Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Topspiel der Bundesliga

Das perfekte Team - mit Spielern von Bayern und BVB

Für die internationale Spitzenklasse reicht es in dieser Saison weder beim FC Bayern noch bei Borussia Dortmund. Warum nicht mal das Beste aus beiden Teams vereinen? Ein Gedankenspiel vor dem Topduell am Samstag.

Peter Schatz/ MAGIC/ ActionPictures/ Simago images

Mats Hummels zu Mario Götze: Bist du etwa auch nicht in der Topelf?

Von und
Freitag, 05.04.2019   18:06 Uhr

Dem FC Bayern München fehlt in dieser Saison das Format, um zu den internationalen Topteams zu gehören. Gleiches gilt für Borussia Dortmund. Die Münchner schieden im Champions League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool aus. Der BVB scheiterte im Achtelfinale an Tottenham Hotspur - und das, ohne ein einziges Tor in beiden Spielen zu erzielen.

In der Bundesliga dagegen sind beide Mannschaften der Konkurrenz enteilt und streiten um die Meisterschaft. Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel in München (18.30 Uhr Sky, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE).

Was aber wäre, wenn man das Beste aus zwei Welten vereinen könnte? Wie sähe die perfekte Elf aus den aktuellen Bayern- und Dortmund-Spielern basierend auf der aktuellen Form aus? Wer wäre ihr Trainer, wer ihr Manager? Wer säße als Ersatz auf der Bank? Und wer würde diesen deutschen Superklub dann als Präsident anführen? So sähe das aus:

Bürki
Borussia Dortmund
Bürki
Akanji
Borussia Dortmund
Akanji
Süle
Bayern München
Süle
Alaba
Bayern München
Alaba
Kimmich
Bayern München
Kimmich
Witsel
Borussia Dortmund
Witsel
Coman
Bayern München
Coman
Goretzka
Bayern München
Goretzka
Sancho
Borussia Dortmund
Sancho
Lewandowski
Bayern München
Lewandowski
Reus
Borussia Dortmund
Reus

Reserve: Manuel Neuer, Mario Götze, Thiago, Serge Gnabry, Raphael Guerreiro
Trainer: Lucien Favre

Tor: Es wirkt ein bisschen gewagt, aber aufgrund der Form in dieser Saison folgerichtig. Dortmunds Schlussmann Roman Bürki wäre die Nummer eins einer Bayern-BVB-Traumelf - vor dem ehemaligen Welt- und deutschen Nationaltorhüter Manuel Neuer. Bürki ist zwar in seiner Schweizer Nationalmannschaft nicht die erste Wahl. Das ist stattdessen Gladbachs Yann Sommer. Aber in der Liga zählt der BVB-Keeper zusammen mit Sommer derzeit zu den Top-Torhütern. Beim "Kicker" hat kein Spieler eine bessere Gesamtnote. Und auch der SPIX, das Daten-getriebene Notensystem von SPIEGEL ONLINE, sieht Bürki mit 22 Top-Paraden und 56 Punkten insgesamt deutlich vor Neuer (sieben Top-Parade, 50 Punkte). Daher: Bürki.

Abwehr: Drei Bayern und nur ein Dortmunder? Und das, obwohl die Münchner in dieser Saison bereits 28 Gegentore kassiert haben - so viele wie in der gesamten vergangenen Spielzeit? Und obwohl sich die Bayern unter der Woche vier Gegentreffer vom Zweitligisten Heidenheim einfingen? Ja! Denn individuell sind die Bayernverteidiger bis auf Manuel Akanji eigentlich stärker. Rechtsverteidiger Joshua Kimmich ist mit 13 Vorlagen der zweitbeste Vorbereiter der Liga. Niklas Süle ist nicht nur stabiler als seine Münchner Kollegen Mats Hummels und Jérôme Boateng, sondern auch als Dortmunds Abdou Diallo. Einzig die Entscheidung zwischen Bayerns Linksverteidiger David Alaba und Dortmunds Raphaël Guerreiro fiel eng aus: leichter Vorteil Alaba. Guerreiro hat zumindest einen Platz auf der Ersatzbank sicher.

