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Sport

Trump zum NFL-Hymnenstreit

"Nehmt den Hurensohn vom Feld"

Aus Protest gegen Rassismus boykottieren Football-Spieler die US-Nationalhymne. Jetzt mischt sich Donald Trump in den Streit ein - mit sehr direkten Worten.

REUTERS

US-Präsident Donald Trump

Samstag, 23.09.2017   10:33 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat Klub-Eigentümer aus der Football-Profiliga NFL aufgefordert, den Boykott der US-Nationalhymne nicht zu tolerieren und protestierende Spieler zu entlassen. "Würdet ihr es nicht lieben, wenn jemand unsere Flagge verachtet und der Eigner darauf sagt, 'nehmt den Hurensohn vom Feld. Er ist gefeuert. Er ist gefeuert'", sagte der 71-Jährige in Huntsville/Alabama unter lautem Applaus.

Der Boykott zeige "die totale Respektlosigkeit vor unserem Erbe", sagte Trump, "das ist eine Verachtung von allem, wofür wir stehen." Auch die Zuschauer sollten nach Ansicht des US-Präsidenten das Stadion verlassen, wenn ein Spieler sich nicht für die Nationalhymne erhebt: "Ich garantiere euch, dass es dann aufhört", sagte der umstrittene Republikaner.

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Colin Kaepernick: Vom Star zum Ausgestoßenen

Aus Protest gegen Rassismus und Ungerechtigkeit in den USA hatten mehrere NFL-Spieler die US-Nationalhymne boykottiert und sich geweigert, während der Nationalhymne vor dem Spiel aufzustehen.

Im vergangenen Jahr hatte Quartback Colin Kaepernick von den San Francisco 49ers diese Form der Proteste gegen Rassendiskriminierung und Polizeigewalt in Gang gesetzt und sah sich heftigen Reaktionen ausgesetzt. Für die laufende Saison hat der 29 Jahre alte Free Agent noch kein neues Team gefunden.

aha/sid

insgesamt 14 Beiträge
Immanuel K. 23.09.2017
1. American Football ist...
...nun mal der Sport in den USA, dem die meisten Hillbillies anhängen. In sofern ist die beschriebene Situation das zu erwartende Ergebnis... ...und Trump spricht den meisten Footballfans aus der Seele...
...nun mal der Sport in den USA, dem die meisten Hillbillies anhängen. In sofern ist die beschriebene Situation das zu erwartende Ergebnis... ...und Trump spricht den meisten Footballfans aus der Seele...
juliaz 23.09.2017
2. Tja
So viel zur Meinungsfreiheit, der hochgeschätzten. Wer sich dem Kult der Flaggenverehrung nicht beugt, wird gebrochen.
So viel zur Meinungsfreiheit, der hochgeschätzten. Wer sich dem Kult der Flaggenverehrung nicht beugt, wird gebrochen.
steve_burnside 23.09.2017
3. Quartback?
Es heißt aber Quarterback, nicht Quartback.
Es heißt aber Quarterback, nicht Quartback.
Prussia Culé 23.09.2017
4. Kult
Er kniet bei der Hymne und geht in Patriotismushaltung? Mein Gott, welch ein Verbrechen! Wer sich bei sowas gleich beleidigt fühlt muss schon schwerwiegende Probleme haben. Dieser Flaggen- und Hymnenkult ist schon merkwürdig. [...]
Er kniet bei der Hymne und geht in Patriotismushaltung? Mein Gott, welch ein Verbrechen! Wer sich bei sowas gleich beleidigt fühlt muss schon schwerwiegende Probleme haben. Dieser Flaggen- und Hymnenkult ist schon merkwürdig. Und wer sich dem nicht beugt, der wird gebrochen. Frage mich manchmal was der Sinn dahinter ist. Um sich klar zu machen, dass man Stolz sein soll auf das Land oder auf sich selbst, weil man US-Amerikaner/in ist und weil man das sonst vergessen könnte? "Oh, die Hmyne wird gespielt. Oh, jetzt muss ich patriotisch und stolz sein." Die Flaggen- und Hymnenthematik lenkt aber von den wahren Problemen, die dieses Land nicht nur mit Rassismus hat ab. Wie ein Plane, die die eigentlichen Probleme verhüllt. Und Trump hat in seinem Denken wohl die freie Meinung vergessen. Das Recht zu Singen und Nicht-Singen. Seinen guten Ton jedenfalls hat er wohl nicht vergessen, der war wohl nie so richtig vorhanden.
oldman2016 23.09.2017
5. Sport bleibt Sport
Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Ein Profi wird aber als Sportler bezahlt und sollte sich während der Ausübung seines Berufes mit politischen Äußerungen zurückhalten. Anders sieht bei Künstler aus, die sich selbst [...]
Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Ein Profi wird aber als Sportler bezahlt und sollte sich während der Ausübung seines Berufes mit politischen Äußerungen zurückhalten. Anders sieht bei Künstler aus, die sich selbst vermarkten. Die tragen selber das finanzielle Risiko, wenn sich viele Fans wegen der politischer Meinung ihres Stars von diesem abwenden. Nicht wahr Xavier Naidoo?
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