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Kurzpässe

KSC will Görlitz kaufen, Demichelis nicht nachgeben

Er würde die komplette Vorbereitung verpassen: Bayerns Martin Demichelis möchte dennoch an den Olympischen Spielen teilnehmen. Borussia Dortmund will rund fünf Millionen Euro für einen Verteidiger ausgeben, der KSC will Andreas Görlitz nicht zurück nach München lassen.

Mittwoch, 07.05.2008   13:25 Uhr

Hamburg - "Wir wären auch bereit, Andreas Görlitz zu kaufen", sagte KSC-Manager Rolf Dohmen. Görlitz, bis zum Sommer von Bayern München nach Karlsruhe ausgeliehen, steht beim deutschen Meister noch bis 2010 unter Vertrag. Auch nicht abgeschrieben hat Dohmen eine Rückkehr von Giovanni Federico aus Dortmund. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht mit ihm in Kontakt stehe", sagte er über den letztjährigen Zweitliga-Torschützenkönig, der allerdings noch bis 2010 beim BVB unter Vertrag steht.

Insgesamt wird der Karlsruher SC mit einem nur 21-köpfigen Kader und einem Etat von 17 Millionen Euro in die neue Saison gehen. Dohmen betätigte am Dienstagabend nach dem 1:1 gegen Energie Cottbus , dass der Aufsteiger sein Budget im Vergleich zu diesem Spieljahr um drei Millionen Euro aufstocken werde. "Wir wollen die Summe, die wir durch Transfererlöse erzielen, nicht komplett reinvestieren", sagte Dohmen. Für Spielmacher Tamas Hajnal (zu Borussia Dortmund) und Kapitän Mario Eggimann (zu Hannover 96) fließen etwa zwei Millionen Euro Ablöse in die Kassen des KSC. Man werde einen Teil davon in die gestiegenen Spielergehälter und zum Abbau von Schulden verwenden, so Dohmen.

Abwehrspieler Martin Demichelis vom deutschen Meister Bayern München hat seinen Wunsch bekräftigt, bei den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) für Argentinien aufzulaufen. In einem Interview mit der argentinischen Zeitung "La Voz de Interior" sagte der 27-Jährige: "Ich werde alles, was in meiner Macht steht, versuchen, um zu den Spielen zu kommen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir die Nationalmannschaft entgegenbringt." Bislang lehnen die Bayern eine Freigabe seiner Profis für die Spiele in Peking ab, doch Demichelis hat die Hoffnung offenbar noch nicht aufgegeben: "Ich werde versuchen, dass sie mir das erlauben", so der Argentinier. Außer Demichelis sollen Juan Román Riquelme von Boca Juniors Buenos Aires als Kapitän sowie Javier Mascherano vom FC Liverpool als über 23-jährige Spieler im Kader stehen. Die olympischen Regularien erlauben drei Akteure pro Land, die älter sind als 23 Jahre. Die Bundesliga-Saison 2008/2009 beginnt am 15. August.

Beim Bemühen um die Verpflichtung des serbischen Abwehrspielers Marko Basa vom französischen Erstligisten UC Le Mans hat Borussia Dortmund sein Angebot unterbreitet. Nach Informationen der "Westfälischen Rundschau" soll der BVB eine Ablöse von 5,5 Millionen Euro für den 25-jährigen Innenverteidiger geboten haben. Die Franzosen fordern jedoch acht Millionen für den Nationalspieler, der in Le Mans noch einen Vertrag bis 2010 besitzt. Der BVB und Basa sind sich bereits über einen Wechsel einig geworden.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat am Mittwoch mitgeteilt, mit welcher Argumentation er die Europäische Union (EU) überzeugen will, sein 6+5-Modell zu akzeptieren: "Dieses Modell verstößt nicht gegen die Freizügigkeitsbestimmungen der EU. Jeder Verein darf schließlich weiterhin unter Vertrag nehmen, wen er will", sagte Blatter. "Nur auf dem Spielfeld sollten mindestens sechs Spieler stehen, die für die Nationalmannschaft des Verbandes spielberechtigt sind." Der Schweizer möchte diese Regelung ab 2010 mit vier Spielern einführen, um 2012 sein Endziel erreicht zu haben. Auf dem Kongress der Fifa Ende Mai in Sydney will er sich das entsprechende Mandat holen, in diesem Sinne mit Politikern, Ligen und Vereinen verhandeln zu dürfen.

"Das europäische System ist ein egoistisches System. Es heißt Geld statt Wettbewerb. Wenn zwei Drittel einer Liga von vornherein gegen den Abstieg spielen, stimmt etwas nicht mit dem Gleichgewicht", sagte Blatter. "Ich kämpfe gegen die Monopolisierung in den Ligen und Vereinen, ich kämpfe für einen fairen Wettbewerb." Am Beispiel Englands - die englischen Top-Clubs Manchester United und FC Chelsea bestreiten das diesjährige Endspiel der Champions League am 21. Mai in Moskau - machte Blatter klar: "Die Champions League ist die beste Liga der Welt. Aber da teilen sich 32 Vereine Millionen. Die Reichen werden immer reicher." Müssten aber auch diese Mannschaften sechs Spieler aus ihrem Verband einsetzen, dann gelte: "Die Starken bleiben stark, die Schwachen werden stärker." Nach einer Fifa-Statistik hätte außer England (60 Prozent ausländischer Spieler) und Deutschland (50 Prozent) kein anderer Verband Probleme, die 6+5-Regelung sukzessive ab 2010 einzuführen.

Alemannia Aachen hat Timo Achenbach vom Liga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth verpflichtet. Das gab Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke am Mittwoch bekannt und bestätigte damit Informationen der "Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten". Demnach wechselt der 25-jährige Linksverteidiger Achenbach zur kommenden Saison für drei Jahre an den Tivoli. Der ablösefreie Achenbach ist nach Rückkehrer Markus Daun vom Bundesligisten MSV Duisburg der zweite Neuzugang der Alemannia für die neue Spielzeit.

fsc/sid/dpa

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