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Sport

RB gegen Bayern

Das Wunder von Leipzig

Der FC Bayern war über weite Strecken des Spiels seinem Gegner RB Leipzig hoch überlegen, aber am Ende trennten sich beide Teams dann doch unentschieden. Wie um Himmels willen konnte das denn passieren?

Foto: Ronny Hartmann/AFP
Von
Samstag, 14.09.2019   21:51 Uhr

Szene des Spiels: Die allerletzte der gesamten Partie. Joshua Kimmich schlenzte einen Freistoß in der 92. Minute in den Leipziger Strafraum, Niklas Süle erwischte die Hereingabe mit dem Kopf, irgendwie bekam RB-Torwart Peter Gulacsi noch die Hand an den Ball, der streifte den Pfosten und trudelte ins Toraus. Mehr Symbolik für das Leipziger Glück und die Bayern-Ausbeute an diesem Abend konnte nicht geliefert werden.

Ergebnis des Spiels: 1:1. So stand es auch schon zur Pause nach Treffern von Robert Lewandowski (3. Minute) und Emil Forsberg (Foulelfmeter, 45.+3). Besonders wie dieses Resultat in den ersten 45 Minuten zustande kommen konnte, wird die Wissenschaft noch jahrelang beschäftigen. Der Spielverlauf kann hier nachgelesen werden.

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Fußball-Bundesliga: Das Remis im Spitzenspiel in Bildern

Die erste Halbzeit: Nach 70 Sekunden schickte Thomas Müller (ja, der stand in der Startelf) Lewandowski auf die Reise, und der tat, was er kann. Er machte ganz cool das 1:0. Was dann folgte, war die totale Dominanz, 45 Minuten lang wahrscheinlich der beste Fußball, den es unter Niko Kovac beim FC Bayern gab. Ein Klassenunterschied, und das ist nicht übertrieben. Aber als es kurz vor der Pause immer noch nur 1:0 stand und den Bayern ein gepfiffener Elfmeter (zu Recht) vom Videoschiedsrichter wieder weggenommen wurde, wuchs eine leise Ahnung. Die sich in der 45. Minute bestätigte: RB bekam den Foulelfmeter zugesprochen, Forsberg verwandelte, Halbzeitpfiff. Das Wunder von Leipzig.

Die zweite Halbzeit: Plötzlich war in diesem seltsamen Spiel RB aktiv beteiligt, hatte diverse Torgelegenheiten, durch Timo Werner eine Minute vor Schluss sogar die Siegchance. Dann hätte sich diese Partie in die Serie der merkwürdigsten Bayern-Niederlagen irgendwo hinter das Finale Dahoam und das 99er-Champions League-Finale eingereiht.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Robert Lewandowski, Schiedsrichter Sascha Stegemann

Handbewegung des Spiels: Die ging so: Man nimmt die Hände nach oben, schlägt sie über dem Kopf zusammen oder vergräbt das Gesicht in ihnen. War an diesem Abend sehr häufig bei Offensivspielern der Gäste zu beobachten, wenn mal wieder eine Angriffsaktion nicht da landete, wo sie eigentlich beendet werden sollte. Chancenverwertung ist jetzt ein Bayern-Thema.

Armbewegung des Spiels: Ellbogen ausfahren und damit den Gegenspieler erwischen. Gehört bekanntlich zu den unschönsten Dingen im Fußball und war an diesem Abend gleich mehrfach zu sehen. Von Lewandowski ebenso wie durch RB-Spieler Konrad Laimer. Beide durften der Gnade von Schiedsrichter Sascha Stegemann vertrauen. Da beide Vereine bei denen, die sie nicht lieben, den Ruf haben, Ellenbogenmentalität zu verkörpern, war das auch alles nur recht und billig.

Duell des Spiels: FC Bayern gegen die Erwartungshaltung. Beim übertragenden TV-Sender Sky hatten sie ihre Agenda schon vor dem Anpfiff festgelegt. Würde Bayern verlieren, hätte man schon fünf Punkte Rückstand auf RB - und das nach vier Spieltagen. Endlich wieder Bayern-Krise. Daraus wurde dann nichts, aber hey: Zwei Punkte hinter Leipzig. Jetzt schon. Daraus lässt sich doch auch etwas machen.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Was trägst du denn da, Julian?

Fallhöhe des Spiels: RB-Coach Julian Nagelsmann ist in den vergangenen Tagen in der Öffentlichkeit derartig mit Lorbeeren bedacht worden, dass man glauben musste, bei RB sei vor ihm nur Graswurzelarbeit geleistet worden, und erst jetzt ziehe die moderne Fußballweisheit ins RB-Reich ein. Sicherlich ist es auch ein taktischer Geniestreich, trotz vollständiger Unterlegenheit mit einem Remis in die Pause zu gehen. Seine Umstellung auf die Viererkette in der Halbzeit hat dann in jedem Fall etwas gebracht. Nur über eines kann es keine zwei Meinungen geben: Das Karohemd geht gar nicht. Das hat dann auch nichts mehr mit Taktik zu tun.

