Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Davis Cup

Deutschland verpasst ersten Halbfinaleinzug seit 2007 knapp

Es hatte nicht viel gefehlt: Deutschlands Tennis-Herren sind im Viertelfinale beim Davis Cup an Spanien gescheitert. Die Entscheidung fiel in einem dramatischen letzten Match.

AFP

Philipp Kohlschreiber

Sonntag, 08.04.2018   19:01 Uhr

Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft hat den ersten Halbfinal-Einzug seit elf Jahren knapp verpasst. Philipp Kohlschreiber unterlag im abschließenden Einzel gegen David Ferrer 6:7 (1:7), 6:3, 6:7 (4:7), 6:4, 5:7. Die Partie in der Stierkampfarena von Valencia dauerte 4:51 Stunden.

Damit verlor die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) das Viertelfinal-Duell gegen Spanien 2:3. Zuvor unterlag Alexander Zverev im Spitzenduell gegen Rafael Nadal klar in drei Sätzen. Die 2:1-Führung nach dem Doppel am Samstag war damit dahin.

"Ich bin natürlich sehr frustriert. Das ist wahrscheinlich eine der bittersten Niederlagen, wenn nicht die bitterste in meiner Karriere", sagte Kohlschreiber. "Am Freitag gegen Nadal konnte ich danach sagen, ich hatte keine Chance. Heute habe ich sicher einige ausgelassen."

"Es ist ein Traum. Das ist der tollste Tag in meiner Laufbahn", sagte Ferrer nach dem Triumph in seiner Heimatstadt. Spaniens Coach Sergi Bruguera zollte dem unterlegenen Kohlschreiber seinen Respekt. "Ich habe Philipp noch nie so gut gesehen. Beide hätten es verdient gehabt, zu gewinnen."

AP

David Ferrer nach dem Sieg

Kohlschreiber und Ferrer schenkten sich in ihrem Marathonmatch von Beginn an nichts. Lange Ballwechsel, ständige Führungswechsel, eine Unterbrechung wegen Blitz und Donner und zwischenzeitliche kleine Windhosen auf dem Platz verliehen der Partie Dramatik.

Schon der erste Durchgang dauerte mehr als eine Stunde, ehe Ferrer den Tiebreak 7:1 gewann. Doch Kohlschreiber, am ersten Tag gegen Nadal noch ohne jede Chance, kam zurück in die Partie und holte sich den zweiten Abschnitt.

Zweimal lag Kohlschreiber in der Folge ein Break vorne und schlug beim 5:4 sogar zum Satzgewinn auf. Doch Ferrer ließ sich nicht abschütteln. Hatte er sich am Freitag gegen Zverev noch in sein sportliches Schicksal ergeben, rannte er jetzt um jeden Ball. Mit einem Netzroller beim Satzball sicherte er sich den dritten Durchgang im Tiebreak.

Beim Stand von 5:4 erspielte sich Kohlschreiber die ersten Breakbälle im vierten Durchgang und nutzte gleich den ersten zum Gewinn des vierten Satzes. Es passte zum Matchverlauf, dass er, wie Ferrer im Abschnitt zuvor, beim Satzball von einem Netzroller profitierte. Doch das Momentum ging schnell wieder auf Ferrers Seite, dem sofort ein Break gelang. Am Ende reichte es für Kohlschreiber nicht zum Erfolg.

mon/dpa/sid

Sagen Sie Ihre Meinung!

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Tennis: Die wichtigsten Schläge

Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.

Fotostrecke

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP