Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Nach Triumph im Super Bowl

Mehrere Patriots-Spieler wollen auf Besuch bei Trump verzichten

In den USA hat es Tradition, dass die Super-Bowl-Champions den US-Präsidenten besuchen. Teile der Patriots wollen dem Weißen Haus aber fernbleiben. Der Star des Teams gilt allerdings als Trump-Freund.

AFP

Devin McCourty

Dienstag, 05.02.2019   11:59 Uhr

Die ersten Football-Profis der New England Patriots haben nach dem Super-Bowl-Triumph ihren Verzicht auf einen möglichen Besuch im Weißen Haus erklärt. Im Falle einer Einladung durch US-Präsident Donald Trump würde er sich dem Team nicht anschließen, sagte Devin McCourty bei Feierlichkeiten nach der Rückkehr nach Foxborough. Eine offizielle Einladung hat es bislang noch nicht gegeben.

Sein Zwillingsbruder Jason tendiert auch zu einer Absage. "Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, aber ich bezweifele es stark", sagte McCourty. Die Patriots hatten mit dem 13:3-Sieg im NFL-Finale über die Los Angeles Rams in Atlanta zum sechsten Mal den Super Bowl gewonnen.

Patriots-Profi Duron Harmon erklärte, dass er eine Einladung ausschlagen würde. "Sie wollen mich nicht im Weißen Haus", sagte der 28-Jährige dem Internetportal Tmz.com als Begründung. Harmon würde es gefallen, wenn die Patriots stattdessen den Ex-Präsidenten Barack Obama besuchen würden.

REUTERS

NFL-Star Tom Brady

Im Falle der Patriots könnten die Meinungen der Spieler über einen möglichen Besuch bei Trump allerdings auseinandergehen. Der Superstar des Teams, Tom Brady, und dessen Trainer, Bill Belichick, gelten als Freunde des US-Präsidenten. Brady hatte sogar mal eine Mütze mit dem Trump-Slogan im Spind: "Make America Great Again".

Belichick schrieb Trump 2016 einen Brief, den der vor seinen Anhängern verlas: "Deine Menschenführung ist sagenhaft." Anschließend beteuerte der Coach, dass alles nur Spaß gewesen sei und er nie an einen Sieg des 72-Jährigen geglaubt habe. Kein Verein steht so sehr für das Trump-Amerika wie die Patriots.

Auch die Eagles und Warriors blieben dem US-Präsidenten fern

In den USA ist es Tradition, dass der Präsident die siegreichen Meisterteams der großen Sportarten ins Weiße Haus einlädt. Als die Patriots zuletzt vor zwei Spielzeiten den Titel geholt hatten, hatten einige Spieler ihr Fehlen mit der Politik Trumps begründet. Auch Brady war nicht dabei gewesen, der Star hatte damals persönliche Gründe angeführt.

2018 hatte Trump den NFL-Meister Philadelphia Eagles wieder ausgeladen, weil eine Vielzahl von Spielern fernbleiben wollte. Auch die Stars des amtierenden NBA-Champion Golden State Warriors bezogen in der Vergangenheit Stellung gegen Trump. Stephen Curry und Trainer Steve Kerr sind große Kritiker des 72-Jährigen. Kevin Durant sagte gar, dass er Trump nicht respektiere. In der Folge hatte der US-Präsident das Team aus dem Weißen Haus ausgeladen.

Die Warriors setzten erst kürzlich wieder ein Zeichen und statteten Ex-Präsident Obama einen Besuch in Washington ab.

bam/dpa

insgesamt 52 Beiträge
Leser161 05.02.2019
1. Finde das gut
Wer Trump mag geht hin, wer nicht nicht. Solange jetzt eine Seite nicht wieder anfängt die andere Seite zu beschimpfen (oder ihr keine Eier mehr zuzuwerfen) ist das ein ganz friedlicher demokratischer Vorgang.
Wer Trump mag geht hin, wer nicht nicht. Solange jetzt eine Seite nicht wieder anfängt die andere Seite zu beschimpfen (oder ihr keine Eier mehr zuzuwerfen) ist das ein ganz friedlicher demokratischer Vorgang.
treime 05.02.2019
2. Nix neues
Sportler machen in einer korrupten Welt Politik. So muss das eigentlich sein. Schon peinlich genug, das mit genügend Geldeinsatz sich Werte erkaufen lassen sollen. Das "White House" hatte die Eagles ausgeladen, [...]
Sportler machen in einer korrupten Welt Politik. So muss das eigentlich sein. Schon peinlich genug, das mit genügend Geldeinsatz sich Werte erkaufen lassen sollen. Das "White House" hatte die Eagles ausgeladen, nachdem maximal ein paar Offizielle gekommen wären. Im Prinzip haben also die Eagles komplett als Team schon vorher abgesagt. Davor muss man seinen Hut ziehen. Was viele Spieler auch noch für ihre Communities tun, wird zu selten reflektiert. Das die Eagles aus der Stadt kommen, wo die Unabhängigkeitserklärung "ruht", spricht für sich. Patriots sind halt verhasst, auch wenn man dieser "Dynasty" Respekt vor dem Erreichten zollen muss. Robert Kraft steht wie kaum ein anderer (Jerry Jones!) für das Kapital und Präsidenten wie Trump.
gigi76 05.02.2019
3. Politik und Sport
Es gibt nicht mal eine Einladung und die Spieler erklären im Konjunktiv, wenn es sie gäbe, würden sie nicht hingehen. Welch ein Armutszeugnis. Trump täte gut daran auf eine Einladung zu verzichten.
Es gibt nicht mal eine Einladung und die Spieler erklären im Konjunktiv, wenn es sie gäbe, würden sie nicht hingehen. Welch ein Armutszeugnis. Trump täte gut daran auf eine Einladung zu verzichten.
sporadischer 05.02.2019
4. Was solls?
DT wird sich davon nicht beeindrucken lassen und die "großartigste Party aller Zeiten " veranstalten. Seine Wähler werden genauso denken. Der Vorgang spiegelt die Spaltung der US-Gesellschaft. Wenigstens wird es kein [...]
DT wird sich davon nicht beeindrucken lassen und die "großartigste Party aller Zeiten " veranstalten. Seine Wähler werden genauso denken. Der Vorgang spiegelt die Spaltung der US-Gesellschaft. Wenigstens wird es kein gesponsertes Fastfood geben müssen, nachdem der Shutdown beendet und die Küche wieder geöffnet ist.
neue_mitte 05.02.2019
5.
So sehr das dieser Darsteller das Amt schon beschädigt. So ein Desaster gab es meiner Erinnerung nach selbst bei George W. nicht. Da hat kein Team abgesagt und er hat keinem Team abgesagt. Und der war für seine Politik auch [...]
So sehr das dieser Darsteller das Amt schon beschädigt. So ein Desaster gab es meiner Erinnerung nach selbst bei George W. nicht. Da hat kein Team abgesagt und er hat keinem Team abgesagt. Und der war für seine Politik auch schon umstritten. Aber er war persönlich eben kein Armleuchter. Ich glaube, George W. ist so ziemlich der glücklichste Mensch seit Dez. '16. Seitdem ist die Angst, dass er der schlimmste war und sein politisches Andenken voll ruiniert ist... wie verflogen.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP