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Sport

Spitzenspiel der Bayern gegen Dortmund

Dienst nach Vorschrift reicht

Das Spiel gegen Borussia Dortmund wird entscheiden, ob Hansi Flick Bayern-Cheftrainer bleibt. Dafür ist nicht einmal eine Gala-Vorstellung nötig.

Sven Hoppe/dpa

Bei Bayern derzeit für die Tore zuständig: Robert Lewandowski

Von Christoph Leischwitz, München
Freitag, 08.11.2019   19:47 Uhr

Über die Vergangenheit gibt Hans-Dieter Flick bereitwillig Auskunft. Lächelnd redet er zum Beispiel darüber, dass die Vertragsverhandlungen "relativ schnell erledigt" waren damals, als Uli Hoeneß anrief, anno 1984, um ihn vom SV Sandhausen zum FC Bayern zu locken. Mit Auskünften über die Zukunft ist das etwas anders.

"Die Zukunft, das ist ja dann nach Samstag", sagte der 54-Jährige am Freitagmittag. Mit anderen Worten: Am Samstag nach dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: Sky) gibt es eine Art neue Gegenwart. Und vorher mache es keinen Sinn, das Chef-Thema mit ihm zu behandeln. "Der FC Bayern, der wird seine Entscheidungen treffen", sagte Flick auf die Frage, ob sich sein Status von Interims- auf Cheftrainer ändern könnte.

Alexander Hassenstein / POOL / AFP

Gegenwartstrainer: Hans-Dieter Flick

Es ist im Moment davon auszugehen, dass Anfang kommender Woche auch jegliche Vertragsänderungen "relativ schnell erledigt" sein werden. Nach allem, was in den vergangenen Tagen passiert ist, sieht das Szenario kurz vor der richtungsweisenden Partie so aus: Flick hat durchaus Lust auf die Chefrolle. Und sollten er und die von ihm ausgewählte Startelf die Klub-Oberen nicht komplett vergraulen, wird er auch für länger Verantwortung übernehmen dürfen. Bis zur Winterpause, vielleicht sogar bis zum Sommer.

Flick darf sich Chancen ausrechnen

Aktuell wird Flick schon einmal signalisiert, dass er sich Chancen ausrechnen darf. Verglichen mit Sonntag, als Niko Kovac nach langen Diskussionen doch noch zurücktrat oder vielleicht doch eher gegangen wurde, hat sich das Kandidatenfeld nämlich deutlich verkleinert: Ralf Rangnick hat abgesagt, Arsène Wenger wurde recht deutlich mitgeteilt, dass er sich gar nicht erst hätte ins Gespräch bringen müssen. Die Diskussion über weitere, aktuell vereinslose Trainer, die zur Verfügung stünden, ist seit dem Sieg gegen Olympiakos Piräus merklich abgeflaut, auch wenn dieser Erfolg recht schmucklos daherkam und eigentlich selbstverständlich war.

Hoeneß hatte nach diesem 2:0-Sieg nichts gesagt, er gab allerdings zu verstehen, dass er gut gelaunt war. Flick selbst, aber auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic, lobten die defensive Stabilität gegen den griechischen Außenseiter. "Ich hab's nicht ganz verstanden", sagte der Gegenwart-Trainer über die Pfiffe im Stadion und die negative Berichterstattung. Immerhin habe er ja einen klaren Auftrag mit auf den Weg gegeben, und dieser lautete eben nicht: Feuerwerk. Das Münchner Publikum sei freilich "in den letzten Jahren schön verwöhnt worden" mit Offensivspektakel. Da wieder hinzukommen, das gehe aber "nicht von heute auf morgen". Defensive Stabilität sei erst einmal das oberste Gebot.

Und so ist Flick in diesen Tagen vor allem um Normalität bemüht. Dass Spieler wie Philippe Coutinho und Thiago, die gegen Piräus auf der Bank saßen, sauer sind? "Normal." Dass die Fans mehr Tore erwarten? "Normal."

Spektakel? Warum, wenn auch Dienst nach Vorschrift reicht

Der langjährige Co-Trainer Flick, der bis 2005 Cheftrainer des damaligen Drittligisten TSG Hoffenheim war, hört sich nicht so an, als ob er gerade Poker spielt und "all in" gehen wollte. Wozu auch, wenn man seine Ziele mit viel weniger Risiko erreichen kann.

Ein Beispiel für seine Bedächtigkeit ist kurioserweise der Einsatz eines Youngsters, dem er eine wichtige Rolle in der Viererkette zuweist: Alphonso Davies habe seine Sache als Linksverteidiger gut gemacht, lobte Flick am Mittwochabend. Offensiv sei zwar "noch Luft nach oben" gewesen. Aber eigentlich hatte der 19-jährige Kanadier, der im DFB-Pokal beim VfL Bochum ein Eigentor erzielte, in erster Linie die Vorgaben umgesetzt.