Zitat des Spiels: "Leipzig wehrt sich gegen Meisterschaftsambitionen, das ist vernünftig nach nur drei Spieltagen. Bei den Bayern gilt jetzt bereits: Meisterschaft oder nix." Sky-Moderator Wolf Fuss fasst zusammen, wie Berichterstattung funktioniert.

Erkenntnis des Spiels: Gerechtigkeit hat mit dem Fußball und einem Endergebnis nichts zu tun. Das ist eine so alte Weisheit, aber man kann es ja mal wieder erwähnen.

RB Leipzig - FC Bayern München 1:1 (1:1)
0:1 Lewandowski (3.)
1:1 Forsberg (45.+3, Elfmeter)
München: Neuer - Pavard, Süle, Boateng, Hernández - Kimmich, Thiago (88. Coutinho) - Coman, Müller (63. Tolisso), Gnabry (62. Davies) - Lewandowski
Leipzig: Gulácsi - Mukiele, Konaté, Orban - Klostermann (46. Demme), Laimer, Forsberg (69. Nkunku), Halstenberg - Sabitzer, Poulsen (81. Cunha), Werner
Gelbe Karten: Halstenberg, Nkunku, Laimer / Lewandowski, Boateng
Schiedsrichter: Stegemann
Zuschauer: 41.939 (ausverkauft)

insgesamt 52 Beiträge
stemmfisch 14.09.2019
1.
"Nach 70 Sekunden schickte Thomas Müller (ja, der stand in der Startelf) Lewandowski auf die Reise, und der tat, was er kann. Er machte ganz cool das 1:0" Na, da ist der gute Lewandowski aber ziemlich im Kreis gelaufen [...]
"Nach 70 Sekunden schickte Thomas Müller (ja, der stand in der Startelf) Lewandowski auf die Reise, und der tat, was er kann. Er machte ganz cool das 1:0" Na, da ist der gute Lewandowski aber ziemlich im Kreis gelaufen wenn er erst in der 3. Minute das Tor getroffen hat.
mimas101 14.09.2019
2. Hmm Tja
Im Fußball kann man getrost davon ausgehen das Spielergebnisse von Wettbüros, Sponsoren und Investoren in Wadenkrämpfe & Co im vornherein festgelegt werden. Wenn einer der Vereine nicht mitziehen sollte dann kriegt der halt [...]
Im Fußball kann man getrost davon ausgehen das Spielergebnisse von Wettbüros, Sponsoren und Investoren in Wadenkrämpfe & Co im vornherein festgelegt werden. Wenn einer der Vereine nicht mitziehen sollte dann kriegt der halt plötzlich keine Sponsorengelder mehr, keine richtigen Zugriffe mehr auf die Frischfleischbörsen, steht plötzlich ganz hinten an wenn es um GEZ-Gelder geht, die Aktionäre schichten plötzlich ihre Investments um oder ähnliches.
valdivia 14.09.2019
3. Werbung für den Fußball
Als neutraler Zuschauer war für mich die zweite Halbzeit Werbung für den Fußball, einschließlich der Schiedsrichterleistung. Letzteres fand bei dem Spiel Union gegen Werder nicht so prall. Es bleibt wenigstens an der [...]
Als neutraler Zuschauer war für mich die zweite Halbzeit Werbung für den Fußball, einschließlich der Schiedsrichterleistung. Letzteres fand bei dem Spiel Union gegen Werder nicht so prall. Es bleibt wenigstens an der Tabellenspitze noch spannend.
lordofaiur 14.09.2019
4. Stimmt schon
Dann ist es ja die dritte Minute. Keine Ahnung vom Regelwerk?
Zitat von stemmfisch"Nach 70 Sekunden schickte Thomas Müller (ja, der stand in der Startelf) Lewandowski auf die Reise, und der tat, was er kann. Er machte ganz cool das 1:0" Na, da ist der gute Lewandowski aber ziemlich im Kreis gelaufen wenn er erst in der 3. Minute das Tor getroffen hat.
Dann ist es ja die dritte Minute. Keine Ahnung vom Regelwerk?
doppelnass 14.09.2019
5. Na endlich
Ich hatte schon befürchtet, dass Herr Ahrens eine Pause einlegt. Denn der Krisensucher war zwei Wochen, in denen beim Bvb der Baum brannte (Zorc Rüffel für Reus, Favre wollte Hummels nicht, Akanji sauer), sich gar nicht blicken [...]
Ich hatte schon befürchtet, dass Herr Ahrens eine Pause einlegt. Denn der Krisensucher war zwei Wochen, in denen beim Bvb der Baum brannte (Zorc Rüffel für Reus, Favre wollte Hummels nicht, Akanji sauer), sich gar nicht blicken lassen. Aber nun, wo Bayern ein Tor kassiert hat, schreibt er wieder. Ein Glück!

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