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Ex-DFB-Präsident

Grindel tritt von Ämtern bei Fifa und Uefa zurück

Reinhard Grindel ist von seinen Ämtern bei den internationalen Verbänden Uefa und Fifa zurückgetreten - acht Tage nachdem er seinen Posten als DFB-Präsident aufgegeben hatte.

Getty Images

Reinhard Grindel

Mittwoch, 10.04.2019   16:13 Uhr

Reinhard Grindel hat auch seine Ämter bei den internationalen Fußballverbänden Uefa und Fifa niedergelegt. Das teilte der 57-Jährige mit. Bei der Europäischen Fußball-Union war er Vizepräsident, beim Weltverband Fifa gehörte er dem Exekutivkomitee an. Vor acht Tagen war Grindel als Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zurückgetreten.

"Ich habe heute in einem Brief an Uefa-Präsident Aleksander Ceferin meinen Rücktritt als Uefa-Vizepräsident und als Mitglied des Fifa-Rats erklärt", schrieb Grindel, der seit April 2017 beide Posten bekleidet hatte, in einer Erklärung.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte Grindel gestern zudem ein langes Gespräch mit Ceferin, das für seine Entscheidung, auch seine internationalen Ämter niederzulegen, offenbar von zentraler Bedeutung war. Vertraute berichten, Grindel sei danach klar gewesen, dass er auch auf internationaler Ebene keinerlei Rückhalt mehr habe. Um peinlichen Ethik-Verfahren zu entgehen, an deren Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rauswurf mit Schimpf und Schande gestanden hätte, sei der Rücktritt die angenehmere Alternative gewesen.

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Grindel hatte seinen Rücktritt von der Spitze des DFB vor gut einer Woche damit begründet, dass er "durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe". Zu den Folgen sagte er: "Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss."

Es war nicht der einzige Vorfall, der unmittelbar vor dem Rücktritt des DFB-Präsidenten für Aufregung gesorgt hatte. Zuvor hatte er offenbar über einen längeren Zeitraum Nebeneinkünfte von 78.000 Euro für seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft verschwiegen, während er für seine Aufgaben bei Uefa und Fifa 500.000 Euro im Jahr erhielt. Auf SPIEGEL-Anfrage hatte er die Zahlungen bestätigt, verwies jedoch darauf, dass er zum Zeitpunkt seiner Wahl noch nicht Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB-Tochter gewesen sei. Die Ethikkommission des DFB befasst sich mit dem Fall.

Bei seinem Rücktritt von den Ämtern bei Uefa und Fifa nahm Grindel jedoch erneut auf die Affäre rund um die Luxus-Uhr Bezug. "Es war eine unerklärliche Arglosigkeit von mir, dieses Geschenk nicht sofort den zuständigen Compliance-Beauftragten zu melden", sagte er: "Dafür übernehme ich die Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene. Es geht mir vor allem darum, den guten Ruf der Uefa zu schützen. Außerdem möchte ich den Weg der Fifa zu mehr Transparenz und Good Governance nicht belasten."

tip/dpa/sid

insgesamt 20 Beiträge
experte1305 10.04.2019
1. Der Mann hat ja richtig
Karriere gemacht! Donnerwetter!
Karriere gemacht! Donnerwetter!
cirus27 10.04.2019
2. na also!
geht doch! aber das zdf wird nicht erfreut sein... ist noch ein pöstchen als pressesprecher frei?
geht doch! aber das zdf wird nicht erfreut sein... ist noch ein pöstchen als pressesprecher frei?
kospi 10.04.2019
3.
Was so eine billige Uhr, im richtigen Moment geschenkt, so alles anrichten kann.
Was so eine billige Uhr, im richtigen Moment geschenkt, so alles anrichten kann.
briancornway 10.04.2019
4. Unumgänglich
Nun hat er den Schritt vorgezogen, bevor ihn jemand drängen konnte, das fühlt sich wahrscheinlich besser an. Aber so oder so - bei Infantino knallen erneut die Korken. Wieder ein Kritiker weniger.
Nun hat er den Schritt vorgezogen, bevor ihn jemand drängen konnte, das fühlt sich wahrscheinlich besser an. Aber so oder so - bei Infantino knallen erneut die Korken. Wieder ein Kritiker weniger.
grauerhund 10.04.2019
5. Höchste Zeit
Dieser gesamthafte Rücktritt war höchste Zeit !! Aber wahrscheinlich ist Herr Grindel nur seinem Rausschmiss aus der UEFA/FIFA zuvor gekommen. Obwohl die Herren der UEFA/FIFA mit Sicherheit auch nicht besser sind, nur eventuell [...]
Dieser gesamthafte Rücktritt war höchste Zeit !! Aber wahrscheinlich ist Herr Grindel nur seinem Rausschmiss aus der UEFA/FIFA zuvor gekommen. Obwohl die Herren der UEFA/FIFA mit Sicherheit auch nicht besser sind, nur eventuell nicht ganz so einfältig...

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