Mittelfeld: Als Stratege und Vorarbeiter ist keiner besser geeignet als der Belgier Axel Witsel vom BVB. Neben ihm im zentralen Mittelfeld positioniert sich der deutsche Nationalspieler Leon Goretzka. In dieser Saison ist der 24-Jährige vom FC Bayern aufgrund seiner Torgefahr (sechs Saisontore, fünf Vorlagen) und Dynamik der stärkste Box-to-Box-Spieler der Liga. Wählt man die Flügelspieler aus, kommt man nicht an Jadon Sancho vorbei. Der 19 Jahre alte Dortmunder ist mit 17 Vorlagen der beste Vorbereiter der Liga, und weil er dazu noch acht Tore selbst erzielte auch der zweitbeste Scorer (hinter Robert Lewandowski). Sancho ist die Entdeckung dieser Spielzeit. Auf der anderen Seite wirbelt Bayerns Kingsley Coman. Eigentlich hat sein Vereinskollege Serge Gnabry bessere Zahlen zu bieten in dieser Saison (sieben Tore, sechs Vorlagen). Doch das liegt auch daran, dass Coman lange verletzt fehlte. Mit seiner Geschwindigkeit und Dribbelstärke bildet er zusammen mit Sancho die perfekte Flügelzange. Gnabry wird dann nach 60 Minuten für einen von beiden eingewechselt.

Sturm: Robert Lewandowski bleibt der beste Stürmer der Liga. 19 Treffer hat der Pole in dieser Saison bereits erzielt, dazu elf Treffer vorbereitet. Auch die Torjägerliste der Champions League führt der 30 Jahre alte Münchner noch mit acht Treffern an. Lewandowski ist also gesetzt. Und genauso deutlich fällt die Wahl auf Dortmunds Kapitän Marco Reus. Mit 15 Toren und neun Vorlagen spielt Reus die beste Saison seiner Karriere. Einst spielten beide zusammen für den BVB und mischten 2013 Europa auf, als Dortmund bis ins Finale der Champions League vordrang (dort siegten die Bayern). Zusammen bilden beide immer noch eines der besten Sturmduos der Welt.

Trainer: Lucien Favre! Ganz klar. Der Schweizer hat in Dortmund aus einem jungen, neu zusammengestellten Team einen Meisterschaftskandidaten geformt. Favre ist taktisch auf höchstem Niveau, liebt Details, aber ebenso lässt er seinen Spielern den nötigen Freiraum für Kreativität. Niko Kovac hat zwar mit Eintracht Frankfurt im Mai 2018 den Pokal gewonnen, was Hochachtung verdient. Aber den letzten Beweis, dass es auch für den FC Bayern reicht, konnte Kovac noch nicht erbringen.

Ersatzbank: Neuer, Guerreiro und Gnabry haben es nur knapp nicht in die Startelf geschafft. Komplettiert wird die Ersatzbank vom Dortmunder Mario Götze und Münchner Thiago. In Bayern wurde Götze nie glücklich, und es sah auch nach seiner Rückkehr zum BVB lange nicht danach aus. Doch zuletzt hat sich der WM-Finaltorschütze von 2014 im zentralen Mittelfeld stark verbessert gezeigt und eine neue Qualität präsentiert: Götze kann jetzt ein Spiel lenken. Das kann Thiago auch. Vielleicht ist der spanische Nationalspieler der beste Techniker der Liga. Doch weil er bisweilen zu überheblichem Abspielen neigt wie vor der Roten Karte gegen Süle im Pokal gegen Heidenheim, sitzt er vorerst nur auf der Bank. Für die Ex-Nationalspieler Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng reichte es dafür auch nicht mehr.

Manager: Hasan Salihamidzic oder Michael Zorc? Auch hier kann die Antwort nur lauten: der Dortmunder. Zorc hat sich in seinen vielen Jahren beim BVB als exzellenter Einkäufer bewiesen. Das beinhaltet auch den Punkt, sich die nötige Fachkompetenz dafür zu besorgen. Salihamidzic wirkt dagegen noch wie ein Anfänger (was er de facto im Vergleich natürlich auch ist): verfrühte Äußerungen über Wunschkandidaten, die den Transfer dann erschweren (Callum Hudson-Odoi) und tapsige Auftritte bei den Medien. Weil unser Superteam aus Dortmundern und Bayern aber eine erfahrene Führungsfigur benötigt, ist Zorc der richtige Mann.

Präsident: Hier kann es nur eine salomonische Lösung geben: Der deutsche Superklub wird geführt von Uli Hoeneß und Hans-Joachim Watzke als Doppelspitze. Eine fast schon familientherapeutische Maßnahme. Entertainmentfaktor inklusive.

