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Sport

Europa-League-Finale

Blues in Baku

Der FC Chelsea triumphiert aufgrund einer überragenden zweiten Halbzeit im Europa-League-Finale über den FC Arsenal. Ein Endspiel, das vor allem wegen seines Austragungsortes in Erinnerung bleiben wird.

Lee Smith REUTERS

Die Blues vom FC Chelsea haben den Pott

Von
Mittwoch, 29.05.2019   23:51 Uhr

Ort des Spiels: Das steht diesmal am Anfang - weil das Wichtigste an den Anfang gehört. Baku richtet seit 2016 jährlich Formel-1-Rennen aus, war Veranstalter der European Games und wird im nächsten Jahr EM-Spiele sehen. Der Fall Mchitarjan sorgt jetzt für die große Revolte-Stimmung. Das wird sicher nachhaltig sein, wie man die Sportwelt kennt.

Ort des Spiels II: Dass sich zwei Londoner Vereine für das Finale in 4000 Kilometer Entfernung qualifizieren, dafür kann die Uefa ausnahmsweise nichts. Auch wenn in London an diesem Abend ein paar arbeitslose schöne Stadien herumhingen und nicht wussten, wie sie die Zeit totschlagen sollen. Aber dass im Internet Szenen kursieren, nach denen Polizisten auf der Straße Fans mit Mchitarjan-Trikots anhalten - das sollte bei zartbesaiteteren Uefa-Funktionären doch ein wenig Restscham auslösen.

Ergebnis des Spiels: 4:1 für den FC Chelsea dank einer fulminanten zweiten Hälfte. Tore allesamt nach der Pause von Olivier Giroud, Pedro und zweimal Eden Hazard. Den Arsenal-Treffer erzielte zum 1:3 Alex Iwobi. Hier geht's zum Spielbericht und hier zum Nachlesen des Livetickers.

Die erste Halbzeit: Das war ganz bestimmt eine eindrucksvolle Solidaritätsaktion der Spieler beider Teams für Mchitarjan. Bewusst traten sie in einen Offensivstreik, eine machtvolle Demonstration. Nur Granit Xhaka und Olivier Giroud hatten das offenbar nicht so ganz mitbekommen. Zu ihrem Glück wurden ihre Chancen keine Tore. Die hätten in der Kabine etwas zu hören bekommen.

Die zweite Halbzeit: In Baku war es schon Mitternacht, als die zweite Halbzeit angepfiffen wurde. Hellwach waren nur noch die Blues, die innerhalb einer Viertelstunde mit überfallartigen Angriffen das Spiel entschieden. Der FC Arsenal stellte sich unvermittelt als hoffnungslos unterlegen heraus, als genau das gefundene Fressen, wie es der Kollege Raphael Honigstein schon vorher beschrieben hatte. Und Chelsea kann Offensivfußball in einem europäischen Endspiel - das wissen sie auch in München.

Spieler des Spiels: Henrich Mchitarjan. Diese Pässe, diese Laufwege, diese Ballsicherheit. Ach, nein, das war Eden Hazard. Real Madrid kann sich freuen.

Spieler des Spiels, Fußnote: Mesut Özil war schwach, aber das wird sicher anderswo noch ausführlich thematisiert.

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Europa-League-Finale: Chelseas Triumph in Bildern

Englische Woche, Teil eins: Vier englische Teams in den beiden europäischen Endspielen. Mehr geht nicht? Nun, ja. In der Startelf beider Mannschaften fand sich mit Ainsley Maitland-Niles immerhin ein Engländer wieder. Man sollte vielleicht eher von Premier-League-Duellen reden.

Duell des Spiels: In der 48. Minute kam es zu der Szene, zu der es nach den Gesetzmäßigkeiten des Fußballs nun einmal kommen musste. Olivier Giroud, Arsenal-Profi von 2012 bis 2018, reagiert reaktionsschnell im Strafraum und köpft den Ball an Torwart Petr Cech, Chelsea-Profi von 2005-2015, in dessen letztem Spiel vorbei zum 1:0 für Chelsea. Und überall auf der Welt tippen Sportreporter das Wort "ausgerechnet" in ihre Tastatur. Nur gut, dass es nicht das einzige Tor des Abends geblieben ist. Das wäre zu viel Kitsch gewesen.

Übertragung des Spiels: Der übertragende Sender RTL hatte bequeme 45 Minuten zur Vorberichterstattung zur Verfügung und brachte es fertig, nicht eine Minute den politischen Verwerfungen des Austragungsortes zu widmen. Stattdessen wurde leidenschaftlich ein Internet-Tanzvideo des verletzten Antonio Rüdiger besprochen. Live-Kommentator Marco Hagemann und sein Co Steffen Freund versuchten sich anschließend wenigstens an schüchterner Kritik. Die beiden einigten sich darauf, dass die Auswahl des Finalorts "nicht ideal" war.

Dialog des Spiels: Marco Hagemann: "Das Stadion ist leider nicht ausverkauft." Steffen Freund: "Das war Foul an Hazard."

Erkenntnis des Spiels: Nach dem großen Erfolg vom Mittwochabend plant die Uefa, wie man hört, im Gegenzug das aserbaidschanische Pokalfinale 2020 in Wembley auszutragen. Die Pubs in London freuen sich auf die Fans von Qarabag Agdam und Sumqavit PFK. Das Spiel soll in 243 Länder übertragen werden. Das ist Europa.

