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Sport

Schalker Pokalsieg gegen Düsseldorf

Für den Manager

Der Einzug ins Viertelfinale rückte in den Hintergrund: Rudi Assauers Tod bestimmte den Pokalabend auf Schalke. Weggefährten und Ex-Spieler erinnerten sich an den Mann, den sie den "Manager" nannten.

FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX
Aus Gelsenkirchen berichtet
Donnerstag, 07.02.2019   10:45 Uhr

Ein paar Stunden erst war die Nachricht alt, dass Rudi Assauer im Alter von 74 Jahren gestorben war. Und so geriet das Fußballspiel des Abends, das Pokalachtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf, zur Nebensache. Alle sprachen über den ehemaligen Manager, über seine Leistungen, über gemeinsame Erlebnisse und Anekdoten. Olaf Thon, ebenfalls mit Legendenstatus auf Schalke, erzählte: "1600 Aschenbecher gibt es in den Logen hier in der Arena", erzählte Olaf Thon am Mittwochabend in Gelsenkirchen: "Das wollte der Rudi so."

Was der Rudi Assauer wollte, das wurde über viele Jahre auf Schalke gemacht. Er baute die Arena, er rauchte seine Zigarre auch während der Pressekonferenzen, er feuerte Trainer und holte andere. (Lesen Sie hier einen Nachruf auf Rudi Assauer)

Olaf Thon ist einer der "Eurofighter", die 1997 den Uefa-Pokal gewannen, den Assauer dann auf den Schultern trug, die Zigarre zum Siegerlächeln im Mund. Auch dieses Bild bleibt vom "Manager", wie sie ihn nannten. Thon und Michael Büskens, ebenfalls Eurofighter, erfüllten am Mittwoch nach dem Pokalsieg der Schalker gegen Düsseldorf alle Interviewwünsche. Beim Fernsehsender Sky sagte Büskens: "Wenn es in den nächsten Tagen neblig wird, dann hat sich der Manager da oben eine Zigarre angesteckt."

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Rudi Assauer: Macher der Herzen

Der Tod von Rudi Assauer, er machte auch die Generation traurig, die nicht mehr unter Assauer gespielt hat, wie Ahmed Kutucu. "Er war ein großer Schalker", sagte der Stürmer, der vor knapp 19 Jahren in Gelsenkirchen geboren wurde. Entsprechend fiel der Jubel über sein erstes Tor für die Profis in der Arena aus. "Das war einfach mein Traum. Als es passierte, war es ein unglaubliches Gefühl, darum habe ich auch das Wappen geküsst", schwärmte Kutucu.

"Sportlich", so sagte es Sportvorstand Christian Heidel, "war das ein guter Tag. Ansonsten war das ein trauriger Tag." Heidel würdigte Assauers Wirken auf Schalke: "Er war eine herausragende Persönlichkeit für unseren Verein." Ecken und Kanten bescheinigte der aktuelle Manager seinem berühmten Vorgänger, der 2006 die Macht im Klub verloren hatte, vorangegangen war ein erbitterter und teils schmutziger Kampf darum. "Er hat hier ja auch Höhen und Tiefen gehabt", sagte Heidel, der all die Anekdoten und Geschichten nach und nach "im Büro" erfahren hat. Es werden gewiss noch viele in den kommenden Tagen erzählt werden.

"Das war schon heftig"

Einer der Transfers, die Heidel als Manager des 1. FSV Mainz 05 mit Assauer verhandelte, war der von Mimoun Azaouagh. Die Schalker warfen der Gegenseite vor, eine Knieverletzung des Mittelfeldspielers verharmlost zu haben. Es kam zu einem juristischen Streit. "Wir haben uns damals richtig gefetzt. Das war schon heftig", erinnerte Heidel.

Trainer Domenico Tedesco und die Spieler mit Ausnahme von Torwart Ralf Fährmann kannten Assauer überwiegend aus Erzählungen. Vielleicht sahen sie ihn mal bei Besuchen in der Arena, die wegen der fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung seltener wurden, zuletzt ganz ausblieben. Beim Gegner fand sich jedoch einer, der Assauer "seit Jahrzehnten" kannte. Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel wird auch gerne als "Kind der Bundesliga" bezeichnet. Er erinnerte sich an gemeinsame Feiern und gegenseitige Beschimpfungen an der Seitenlinie. Funkel stellte heraus, was Konsens ist: "Rudi war immer geradeaus."

Als die Schalker Spieler ihre sportliche Aufgabe gelöst hatten, traten sie mit einem eilig gemalten Banner vor die Fans in der Nordkurve, die den "Manager" nach jedem Tor mit Sprechchören gefeiert hatten. Auf dem Banner stand: "Legenden sterben nie - Ruhe in Frieden Rudi!"

insgesamt 2 Beiträge
mantrid 07.02.2019
1. Mach's gut Stumpen-Rudi
Hier ist einer gegangen, der den Verein und die Liga nachhaltig geprägt hat. Der Mann hat vieles erreicht, auf das er stolz sein kann. Eine Lebensbilanz, die sich sehen lassen kann. Er war ein echter Typ und nicht so eine [...]
Hier ist einer gegangen, der den Verein und die Liga nachhaltig geprägt hat. Der Mann hat vieles erreicht, auf das er stolz sein kann. Eine Lebensbilanz, die sich sehen lassen kann. Er war ein echter Typ und nicht so eine aalglatte Mainstream-Gestalt. Schade, davon gibt es nicht mehr viele.
andromeda793624 07.02.2019
2. Interessante Persönlichkeit!
Man muss auch sagen,dass es immer interessant war ihm zu zuhören. Es ist ja oft so,wenn Leute oft in den Medien zu sehen sind bzw. eine große Medienpräsenz haben,dass man dann irgendwann sagt: "Ach der schon [...]
Man muss auch sagen,dass es immer interessant war ihm zu zuhören. Es ist ja oft so,wenn Leute oft in den Medien zu sehen sind bzw. eine große Medienpräsenz haben,dass man dann irgendwann sagt: "Ach der schon wieder"! Doch bei Rudi war das nie so. Ein Typ mit Ecken und Kanten und natürlich sein Markenzeichen die Zigarre. Ein Typ der sein Herz auf dem Mund trug. Daher war es immer interessant und unterhaltsam wenn man ihn sah und hörte. Es gibt nur sehr wenige Menschen die diese Gabe haben. Ein toller Manager und Mensch! R.I.P.

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