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Sport

DFB-Team in der Einzelkritik

Neuer war der Beste - und das ist schlecht

Eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause hat die DFB-Elf in Nordirland noch einmal vor Schlimmerem bewahrt. Dennoch ist es selten ein gutes Zeichen, wenn sich der Torwart besonders auszeichnen kann.

John Sibley / REUTERS

Manuel Neuer

Aus Belfast berichtet
Dienstag, 10.09.2019   09:39 Uhr

Es ist schon sinnvoll, dass ein Fußballspiel in zwei Halbzeiten aufgeteilt ist. So kann ein Team in der zweiten Hälfte den Eindruck der ersten 45 Minuten noch korrigieren - die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw hatte beim EM-Qualifikationsspiel in Belfast gegen die Nordiren die zweite Halbzeit jedenfalls bitter nötig, sonst wären die folgenden Einzelkritiken tendenziell erschütternd ausgefallen. Am Ende stand es 2:0 (0:0) für Löws Elf.

Nach dem Wechsel funktionierte deutlich mehr, es waren deutsche Kombinationen und Torchancen zu sehen, die Abwehr fand zu einer gewissen Ruhe zurück. All das hatte man in der Anfangsphase vermisst. Und so bringt der Abend im Windsor Park zumindest eine positive Erkenntnis aus DFB-Sicht: Der Bundestrainer hat offenbar immer noch die Möglichkeit, in der Pause auf sein Team einzuwirken. Auch daran war ja schon gezweifelt worden.

insgesamt 32 Beiträge
polza_mancini 10.09.2019
1. O.K., Herr Ahrens,
aber zu einer fairen Gesamtbewertung gehört dann wohl auch, dass das nordirische Gegenstück gestern ebenfalls mindestens im siebten Torwarthimmel war und einige Hochkaräter weggepflückt hat - mit dem ein oder anderen Tor [...]
aber zu einer fairen Gesamtbewertung gehört dann wohl auch, dass das nordirische Gegenstück gestern ebenfalls mindestens im siebten Torwarthimmel war und einige Hochkaräter weggepflückt hat - mit dem ein oder anderen Tor hätte das Spiel vielleicht dann anders ausgesehen...
retterdernation 10.09.2019
2. Bochum - Deutschland 0:2 ...
denn viel besser als der tapfere VfL waren die ebenfalls mutigen Nordiren nicht. Von daher ein Pflichtsieg. Der keine Aussage hat. Schon gegen den nächsten starken Gegner wird Manuel Neuer oder sein Vertreter noch mehr zu tun [...]
denn viel besser als der tapfere VfL waren die ebenfalls mutigen Nordiren nicht. Von daher ein Pflichtsieg. Der keine Aussage hat. Schon gegen den nächsten starken Gegner wird Manuel Neuer oder sein Vertreter noch mehr zu tun haben. Doch eins bleibt den Deutschen wenigstens erhalten: der Status Quo. Das erwachen aus diesem , könnte irgendwann schmerzhaft werden. Aber vielleicht war dieser grandiose Sieg gegen die Übermannschaft aus Nordirland die Wende. Man weiß es nicht wirklich ...
gnarze 10.09.2019
3. Pro Neuer
So wie die Abwehr spielt, ist Neuer die besser Wahl zu Ter Stegen, der fußballerisch schlechter ist, Neuer ist sogar am Ball besser als Ginter und Co.
So wie die Abwehr spielt, ist Neuer die besser Wahl zu Ter Stegen, der fußballerisch schlechter ist, Neuer ist sogar am Ball besser als Ginter und Co.
doppelnass 10.09.2019
4. Einzelkritik
"Kimmich fehlt das Tempo, um das Spiel schnell zu machen". Soll er mit dem Ball nach vorne rennen? Was soll das werden? Bolzplatz? Ein Sechser muss nicht rennen, um das Spiel schnell zu machen, er muss Pässe spielen, [...]
"Kimmich fehlt das Tempo, um das Spiel schnell zu machen". Soll er mit dem Ball nach vorne rennen? Was soll das werden? Bolzplatz? Ein Sechser muss nicht rennen, um das Spiel schnell zu machen, er muss Pässe spielen, die das Spiel schnell machen. Das übrigens kann er sehr gut. Nur bewegte sich vorne keiner. Vor allem Brandt, Reus und Werner standen meistens auf der Stelle. Und man muss es so deutlich sagen: Gerade diese drei haben sehr schwach gespielt. Für mich waren Neuer, Kimmich, Süle und Halstenberg die besten Spieler gestern. Und über Kroos war ich erschrocken.
Leibdschor 10.09.2019
5. Überbewerteter deutscher Fußball
Ich kann es nicht mehr hören in den Medien. Harwartz, Gnabry, Reus, Brandt, Werner. Alles sicher hochbegabte Spieler, aber nur Durchschnitt und noch lange keine Weltklasse. Werden sie wohl auch nie. Das Problem des deutschen [...]
Ich kann es nicht mehr hören in den Medien. Harwartz, Gnabry, Reus, Brandt, Werner. Alles sicher hochbegabte Spieler, aber nur Durchschnitt und noch lange keine Weltklasse. Werden sie wohl auch nie. Das Problem des deutschen Fußball ist es, dass es keine Spielertypen mehr gibt, denen mal auf dem Platz was einfällt, der den genialen Pass spielt. Das Spiel und die Spieler sind sowas in das vorgegebene Spielsystem eingeengt, dass keinem was einfällt, wenn es mal nicht funktioniert. Ich habe auch keinen auf dem Feld gesehen, der mal eine "Ansage" macht. Alle murmeln nur in sich hinein und sind wohl nur mit sich beschäftigt. Kein Tempo um Umschaltspiel, Fehlpässe ohne Ende und ohne Not. Da haben wohl alle auf dem Platz Angst, ja keinen Fehler zu machen und spielen völlig verkrampft. Mit diesem Gespiele jedenfalls kommt man vielleicht zur EM, aber nicht mal einen Blumentopf wird man dann dort gewinnen. Aber das ist ein Problem des gesamten, vor allem deutschen Fußball, dass nur noch Systemspieler rangezogen werden ohne Individualitäten von Trainern, die nur noch am Laptop sitzen und Schach spielen.

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Lothar Matthäus 1980-2000 150
Miroslav Klose 2001-2014 137
Lukas Podolski 2004-2016 129
Bastian Schweinsteiger 2004-2016 121
Philipp Lahm 2004-2014 113
Jürgen Klinsmann 1987-1998 108
Jürgen Kohler 1986-1998 105
Hans-Jürgen Dörner 1969-1985 105
Joachim Streich 1969-1984 105
Per Mertesacker 2004-2014 104
Franz Beckenbauer 1965-1977 103
Jürgen Croy 1967-1981 102
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Quelle: DFB

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