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Bundesliga-Aufsteiger

Wegen Kooperation mit RB - Paderborn-Fans drohen mit Boykott

Paderborn und RB Leipzig planen eine Zusammenarbeit - und stoßen dabei auf Widerstand in der Fanszene des SC. Für sie käme eine Kooperation dem "Verlust der Seele und Identität" des eigenen Klubs gleich.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Paderborner Fans

Mittwoch, 05.06.2019   14:09 Uhr

Fans des Bundesligaaufsteigers SC Paderborn drohen wegen der angekündigten Kooperation mit RB Leipzig mit einem Boykott. "Sollte die Zusammenarbeit mit RB Leipzig umgesetzt werden, wird die aktive Fanszene den Spielen des SC Paderborn 07 bis auf Weiteres fernbleiben. Unsere Vereinsliebe und die jahrzehntelange Unterstützung stirbt mit dem Tag einer RB-Leipzig-Kooperation", heißt es in einer veröffentlichten Erklärung, die von sechs Fan-Organisationen unterstützt wird. Der SC führt auf seiner Website rund 40 offizielle wie inoffizielle Fanklubs auf.

Hintergrund: Am Dienstag war der Wechsel von Paderborns Sport-Geschäftsführer Markus Krösche zu RB bekannt geworden. Zudem war eine Kooperation zwischen beiden Klubs beschlossen worden, mit dem Ziel, "sich zu unterstützen und das jeweils vorhandene sportliche Potenzial bestmöglich auszunutzen", wie es in einer Mitteilung des SC heißt.

Im Zuge der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler künftig erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt, sagte RBs Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Die Kooperation beziehe sich unter anderem auch auf einen Austausch im Scouting-Bereich.

"Verlust der Seele und Identität"

Die Fans fordern die Paderborner Vereinsführung nun auf, von der Kooperation Abstand zu nehmen. In der Erklärung heißt es weiter: "Etwaige sportliche Vorteile werden durch den Verlust der Seele und Identität unseres bodenständigen Fußballvereins teuer erkauft."

Außerdem wurde die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bei diesem Thema und die fehlende Einbindung der Fans und Mitglieder bemängelt. Zudem gefährde die Kooperation "aus unserer Sicht den fairen Wettbewerb erheblich".

RB war 2009 vom Brausekonzern RedBull gegründet worden, anschließend gelang dem Klub der Marsch aus der Oberliga in die Champions League. Begleitet wird Leipzig immer wieder von Protestaktionen gegnerischer Fanlager.

Nicht immer waren diese friedlich: Anfang 2017 hatten Dortmunder Randalierer rund um ein BVB-Heimspiel Leipzig-Fans mit Steinen und Flaschen angegriffen, im Stadion wurde die Ablehnung des RB-Projekts mit zum Teil geschmacklosen Plakaten zum Ausdruck gebracht.

mon/dpa/sid

insgesamt 52 Beiträge
banalitäter 05.06.2019
1. zu sensibel
die FC Fans sind zu sensibel - RB ist inzwischen ein ganz normaler Club. Immer nur auf der Vergangenheit rumzureiten ist contraproduktiv. Bin selbst kein Freund von RB - aber was der Club in den letzten 3-4 Jahren geschafft hat , [...]
die FC Fans sind zu sensibel - RB ist inzwischen ein ganz normaler Club. Immer nur auf der Vergangenheit rumzureiten ist contraproduktiv. Bin selbst kein Freund von RB - aber was der Club in den letzten 3-4 Jahren geschafft hat , verdient Respekt !
tafka_neowave 05.06.2019
2. Gut so.
Nach dem ich gestern von dieser "Kooperation" Kenntnis bekam, war mein erster Gedanke der einer gefährlichen, medizinischen, oft tödlichen Anomalität. Ich freue mich, das die SCP-Fans dies ähnlich sehen. Meine [...]
Nach dem ich gestern von dieser "Kooperation" Kenntnis bekam, war mein erster Gedanke der einer gefährlichen, medizinischen, oft tödlichen Anomalität. Ich freue mich, das die SCP-Fans dies ähnlich sehen. Meine Unterstützung haben Sie.
Sinderion 05.06.2019
3.
Nein, sind sie nicht. Ich sehe meinen Verein lieber in der zweiten Liga als in einer Liga mit Plastikvereinen wie RB, 1899 und Co. Die Art und Weise, mit Bergen von Geld Durchmärsche von Kreisklasse bis Bundesliga über den [...]
Zitat von banalitäterdie FC Fans sind zu sensibel - RB ist inzwischen ein ganz normaler Club. Immer nur auf der Vergangenheit rumzureiten ist contraproduktiv. Bin selbst kein Freund von RB - aber was der Club in den letzten 3-4 Jahren geschafft hat , verdient Respekt !
Nein, sind sie nicht. Ich sehe meinen Verein lieber in der zweiten Liga als in einer Liga mit Plastikvereinen wie RB, 1899 und Co. Die Art und Weise, mit Bergen von Geld Durchmärsche von Kreisklasse bis Bundesliga über den kleinstmöglichen Zeitraum durchzudrücken, ist wettbewerbsverzerrend. Das wird auch immer so sein und verjährt nicht einfach. Und genau deswegen sind diese Vereine auch so unsympathisch.
Violator 05.06.2019
4. Dann sucht euch halt einen anderen Verein...
...den ihr erpressen könnt, wenn euch was nicht passt. Andere Vereinen Vereinen wird seit Jahrzehnten von Sponsoren und Förderern die Kohle in den Arsch geblasen und keinen juckt's. RB und 1899 werden dafür behandelt wie der [...]
...den ihr erpressen könnt, wenn euch was nicht passt. Andere Vereinen Vereinen wird seit Jahrzehnten von Sponsoren und Förderern die Kohle in den Arsch geblasen und keinen juckt's. RB und 1899 werden dafür behandelt wie der Antichrist, vollkommener Schwachsinn.
mannakn 05.06.2019
5. Dieses Pseudofantum...
...wird noch die ganze Bundesliga ruinieren. Mir ist es völlig schleierhaft warum manche Fans glauben, das ihre Spieler nicht mit Geld bei der Stange gehalten werden. Oder habt Ihr die Paderborner Mannschaft gegen Paninibildchen [...]
...wird noch die ganze Bundesliga ruinieren. Mir ist es völlig schleierhaft warum manche Fans glauben, das ihre Spieler nicht mit Geld bei der Stange gehalten werden. Oder habt Ihr die Paderborner Mannschaft gegen Paninibildchen getauscht? Seid froh, das es Sponsoren gibt, die trotz der 50:1 Regel noch richtig gute Teams auf die Beine stellen. Die Zeiten von Sepp Herberger sind vorbei, auch wenn das manche nicht wahrhaben wollen. Realität ist das die englische Liga uns alles wegkauft, und das wird mit diesen komischen Feindbildfans auch so bleiben.

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