste Verletzung eines Mitspielers ever gesichert.

Tottenham Hotspur - Bayern München 2:7 (1:2)
1:0 Son (12.)
1:1 Kimmich (15.)
1:2 Lewandowski (45.)
1:3 Gnabry (53.)
1:4 Gnabry (55.)
2:4 Kane (60. Foulelfmeter)
2:5 Gnabry (83.)
2:6 Lewandowski (87.)
2:7 Gnabry (88.)
Tottenham: Lloris - Aurier, Alderweireld, Vertonghen, Rose - Sissoko, Winks (81. Lamela), Ndombélé (64. Eriksen) - Dele (71. Lucas Moura) - Kane, Son
Bayern München: Neuer - Pavard, Boateng (72. Martínez), Süle, Alaba (46. Thiago) - Kimmich, Tolisso - Coman (71. Perisic), Coutinho, Gnabry - Lewandowski
Schiedsrichter: Clément Turpin (Frankreich)
Gelbe Karten: Ndombélé, Kane / Gnabry
Zuschauer:
60.127

insgesamt 53 Beiträge
25alex67 02.10.2019
1. Was für ein begeisterndes Spiel
Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen, 7:2, ein Witz. Andererseits - warum denn nicht? Nach 30 Minuten konnten die Bayern froh sein, nicht schon drei Dinger kassiert zu haben. Aber: Hatten sie halt nicht. Wegen Neuer. Und [...]
Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen, 7:2, ein Witz. Andererseits - warum denn nicht? Nach 30 Minuten konnten die Bayern froh sein, nicht schon drei Dinger kassiert zu haben. Aber: Hatten sie halt nicht. Wegen Neuer. Und dann haben sie ernst gemacht. Ich bin ehrlich beeindruckt und erfreut, wie sie das gespielt haben. Zunehmend souverän und selbstbewusst, mannschaftsdienlich und mit einem heute überragenden Gnabry. Niemand wird erwarten, dass das so weitergeht, ein 7:2 in London ist ein unwirkliches Zufallsergebnis, aber sie haben sich das zweifellos verdient. Das Ergebnis selbst wird einmalig bleiben, wie weiland das 7:1 gegen Brasilien. Das war ein historischer Auftritt, und ich bin erfreut, ihn gesehen zu haben. Ob die Bayern deshalb gegen Hoffenheim gewinnen - keine Ahnung. Heute, in der CL, haben sie gezeigt, wo der Barthel den Most holt. Chapeau.
25alex67 02.10.2019
2. ach so...
... warum die Aktion gegen Alaba nicht Rot war versteht wahrscheinlich nur der Schiedsrichter. Kann mir keiner sagen, dass diese Aktion unvermeidlich war. Was. hat der VAR derweil gemacht? In der Nase gebohrt? Seine baldrianpillen [...]
... warum die Aktion gegen Alaba nicht Rot war versteht wahrscheinlich nur der Schiedsrichter. Kann mir keiner sagen, dass diese Aktion unvermeidlich war. Was. hat der VAR derweil gemacht? In der Nase gebohrt? Seine baldrianpillen geschluckt aus Sorge vor dem Heimpublikum. Deswegen war er vermutlich auch noch sediert, als die Spurs Coman von den Beinen geholt haben und es keinen Elfer gab. Ich will nicht klagen, 7:2 ist unwirklich genug. Aber da war auch noch zweimal Glück im Spiel. Zu zehnt? Plus Elfer? Wahrscheinlich seh ich das falsch und die Bayern waren im Glück. Keep on rocking in a free world.
shrufu 02.10.2019
3.
Der Spiegel live Kommentator hat sich tatsächlich dazu hinreißen lassen Gnabry den besten Spieler der Welt zu nennen.. Hoeneß droht mit Abzug aller Nationalspieler.. Respekt an die Spieler.. und wirklich nur die Spieler.
Der Spiegel live Kommentator hat sich tatsächlich dazu hinreißen lassen Gnabry den besten Spieler der Welt zu nennen.. Hoeneß droht mit Abzug aller Nationalspieler.. Respekt an die Spieler.. und wirklich nur die Spieler.
gibmichdiekirsche 02.10.2019
4.
Das nennt man wohl eine Demonstration der Stärke, angesichts deren man der Bayern-Mannschaft Respekt zollen muss, zumal die Spurs ja nun mal kein Fallobst sind. Bei dem, was ich gesehen habe, wundert es mich, wie hoch die [...]
Das nennt man wohl eine Demonstration der Stärke, angesichts deren man der Bayern-Mannschaft Respekt zollen muss, zumal die Spurs ja nun mal kein Fallobst sind. Bei dem, was ich gesehen habe, wundert es mich, wie hoch die Engländer zu pressen versuchten, damit auch anfangs einiges erreichten, dann aber je länger je öfter ins offene Messer liefen und sich irgendwann ganz aufgaben (und die Zuschauer wohl ganz mit). Diese Selbstaufgabe war besonders schwach und eines gestandenen PL-Teams nicht würdig. Bayern hat diese Gruppe nun ziemlich sicher in der Tasche, zumal der direkte Vergleich mit Tottenham auch klar ist. Ich bin gespannt, ob Pocchetino dieses Debakel in Amt und Würden überstehen wird, glaube es eher nicht, verstehe auch nicht, warum seine anfänglich eingeschlagene Marschroute schließlich so scheiterte. Da offenbarten sich doch einige eklatante Schwächen des letztjährigen Finalisten.Das können die Londoner besser, was aber die sehr beachtliche Leistung der Bayern-Elf nicht schmälern soll.
Nonvaio01 02.10.2019
5. endlich hat der FCB seine vielen chancen genutzt
chancen hatte der FCB ja immer geung in jedem spiel, nur nie reingemacht. Diesmal haben Sie es besser gemacht. Vor allem die technik bei jedem schuss war schon klasse. Gnarby hat Weltklasse gespielt, und wenn man so eine leistung [...]
chancen hatte der FCB ja immer geung in jedem spiel, nur nie reingemacht. Diesmal haben Sie es besser gemacht. Vor allem die technik bei jedem schuss war schon klasse. Gnarby hat Weltklasse gespielt, und wenn man so eine leistung sieht hat sich die Mueller frage eh erledigt. Coman, Gnarby, Lewa und PC...das passt schon sehr gut. Pavard ist wesentlich besser auf Links, das konnte man sehen nach der Alaba auswechslung. Es ist aber gut zu sehen das der FCB jede menge optionen hat, da sind viele verschieden einsetztbar. Ein super spiel....

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2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
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2001 FC Bayern München
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