AFP

Gegen Piräus das Vertrauen bekommen: Alphonso Davies

Es gibt nicht mehr als zwei Möglichkeiten: Nach dem Spiel gegen Dortmund werden die Bayern mit Flicks Arbeit zufrieden sein - oder eben nicht. Im zweiten Fall geraten Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Salihamidzic gleich wieder unter Zeitdruck, wenngleich die Länderspielpause den Handlungsspielraum ein wenig erweitert. Sollten sie aber zufrieden sein, dann sieht alles erst einmal nach einer mittelfristigen Verpflichtung aus. Kandidaten wie Erik ten Hag oder Thomas Tuchel könnten sich ab dem kommenden Sommer vielleicht doch dafür begeistern, nach München zu kommen.

Ob sich aber auch ein erfolgreicher Cheftrainer Flick vorstellen könnte, ein Interimstrainer für sieben Monate zu sein? Das ist für den Moment zu viel Zukunft auf einmal.

insgesamt 6 Beiträge
hileute 08.11.2019
1. Erwartungen anpassen
wenn nicht 5:0 wie in den letzten Jahren, sondern nur 1:0 gegen den BVB gewonnen wird ist das ja auch nicht schlimm, die Ergebnisse müssen passen, die Schönheit kommt mit der Zeit dann von selbst
wenn nicht 5:0 wie in den letzten Jahren, sondern nur 1:0 gegen den BVB gewonnen wird ist das ja auch nicht schlimm, die Ergebnisse müssen passen, die Schönheit kommt mit der Zeit dann von selbst
Abel Frühstück 08.11.2019
2.
Zuletzt war der BVB noch bei jeder Herbstkrise der Bayern der geeignete Aufbaugegner. Insofern erwarte ich keinen leichten Sieg für die Borussen - oder überhaupt einen. Für Flick ist jedes Ergebnis egal. Verliert er, wird er [...]
Zuletzt war der BVB noch bei jeder Herbstkrise der Bayern der geeignete Aufbaugegner. Insofern erwarte ich keinen leichten Sieg für die Borussen - oder überhaupt einen. Für Flick ist jedes Ergebnis egal. Verliert er, wird er das gegen einen öffentlich ausgerufenen Titelkonkurrenten tun dürfen, denn er ist nicht lange am ruer und die Mannschaft im Umbruch. Gewinnt er, hat er eh alles richtig gemacht. Als BVB-Fan wäre ich mit einem 2:2 zufrieden.
halverhahn 09.11.2019
3. Sachlicher und guter Artikel!
Hebt sich angenehm von den anderen Artikel hervor, die jetzt schon den totalen sportlichen Super-GAU beim FCB ausgerufen haben. Letztlich ist nämlich sportlich BIS JETZT noch nix Schlimmes bei den Roten passiert. Sind noch in [...]
Hebt sich angenehm von den anderen Artikel hervor, die jetzt schon den totalen sportlichen Super-GAU beim FCB ausgerufen haben. Letztlich ist nämlich sportlich BIS JETZT noch nix Schlimmes bei den Roten passiert. Sind noch in allen Wettbewerben bzw "Rennen" vertreten, inkl BuLi-Meisterschaft. Einzig was man derzeit sagen kann... Bayern ist gerade ganz ganz ganz leicht angeknockt. Gewinnt der BVB, dann kommt danach erst richtig mal Dampf auf den Kessel in München. Gewinnt Bayern, dann ist alles wieder guat. Ich hoffe, dass Dortmund gewinnt lol
stoffi 09.11.2019
4. Fakt ist doch
bei diesem Spiel ist es wie bei Pokalspielen, sie haben ihre eigenen Gesetze und das gilt auch hier. Egal wie beide Teams bisher aufgetreten sind, daraus kann mann nichts ableiten.
bei diesem Spiel ist es wie bei Pokalspielen, sie haben ihre eigenen Gesetze und das gilt auch hier. Egal wie beide Teams bisher aufgetreten sind, daraus kann mann nichts ableiten.
ossibomber 09.11.2019
5. naja...
.... bayern spielt schlecht und der bvb gut. abstand 1 punkt. letzte saison bayern schlecht bvb gut abstand am 12. spieltag 9 punkte. jetzt mal sehen was passiert wenn bayern wieder gut spielt
.... bayern spielt schlecht und der bvb gut. abstand 1 punkt. letzte saison bayern schlecht bvb gut abstand am 12. spieltag 9 punkte. jetzt mal sehen was passiert wenn bayern wieder gut spielt

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