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Football Leaks

Whistleblower Rui Pinto nach Portugal ausgeliefert

Sein Berufungsantrag ist abgelehnt worden - nun wurde Rui Pinto in sein Heimatland ausgeliefert. Dort wird zunächst entschieden, ob der Portugiese in Untersuchungshaft verbleiben soll.

AFP

Rui Pinto

Donnerstag, 21.03.2019   20:22 Uhr

Der in Ungarn festgenommene Whistleblower Rui Pinto ist in sein Heimatland Portugal ausgeliefert worden und am Abend in Lissabon gelandet. Am Freitag soll er einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der zunächst entscheiden wird, ob Pinto in Untersuchungshaft verbleiben oder in einen Hausarrest überführt werden soll.

Am Mittwoch war der durch die Football Leaks bekannt gewordene Portugiese in Ungarn noch von belgischen Ermittlern zu Korruption, Steuerhinterziehungen und gemeinschaftlichen Betrugs im belgischen Spitzenfußball vernommen worden. In Portugal wollen auch die französischen Behörden mit Pinto sprechen.

Bei den Ermittlungen der Behörden in Portugal geht es weniger um Football Leaks als um die Infolecks, die über den TV-Kanal des FC Porto und in Blogs veröffentlicht wurden. Diese Infolecks führten zu Ermittlungen gegen den Rekordmeister Benfica Lissabon, der Schiedsrichter und Spiele gekauft haben soll. Wegen der Infolecks erstattete Benfica Anzeige gegen den FC Porto.

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Der SPIEGEL und das Recherchenetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) veröffentlichen seit mehr als zwei Jahren Recherchen, die auch auf Unterlagen der Enthüllungsplattform Football Leaks beruhen. Aus Gründen des Informantenschutzes äußern sich SPIEGEL und EIC prinzipiell nicht zur Identität von möglichen Quellen.

sak/sid

insgesamt 7 Beiträge
fatal.justice 21.03.2019
1. Nun...
... kann die portugiesische Justiz beweisen, wie unabhängig sie ist. Dass man in Ungarn keinen sicheren Hafen finden kann - als Whistleblower - hätte ihm klar sein müssen. Ab einer bestimmten Ansammlung an Forints wird jeder [...]
... kann die portugiesische Justiz beweisen, wie unabhängig sie ist. Dass man in Ungarn keinen sicheren Hafen finden kann - als Whistleblower - hätte ihm klar sein müssen. Ab einer bestimmten Ansammlung an Forints wird jeder verraten, der die bestehende Herrschafts- / Elitenclique besudelt. Dazu gehören nicht zuletzt Fußballverbände.
om108 21.03.2019
2. Verkehrte Welt:
Menschen, die als sogenannte Whistleblower bezeichnet werden und die die Zivilcourage haben, Mißstände aufzudecken, korrupte Akteure zu entlarven und die Wahrheit hinter den geschönten Kulissen - in diesem Fall die Sport- und [...]
Menschen, die als sogenannte Whistleblower bezeichnet werden und die die Zivilcourage haben, Mißstände aufzudecken, korrupte Akteure zu entlarven und die Wahrheit hinter den geschönten Kulissen - in diesem Fall die Sport- und Fußballwelt - zeigen, wird ihr Engagement mit Hausarrest vergolten oder mit Untersuchungshaft bzw. Haft angedroht. Wahrheitsfindung ist seit jeher eine lebensgefährliche Passion. Unzählig getötete/ermordete Journalisten zeugen von diesen desaströsen Verhältnissen. Ich verbeuge mich vor Rui Pinto.
harry099 21.03.2019
3. Nun, Justitia differenziert:
Wer Daten über schwarze Konten oder anderes, was dem Staat Geld bringt, klaut und verpfeift, der bekommt vom Staat zusätzlich Geld dafür, zB in Deutschland. Und der bleibt juristisch unbehelligt. Sport als wesentliches [...]
Wer Daten über schwarze Konten oder anderes, was dem Staat Geld bringt, klaut und verpfeift, der bekommt vom Staat zusätzlich Geld dafür, zB in Deutschland. Und der bleibt juristisch unbehelligt. Sport als wesentliches politisches Element zur Freizeitbeschäftigung der Massen DARF nicht als unsauber dargestellt werden. Sonst funktioniert das hier alles nicht.
BVB Thomas 21.03.2019
4. Macht weiter
In einer Zeit, in der der Nationalismus sein dumpfes Haupt erhebt um unsere Angst vor meist eingebildeten, nur selten realen Gefahren zu nutzen um uns dumm zu halten eröffnet Footbal leaks meine Sicht auf das was gerade meinen [...]
In einer Zeit, in der der Nationalismus sein dumpfes Haupt erhebt um unsere Angst vor meist eingebildeten, nur selten realen Gefahren zu nutzen um uns dumm zu halten eröffnet Footbal leaks meine Sicht auf das was gerade meinen Fussball kaputtmacht wie nichts anderes. Das was Rui gemacht hat ist absolut bewundernswert. Er verdient jede Unterstützung, und ich unterstütze alle die in seinem Schatten weitermachen.
mussich 21.03.2019
5. jetzt sind die richtigen Fußballfans gefordert
Die Fans könnten ihn beschützen. Wenn keiner zu den Spielen mehr geht, bis er frei ist, oder DAZN, Sky etc. kündigt, würde es etwas bewirken. Aber das wäre wohl zuviel verlangt, besonders wenn man sonst keinen Lebensinhalt [...]
Die Fans könnten ihn beschützen. Wenn keiner zu den Spielen mehr geht, bis er frei ist, oder DAZN, Sky etc. kündigt, würde es etwas bewirken. Aber das wäre wohl zuviel verlangt, besonders wenn man sonst keinen Lebensinhalt hat.

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