FC Chelsea - FC Arsenal 4:1 (0:0)
1:0 Giroud (49.)
2:0 Pedro (60.)
3:0 Hazard (65. Foulelfmeter)
3:1 Iwobi (69.)
4:1 Hazard (72.)
Chelsea: Arrizabalaga - Azpilicueta, Christensen, Luiz, Emerson - Kante, Jorginho, Kovacic (76. Barkley) - Pedro (71. Willian), Giroud, Hazard (89. Zappacosta).
Arsenal: Cech - Sokratis, Koscielny, Monreal (66. Guendouzi) - Maitland-Niles, Torreira (66. Iwobi), Xhaka, Kolasinac - Özil (77. Willock) - Aubameyang, Lacazette.
Schiedsrichter: Rocchi (Italien)
Zuschauer: 60.000
Gelbe Karten: Christensen, Pedro / -

insgesamt 21 Beiträge
Frank_G 30.05.2019
1. Cooler Artikel...
Cooler Artikel! Ich muss vorausschicken, dass ich a) hier normalerweise keine Sportkommentare lese und b) nur eher ausnahmsweise schlaflos mitten in der Nacht rumsurfe (es ist Do., 30.05, ca. 03:30 Uhr). Aber jetzt bin ich doch [...]
Cooler Artikel! Ich muss vorausschicken, dass ich a) hier normalerweise keine Sportkommentare lese und b) nur eher ausnahmsweise schlaflos mitten in der Nacht rumsurfe (es ist Do., 30.05, ca. 03:30 Uhr). Aber jetzt bin ich doch hier gelandet und finde es großartig, wie der Verfasser es hinbekommt, als Gerhard Delling und Günter Netzer in einer Person aufzutreten ;-). Großes Kompliment!
Nonvaio01 30.05.2019
2. kann ich so nicht stehen lassen
Und Chelsea kann Offensivfußball in einem europäischen Endspiel - das wissen sie auch in München. Das Endspiel auf welches Sie wohl zielen war nicht vom Chelsea feuerwerk gepraegt um es einmal so zu sagen. Chelsea war extrem [...]
Und Chelsea kann Offensivfußball in einem europäischen Endspiel - das wissen sie auch in München. Das Endspiel auf welches Sie wohl zielen war nicht vom Chelsea feuerwerk gepraegt um es einmal so zu sagen. Chelsea war extrem defensiv...gewonnen haben Sie leider trotzdem..;-)
ge1234 30.05.2019
3. Natrürlich...
... weiß das der Verfasser auch, insofern ist die Intention für obigen Unsinn auch wieder nur einmal in der willkommen Gelegenheit für einen Seitenhieb auf die ungeliebten Bayern zu verstehen. Kennt man ja mittlerweile zur [...]
Zitat von Nonvaio01Und Chelsea kann Offensivfußball in einem europäischen Endspiel - das wissen sie auch in München. Das Endspiel auf welches Sie wohl zielen war nicht vom Chelsea feuerwerk gepraegt um es einmal so zu sagen. Chelsea war extrem defensiv...gewonnen haben Sie leider trotzdem..;-)
... weiß das der Verfasser auch, insofern ist die Intention für obigen Unsinn auch wieder nur einmal in der willkommen Gelegenheit für einen Seitenhieb auf die ungeliebten Bayern zu verstehen. Kennt man ja mittlerweile zur Genüge von Herrn Ahrens. Ansonsten denke ich, dass der damalige Ausgleich durch Drogba ein taktischer Fehler zu Grunde lag, und das von Taktikfuchs van Gaal höchstpersönlich. Er hätte nicht direkt vor einem Eckball die Auswechslung durchführen sollen, dies führte offensichtlich kurzzeitig zu Uneinigkeit/Verwirrung bei der Zuordnung von Raum und Gegenspieler, was Drogba mit seinem Kopfball leider gnadenlos ausnutzte.
Bergbauernbua 30.05.2019
4. Ich bin stolz auf die Eintracht
Da kann sich auch die Eintracht freuen, gegen einen solchen Gegner im Auswärtsspiel nach Elfmeterschießen auszuscheiden, Chapeau Eintracht! Ansonsten UEFA rote Karte. In der heutigen Zeit muss man in der Lage sein innerhalb [...]
Da kann sich auch die Eintracht freuen, gegen einen solchen Gegner im Auswärtsspiel nach Elfmeterschießen auszuscheiden, Chapeau Eintracht! Ansonsten UEFA rote Karte. In der heutigen Zeit muss man in der Lage sein innerhalb von 14 Tagen den Endspielort zu fixieren. Wenn Hagemann sagt, das 60.000 Engländer ohne Karten in Madrid sein werden am Samstag mein lieber Scholli! Ansonsten wie immer in entscheidenden Momenten versagt die Nr. 10 bei den Gunners. Tolles Spiel von Chelsea, Glückwunsch, vor allem an Rüdiger, was der hüpfen konnte trotz Krücken und ein toller Zusammenhalt innerhalb der Chelsea Truppe, prima! An RTL, danke, ohne Werbeeinblendungen in der 1. u. 2. Halbzeit.
Kanalysiert 30.05.2019
5.
Sie haben die zweite Halbzeit wohl nicht gesehen..? Schon gg. Ende der ersten machte Chelsea auf einmal Druck und in der zweiten Halbzeit haben sie Arsenal überrannt. Die hatten zudem auch ein paar Pechmomente, in denen der Ball [...]
Sie haben die zweite Halbzeit wohl nicht gesehen..? Schon gg. Ende der ersten machte Chelsea auf einmal Druck und in der zweiten Halbzeit haben sie Arsenal überrannt. Die hatten zudem auch ein paar Pechmomente, in denen der Ball eindeutig im Tor hätte landen müssen. Baku.....wieso aAdW so ein Westeuropäisches Spitzenspiel. Und wieso haben die Vereine nicht mal die Resttickets an ihre Fans MIT einem subventionierten Reiseangebot verschenkt? Millionen kann man wohl leider nur für Spieler ausgeben.

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