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Sport

Nach Rücktritt des Präsidenten

DFB-Ethikkommission beschäftigt sich mit Grindel

Nachspiel für Reinhard Grindel: Mit seinem Rücktritt als DFB-Präsident ist die Angelegenheit für ihn noch nicht erledigt. Die Ethikkommission des Verbandes befasst sich in der nächsten Woche mit dem Fall.

Kai Pfaffenbach REUTERS

Muss Reinhard Grindel jetzt auch noch Geld zurückzahlen?

Donnerstag, 04.04.2019   09:45 Uhr

Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will am kommenden Mittwoch zu den Vorwürfen gegen den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel beraten. Der kommissarische Vorsitzende Nikolaus Schneider sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", das Gremium werde sich am 10. April "mit der Berichterstattung über Herrn Grindel beziehungsweise den daraus entstehenden Fragen" beschäftigen. Die Kommission werde dann entscheiden, ob und wenn ja wie sie in der Sache weiter vorgehen werde. Weitere Vorwürfe seien der Kommission nicht bekannt.

Grindel war am Dienstag zurückgetreten und hatte dabei die Annahme einer Uhr bestätigt, deren Wert er mit rund 6000 Euro angab. Die Uhr sei ein Geschenk des früheren ukrainischen Verbandschefs Grigori Surkis gewesen. Über den Sitzungstermin der Ethikkommission hatte auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Nach Informationen der "FAZ" soll der DFB prüfen, ob er Vergütungen von Grindel für sein Aufsichtsratsmandat bei der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 zurückfordern kann. Im Raum steht eine Summe von 78.000 Euro. Grindel hatte sich in seiner Rücktrittserklärung dazu ebenso nicht geäußert wie zu seinen Mandaten bei den internationalen Verbänden Fifa und Uefa. Sie sind nicht an das Präsidentenamt beim DFB gebunden.

Der Weltverband Fifa erklärte dem Bericht zufolge, Grindel habe die Annahme des Uhren-Geschenks gemeldet. "Ich gehe davon aus, dass alle drei Organisationen - DFB, Uefa und Fifa - mögliche Verstöße von Herrn Grindel gegen die jeweiligen Ethikregeln prüfen werden", sagte Hans-Joachim Eckert, bis Mai 2017 Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Fifa-Ethikkommission war.

aha/dpa

insgesamt 13 Beiträge
rainer-rau 04.04.2019
1.
"DFB" und "Ethik" in einem Wort - die Technologie ist schon sehr leistungsfähig.
"DFB" und "Ethik" in einem Wort - die Technologie ist schon sehr leistungsfähig.
telarien 04.04.2019
2. Echt jetzt?
Der DFB hat eine Ethik-Kommission? Klingt wie eine Pazifismus Arbeitsgruppe bei den Hells Angels.
Der DFB hat eine Ethik-Kommission? Klingt wie eine Pazifismus Arbeitsgruppe bei den Hells Angels.
martin.hansen 04.04.2019
3. nicht geeignet
Wenn jemand mit den entsprechenden Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA so ein Uhrengeschenk annimmt und es auch noch herumzeigte, dann ist man wirklich sprachlos. Dies ist nicht nur unmoralisch und ohne jedes Feingefühl, [...]
Wenn jemand mit den entsprechenden Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA so ein Uhrengeschenk annimmt und es auch noch herumzeigte, dann ist man wirklich sprachlos. Dies ist nicht nur unmoralisch und ohne jedes Feingefühl, sondern lässt auch an der Amtseignung zweifeln. Der Rücktritt war unausweichlich. Hoffentlich findet der DFB jetzt einen Präsidenten, der mehr Ausstrahlung hat, wirklich Ahnung vom Fußball hat und sich für das Amt als geeignet erweist.
In Kognito 04.04.2019
4. "Ethik"-Kommission?-Zollfahndung und Finanzamt!
Nach eigenen Angaben hat er die Uhr in Genf (nicht EU-Land) bekommen. Da die sicher nicht wie eine 100 CHF-Swatch-Uhr aussah, hätte er sie bei der Einreise nach D verzollen müssen. = Steuerstraftat. Da hilft auch eine [...]
Zitat von martin.hansenWenn jemand mit den entsprechenden Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA so ein Uhrengeschenk annimmt und es auch noch herumzeigte, dann ist man wirklich sprachlos. Dies ist nicht nur unmoralisch und ohne jedes Feingefühl, sondern lässt auch an der Amtseignung zweifeln. Der Rücktritt war unausweichlich. Hoffentlich findet der DFB jetzt einen Präsidenten, der mehr Ausstrahlung hat, wirklich Ahnung vom Fußball hat und sich für das Amt als geeignet erweist.
Nach eigenen Angaben hat er die Uhr in Genf (nicht EU-Land) bekommen. Da die sicher nicht wie eine 100 CHF-Swatch-Uhr aussah, hätte er sie bei der Einreise nach D verzollen müssen. = Steuerstraftat. Da hilft auch eine Rückgabe nicht. Gleiches Recht für ALLE.
Justitia 04.04.2019
5.
Grindel hat keine "entsprechende" Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA. Er war vor seiner Präsidentenzeit Journalist, Bundestagsabgeordneter und von 2013 bis 2016 Schatzmeister beim DFB. Irgendwelche Verfehlungen [...]
Zitat von martin.hansenWenn jemand mit den entsprechenden Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA so ein Uhrengeschenk annimmt und es auch noch herumzeigte, dann ist man wirklich sprachlos. Dies ist nicht nur unmoralisch und ohne jedes Feingefühl, sondern lässt auch an der Amtseignung zweifeln. Der Rücktritt war unausweichlich. Hoffentlich findet der DFB jetzt einen Präsidenten, der mehr Ausstrahlung hat, wirklich Ahnung vom Fußball hat und sich für das Amt als geeignet erweist.
Grindel hat keine "entsprechende" Vorgeschichten bei DFB, UEFA und FIFA. Er war vor seiner Präsidentenzeit Journalist, Bundestagsabgeordneter und von 2013 bis 2016 Schatzmeister beim DFB. Irgendwelche Verfehlungen oder entsprechende Vorwürfe aus der Zeit vor 2016 wären mir neu.

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