Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Europa-League-Finale

Arsenal reist ohne Mkhitaryan nach Baku

Der FC Arsenal verzichtet beim Europa-League-Finale in Baku auf Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier bleibt wegen des Konflikts seines Heimatlands mit Aserbaidschan in London.

Hannah McKay REUTERS

Henrikh Mkhitaryan

Dienstag, 21.05.2019   13:28 Uhr

Der FC Arsenal verzichtet beim Europa-League-Finale in Baku wegen Sicherheitsbedenken auf seinen armenischen Offensivspieler Henrikh Mkhitaryan. Das gaben die Gunners bekannt. Grund für die Sorge vor dem Endspiel in der aserbaidschanischen Hauptstadt gegen den englischen Ligakonkurrenten FC Chelsea (29. Mai) ist der Grenzkonflikt zwischen den beiden Ländern um die Region Berg-Karabach.

"Wir sind sehr enttäuscht, mitteilen zu müssen, dass Henrikh Mkhitaryan nicht mit der Mannschaft zum Europa-League-Finale gegen Chelsea reisen wird", hieß es in der Arsenal-Mitteilung: "Wir haben alle Optionen geprüft, nach einer Diskussion mit Micki und seiner Familie aber gemeinsam entschieden, dass er nicht mitreisen wird." Der Klub hatte die Uefa bereits vor Wochen um Garantien gebeten und dem europäischen Verband seine schweren Bedenken dargelegt.

In dieser Saison spielten die Londoner in der Gruppenphase bereits in Aserbaidschan gegen Qarabag Agdam, verzichteten beim Auswärtsspiel (3:0) wegen des Konflikts jedoch auf den früheren Dortmunder. Auch 2015, als Mkhitaryan noch beim BVB unter Vertrag stand, ließ der Bundesligist den 30-Jährigen beim Auswärtsspiel bei FK Qäbälä zu Hause.

Der Grenzkonflikt um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten und hat laut den Vereinten Nationen mehrere Zehntausend Todesopfer gefordert, immer wieder ist es noch zuletzt zu Gewaltausbrüchen gekommen. Im Vorjahr eskalierte die Lage erneut, beide Seiten standen kurz vor kriegerischen Auseinandersetzungen. Beide Seiten sind zutiefst verfeindet, es gibt keine diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Das Außenministerium von Aserbaidschan hatte auf Arsenals Bedenken hin mitgeteilt, dass Mkhitaryan in Baku spielen könne. Eine Sprecherin sagte: "Aserbaidschan war schon für viele Sportveranstaltungen Gastgeber, und Sportler aus Armenien haben daran teilgenommen. Sport und Politik sind zwei unterschiedliche Dinge."

Tatsächlich ist es fraglich, ob Mkhitaryan in Baku mit Angriffen auf seine Person rechnen müsste. Immerhin gehört es zur Strategie Aserbaidschans, sich in der westlichen Welt mit perfekt organisierten Sportereignissen zu präsentieren.

krä/sid

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Europa-League-Sieger seit 1989

Jahr Verein
2018 Atlético Madrid
2017 Manchester United
2016 FC Sevilla
2015 FC Sevilla
2014 FC Sevilla
2013 FC Chelsea
2012 Atlético Madrid
2011 FC Porto
2010 Atlético Madrid
2009 Schachtar Donezk
2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel

bis einschl. der Saison 2008/2009 "Uefa Cup"

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP