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Sport

Liverpool-Sieg gegen Arsenal

Kniet nieder!

Liverpool hat die Gunners niedergewalzt. Arsenal ging zunächst in Führung. Dann drehten die Reds auf und offenbarten, wie wenig der Londoner Klub mit dem Titelkampf zu tun hat.

AP
Von
Samstag, 29.12.2018   22:17 Uhr

Szene des Spiels: Für die Highlights der Partie war wie so oft das Liverpooler Offensiv-Triumvirat verantwortlich: Mohamed Salah, Sadio Mané und allen voran Roberto Firmino. In der 16. Minute lief der Brasilianer nach Ballgewinn durch Mane auf Arsenals Innenverteidigung zu, die völlig überfordert wirkte. Ein Haken nach rechts, Mustafi ging zu Boden, ein Haken nach links und auch Sokratis kniete nieder. Beim Basketball sagt man "Anklebreaker". Mit links brachte Firmino den Ball schnörkellos im Tor unter. Es war der Treffer zum 2:1. Liverpool hatte die Partie nach frühem Rückstand gedreht.

Das Ergebnis: Der FC Arsenal blieb chancenlos gegen den englischen Tabellenführer. Am Ende stand es 5:1 (4:1) für Liverpool. Hier geht es zur Meldung.

Zitat des Spiels: "Ich glaube nicht, dass wir schon das Beste von uns gesehen haben", sagte Jürgen Klopp im Vorfeld der Begegnung. Sie hätten sehr gute Momente gehabt, aber insgesamt seien sie nicht so spektakulär, wie es vergangene Saison manchmal der Fall war. Vier Tore in der ersten Hälfte gegen ein vermeintliches Topteam lassen wenig Luft nach oben - abmildernd muss jedoch gesagt werden, dass Arsenal eine unterirdische Vorstellung ablieferte, die kein Maßstab für den Titelkampf in der Premier League sein kann.

Erste Hälfte: Die Begegnung begann mit viel Schwung. In der 11. Minute spielte Alex Iwobi sich per Doppelpass mit Arsenal-Kapitän Aaron Ramsey auf dem linken Flügel frei. Seine flache Hereingabe erreichte Ainsley Maitland-Niles am langen Pfosten, der zur 1:0-Führung für die Gunners einschob. Doch nur drei Minuten später leitete Firmino einen Angriff ein, den Salah zwar zunächst verstolperte. Shkodran Mustafi und Stephan Lichtsteiner konnten den Ball jedoch nicht klären, sondern stümperten ihn zu Firmino, der den Ausgleich erzielte. Exakt 90 Sekunden später setzte der Brasilianer noch einen drauf (siehe oben). Doch damit nicht genug: In der 32. Minute spielte Andrew Robertson einen hohen Diagonalball auf Salah, der den Ball direkt in die Mitte legte, wo Mané unbedrängt auf 3:1 erhöhte - Arsenals Verteidigung schaute wieder nur ehrfürchtig zu. Kurz vor der Pause entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Liverpool. Salah war vom rechten Flügel aus in den Strafraum eingedrungen und von Sokratis gefoult worden. Besonders sehenswert war die Vorarbeit von Torwart Alisson, der mit einem scharfen Abschlag aus der Hand den Ball mit Unterschnitt zu Salah beförderte.

Zweite Hälfte: Die erste Torchance des zweiten Durchgangs ging an Arsenal. Aaron Ramseys Schuss von halb links wehrte Alisson ab. Den Abpraller beförderte Pierre-Emerick Aubameyang aus einem Meter über den Kasten und hatte Glück, dass das Schiedsrichtergespann auf Abseits entschied. Bis zur 64. Minute passierte wenig. Dann ging Dejan Lovren nach einer Flanke im Zweikampf mit Sead Kolasinac zu Boden. Der Bosnier hatte den Arm zur Hilfe genommen. Das passiert häufig in der Premier League, auch Dejan Lovren gilt nicht gerade als zimperlich - insofern hätte er nicht fallen müssen, Elfmeter gab es trotzdem. Firmino verwandelte sicher.

Spieler des Spiels: War "Bobby" Firmino, wie ihn die Liverpool-Fans getauft haben. Der brasilianische Angreifer drehte das Spiel mit seinen beiden Toren in der Anfangsphase quasi im Alleingang und legte später noch den dritten Treffer zu seinem ersten Hattrick in der Premier League nach. Bei seinem Tor zum 1:1 schaute er nicht mal hin - No-Look-Tore sind sein Markenzeichen. Beim englischen Publikum sorgt das für gemischte Reaktionen, einige werfen ihm Arroganz vor. Ob die Pose sein muss, ist durchaus diskutabel.

AFP

Roberto Firmino

Eine meisterliche Bilanz? Jürgen Klopps Mannschaft stand mit sechs Punkten Vorsprung auf Tottenham Hotspur an der Tabellenspitze. Die Hinrunde über blieb das Team unbesiegt - aus 19 Partien gewannen sie 16. Verfolger Tottenham hatte früher am Tag ein 1:3 gegen die Wolverhampton Wanderers hinnehmen müssen. Die Gelegenheit, die Tabellenführung auf neun Zähler auszubauen, nutzte Liverpool gnadenlos.

Mit Özil wäre das auch passiert: Beim FC Arsenal läuft es in der ersten Saison unter Trainer Unai Emery besser als in den vergangenen Spielzeiten - dennoch sind die Gunners weiter von der Tabellenspitze entfernt, als der fünfte Platz erahnen lässt. Eine der auffälligsten Änderungen unter Emery ist der häufige Verzicht auf Mesut Özil - der Ex-Nationalspieler bestritt in dieser Saison erst sechs Partien über die volle Länge. Gegen Liverpool wurde Özil wegen Kniebeschwerden gar nicht erst nominiert. An der desolaten Abwehrleistung hätte sein Einsatz aber wohl nichts geändert.

Statistik(en) des Spiels: Salahs verwandelter Elfmeter war das 154. Tor, das je zwischen Arsenal und Liverpool gefallen ist. Das macht die Paarung zur torreichsten in der Geschichte der Premier League. Zudem war Firminos dritter Treffer der sechste Hattrick, der in dem Duell erzielt wurde - ebenfalls Rekord im englischen Oberhaus.

FC Liverpool - FC Arsenal 5:1 (4:1)
0:1 Maitland-Niles (11.)
1:1 Firmino (14.)
2:1 Firmino (16.)
3:1 Mané (32.)
4:1 Salah (Foulelfmeter, 45.+2)
5:1 Firmino (Foulelfmeter, 65.)
Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk, Robertson (83. Clyne) - Wijnaldum (78. Lallana), Fabinho - Shaqiri, Firmino, Mané (62. Henderson) - Salah
Arsenal:
Leno - Lichtsteiner, Mustafi (46. Koscielny), Sokratis, Kolasinac (80. Guendouzi) - Torreira, Xhaka - Maitland-Niles, Ramsey, Iwobi - Aubameyang (71. Lacazette)
Zuschauer: 53.326
Schiedsrichter: Michael Oliver
Gelbe Karten: Robertson / Xhaka

insgesamt 34 Beiträge
ardiles 30.12.2018
1. Die Wahrheit ist doch ...
..., dass Arsenal im Vergleich zu City, Chealsea, United und Liverpool eine insgesamt schwach besetzte und vor allem in der Abwehr wackelige Spieler hat. Das Spiel heute hätten sie selbst mit einem Messi in eigenen Reihen nicht [...]
..., dass Arsenal im Vergleich zu City, Chealsea, United und Liverpool eine insgesamt schwach besetzte und vor allem in der Abwehr wackelige Spieler hat. Das Spiel heute hätten sie selbst mit einem Messi in eigenen Reihen nicht gewonnen. Arsenal macht im Aufbauspiel sehr viele Fehler Nach Balleroberung kennen die Spieler untereinander ihre Laufwege nicht, s.d. viele Bäller verstolpert werden An den Außen fehlt internationale Klasse Erschwerend kommt hinzu, dass Emerys Auswechselungen mittlerweile jedem Idioten in England bekannt sind. Es ist keine große Kunst für die Gegner sich drauf im Spiel einzustellen Für Arsenal lief es bis jetzt mehr oder weniger gut, weil sie unter Emery mehr laufen und kämpfen, wie noch unter Wenger. Spielerisch gab es wenig Akzente und Kontinuietät
mark e. ting 30.12.2018
2. der wirkliche Gegner
steht am Donnerstag mit ManCity auf dem Programm. man darf gespannt sein. Arsenal ist und war nie Titelkandidat.
steht am Donnerstag mit ManCity auf dem Programm. man darf gespannt sein. Arsenal ist und war nie Titelkandidat.
alkmene 30.12.2018
3. Kein Hattrick
>>Der brasilianische Angreifer drehte das Spiel mit seinen beiden Toren in der Anfangsphase quasi im Alleingang und legte später noch den dritten Treffer zu seinem ersten Hattrick in der Premier League nach
>>Der brasilianische Angreifer drehte das Spiel mit seinen beiden Toren in der Anfangsphase quasi im Alleingang und legte später noch den dritten Treffer zu seinem ersten Hattrick in der Premier League nach
Steinway 30.12.2018
4. Hattrick?
Sachverstand zeigt der Textverfasser mit der Aussage "Hattrick" wirklich nicht. Die Definition eines Hattricks sind drei Tore in Folge und das in einer Halbzeit ... wenn man dies auf das ganze Spiel sieht könnte man noch von [...]
Sachverstand zeigt der Textverfasser mit der Aussage "Hattrick" wirklich nicht. Die Definition eines Hattricks sind drei Tore in Folge und das in einer Halbzeit ... wenn man dies auf das ganze Spiel sieht könnte man noch von einem "unechten" Hattrick sprechen. So sind es halt drei Tore von Firmino. Die Strecke bis zur Meisterschaft ist noch lang, dennoch drücke ich Klopps Truppe beide Daumen
Papazaca 30.12.2018
5. Klopp und Guardiola
Guardiola wird ja oft als der weltbeste Trainer bezeichnet. Klopp wird zwar als sehr sympathisch- bis auf seine Ausraster - wahrgenommen, aber eher als eindimensionaler Trainer, der immer nur das gleiche kann. Diese Saison [...]
Guardiola wird ja oft als der weltbeste Trainer bezeichnet. Klopp wird zwar als sehr sympathisch- bis auf seine Ausraster - wahrgenommen, aber eher als eindimensionaler Trainer, der immer nur das gleiche kann. Diese Saison zeigt, dass das so nicht stimmt. Unabhängig davon, wer am Ende Meister wird, ist Klopp ein sehr großer Trainer, der eine Mannschaft aus dem Mittelfeld aufbauen und zur Spitze führen kann. Mit anderen Worten, diese Diskussion ist unsinnig. Außerdem spielt Guardiola nicht mehr für die Bayern, eben so wenig wie Klopp für den BVB. Beide sind Toptrainer, ohne wenn und aber und beide waren eine Bereicherung für unsere Liga. Für Klopp habe ich viel Sympathie, auch weil er buchstäblich etwas bekloppt ist, für Guardiola aber auch großen Respekt. Und beide zeigen Mou, dem selbsternannten "Special One", was SPECIAL wirklich bedeutet.

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