Oder haben Sie ganz andere Vorstellungen? Wie sähe Ihre Traumelf aus beiden deutschen Topteams aus? Diskutieren Sie das gern in unserem Forum!

insgesamt 13 Beiträge
Ja.......Aber 05.04.2019
1. Manager "Michael Zorc"!
.... um den "ersten Verlierer" sicherzustellen? Wenn ich in einer Dekade so viel Geld ausgebe ..... und wenn es gut läufe, der erste Verlierer bin ..... das hat was von Qualität!?
.... um den "ersten Verlierer" sicherzustellen? Wenn ich in einer Dekade so viel Geld ausgebe ..... und wenn es gut läufe, der erste Verlierer bin ..... das hat was von Qualität!?
gammoncrack 05.04.2019
2. Es gab, das liegt nun einmal im Sinn dieses Artikels,
nur 2 Alternativen. Und natürlich gehört Hasan Salihamidzic dahin. Der hat ja in seinem kurzen Managerleben auf jeden Fall mehr erreicht als Zorc. Statistiken gefällig?
Zitat von Ja.......Aber.... um den "ersten Verlierer" sicherzustellen? Wenn ich in einer Dekade so viel Geld ausgebe ..... und wenn es gut läufe, der erste Verlierer bin ..... das hat was von Qualität!?
nur 2 Alternativen. Und natürlich gehört Hasan Salihamidzic dahin. Der hat ja in seinem kurzen Managerleben auf jeden Fall mehr erreicht als Zorc. Statistiken gefällig?
LuPy2 05.04.2019
3. Dieser Gedanke
kam mir in letzter Zeit des Öfteren: um international in Europa mithalten zu können sollten die BL-Vereine eine Ausbildungsallianz schmieden. Die Jungspieler werden untereinander ausgetauscht und -gebildet, so dass man das [...]
kam mir in letzter Zeit des Öfteren: um international in Europa mithalten zu können sollten die BL-Vereine eine Ausbildungsallianz schmieden. Die Jungspieler werden untereinander ausgetauscht und -gebildet, so dass man das Niveau der Liga anhebt, ohne teuer im Ausland einzukaufen. Das stärkt auch die Bindung an die BL.
der_dr_Nickel 05.04.2019
4. Hä...
...was Sinn und Zweck eines Wettbewerbs ist (hier Fußball-Bundesliga), ist aber schon rudimentär verstanden worden? Weshalb sollten daher Jungspieler (was auch immer das sein soll) untereinander ausgetauscht werden? [...]
Zitat von LuPy2kam mir in letzter Zeit des Öfteren: um international in Europa mithalten zu können sollten die BL-Vereine eine Ausbildungsallianz schmieden. Die Jungspieler werden untereinander ausgetauscht und -gebildet, so dass man das Niveau der Liga anhebt, ohne teuer im Ausland einzukaufen. Das stärkt auch die Bindung an die BL.
...was Sinn und Zweck eines Wettbewerbs ist (hier Fußball-Bundesliga), ist aber schon rudimentär verstanden worden? Weshalb sollten daher Jungspieler (was auch immer das sein soll) untereinander ausgetauscht werden? Richtiger ist, und wird ja auch gemacht, das innerhalb des DFB ab einer Altersstufe entsprechendes Augenmerk auf eine einheitliche Grundausrichtung gelegt wird und in den Leistungszentren dann auch konsequent umgesetzt wird. In den vergangenen Jahren waren das vornehmlich Stellungsspiel, taktisches Verhalten und technische (also Ballsicherheit) Ausbildung. Funktioniert ja auch, sh. die Erfolge der U-Mannschaften. Tja, und dennoch wird sich dann (auch von Funktionären bzw. Vereinsvertreter) darüber beklagt, dass Spaß- und Straßenfußballer fehlen. Es ist mir allerdings ein Rätsel wie bei einem solchen Nonsens-Artikel, der einzig fürs clickbaiting lanciert wurde, überhaupt das Augenmerk auf die teutsche Fußballerausbildung gerichtet werden kann. Kurz nachgezählt, komme ich auf 4 von 11, großzügig auf 5 wenn Alaba den Feinschliff beim FCB erhalten hat. Denn das Forum wurde doch nur eingerichtet um die üblichen Verdächtigen einzuladen sich ihre gegenseitige Verachtung noch einmal zu bestätigen. Kollege Ja....Aber hat doch schon einmal hoffnungsvoll begonnen, aber der Rest scheint sich schon auf das morgige Spiel vorzubereiten. Falls nichts schlimmeres passiert ist ;-))
briancornway 06.04.2019
5. Harmloses Gedankenspiel
Nette Idee, und eine beängstigende Power-Elf ist dabei herausgekommen. Aber ich frage mich - wenn man alle anderen BuLi-Spieler zur Verfügung hätte, würde es einer von denen in die Startelf schaffen ? Jovic ? Brandt ? [...]
Nette Idee, und eine beängstigende Power-Elf ist dabei herausgekommen. Aber ich frage mich - wenn man alle anderen BuLi-Spieler zur Verfügung hätte, würde es einer von denen in die Startelf schaffen ? Jovic ? Brandt ? Für wen ? Oder Gulacsi ? Ich fürchte, man fände zwar ein paar Alternativen, aber nicht wirklich bessere Spieler als die Creme de la FCB/BVB. Das sollte sich ändern.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP