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Sport

Steuerhinterziehung

Ronaldo akzeptiert Bewährungsstrafe - und muss knapp 19 Millionen Euro zahlen

Cristiano Ronaldo ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe und einer Millionenzahlung verurteilt worden. Der Juve-Star hat das Urteil akzeptiert. Kritik gibt es von einem Steuerexperten.

AFP

Cristiano Ronaldo

Dienstag, 22.01.2019   11:00 Uhr

Der portugiesische Fußballstar Cristiano Ronaldo hat eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung akzeptiert. Der Angreifer von Juventus muss zudem 18,8 Millionen Euro zahlen. Der Deal war bereits im Vorfeld der Gerichtsverhandlung am Dienstag ausgearbeitet worden - der Termin galt als Formsache.

Ronaldo wird vorgeworfen, in seiner Zeit bei Real Madrid Einnahmen aus Bild- und Werberechten über ein ausgedehntes Firmennetzwerk mit Sitzen unter anderem auf den British Virgin Islands und in Irland an der Steuer vorbeigeschleust zu haben. Den Fall hatte der SPIEGEL gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) im Rahmen der Football-Leaks-Veröffentlichungsserie öffentlich gemacht. 2017 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Fußballer erhoben.

An dem Steuerdeal für Ronaldo gibt es Kritik: Der Präsident des Verbandes der Steuerexperten des spanischen Finanzministeriums, Carlos Cruzado, sagte dem SPIEGEL, dass er angesichts der Vereinbarung, die Ronaldos Anwälte mit den Behörden getroffen haben sollen, nachvollziehen könne, dass "Bürger das Gefühl haben, dass solche Vergehen nicht ausreichend bestraft werden".

Preisabfragezeitpunkt:
09.09.2019, 13:49 Uhr
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Nach Cruzados Schätzung wird durch die Vereinbarung die hinterzogene Summe von 14,7 Millionen Euro auf 5,7 Millionen heruntergerechnet, für Cruzado ein Beispiel, "welche exzessiven Vorteile das Strafrecht in solchen Fällen einräumt" - zugunsten der Täter. An sich, so moniert Cruzado, hätte Ronaldo eine Strafe von mindestens sieben Jahren Haft und eine Strafzahlung von mehr als 28 Millionen Euro erwarten können.

bka/Reuters

insgesamt 34 Beiträge
masskrugstemmer 22.01.2019
1. Wer hat was anderes erwartet???
Als normaler Bürger wird das Gefühl nur verstärkt, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Aber mal ehrlich, konnte man was anderes erwarten? Selbst wenn Ronaldo nichts von dem Geschiebe wußte, so hat er doch die Erklärung [...]
Als normaler Bürger wird das Gefühl nur verstärkt, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Aber mal ehrlich, konnte man was anderes erwarten? Selbst wenn Ronaldo nichts von dem Geschiebe wußte, so hat er doch die Erklärung unterschrieben und sollte auch für das Vergehen haften. Aber so ist das halt, was will man tun.
syt 22.01.2019
2. Ich denke ,
er selbst hatte diese Steuerschlupflöcher von Steuerberatern bekommen,und hat sie nur abgenickt,diese dann, so zu umgehen ? Wird er ,denke ich ,nicht noch mal versuchen ?
er selbst hatte diese Steuerschlupflöcher von Steuerberatern bekommen,und hat sie nur abgenickt,diese dann, so zu umgehen ? Wird er ,denke ich ,nicht noch mal versuchen ?
Alias iacta sunt 22.01.2019
3. Schlimm ist, dass Superreiche auch noch steuern hinterziehen
und dann auch noch mit Bewährung wegkommen. Ich glaube noch schlimmer sind die, die die Steuerhinterziehung ermöglichen. Bzw. alle Hebel auf die richtige Position halten, dass es möglich wird und bleibt. Hat Frau Merkel, [...]
und dann auch noch mit Bewährung wegkommen. Ich glaube noch schlimmer sind die, die die Steuerhinterziehung ermöglichen. Bzw. alle Hebel auf die richtige Position halten, dass es möglich wird und bleibt. Hat Frau Merkel, Herren Schäuble, Juncker, Draghi,... etwas wirksames unternommen , um Steuertricks auszuschliessen?
timdreher1978 22.01.2019
4.
Und warum sollte dann der "kleine Mann" Steuerehrlichkeit üben?
Und warum sollte dann der "kleine Mann" Steuerehrlichkeit üben?
casparman 22.01.2019
5. Wäre ich Uli Hoeneß...
... dann käme ich mir jetzt echt verars... vor und würde alle Hebel in Bewegung setzen, wenn nötig vor dem Europäischen Gerichtshof, damit der Penner einsitzt!!! Unser eins käme unter 10 Jahren Knast nicht davon, Frechheit!!!
... dann käme ich mir jetzt echt verars... vor und würde alle Hebel in Bewegung setzen, wenn nötig vor dem Europäischen Gerichtshof, damit der Penner einsitzt!!! Unser eins käme unter 10 Jahren Knast nicht davon, Frechheit!!!

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