Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Golf-Duell zwischen Europa und USA

Alles, was Sie zum Ryder Cup wissen müssen

Alle zwei Jahre treten die besten Golfspieler der USA gegen die besten aus Europa an, im Kampf um den Ryder Cup - eine der wichtigsten Trophäen der Sportwelt.

IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Patrick Reed beim Ryder Cup in Paris

Freitag, 28.09.2018   10:57 Uhr

Was ist der Ryder Cup?

Ein alle zwei Jahre ausgetragenes Golfturnier zwischen zwei zwölfköpfigen Teams aus den USA und Europa, die jeweils von einem Kapitän angeführt werden, der selbst nicht mitspielt. Bei den USA ist das Jim Furyk, bei Europa der Däne Thomas Bjorn. Beide sind noch aktive Spieler, die über viele Jahre zur Weltspitze gehörten und selbst in mehreren Ryder Cups gespielt haben.

Woher kommt der Name?

In den 1920er-Jahren hat der Engländer Samuel Ryder, Sohn eines reichen Saatgut-Herstellers, gemeinsam mit dem amerikanischen Profi-Spieler Walter Hagen das Turnier ins Leben gerufen. Das siegreiche Team bekommt eine Replika des Pokals. Dieser ist 43,18 Zentimeter hoch und 22,86 Zentimeter breit und wiegt 1,8 Kilogramm.

Wo wird gespielt?

Austragungsort ist der Albatros Course auf der Anlage Le Golf National im französischen Guyancourt, südwestlich vor den Toren von Paris gelegen.

Fotostrecke

Team USA: Die Weltspitze

Wie wird gespielt?

Von Freitag früh bis Sonntag werden insgesamt 28 Partien in drei unterschiedlichen Formaten ausgespielt - im Vierball, Vierer und Einzel. Am Freitag und Samstag werden am Vormittag jeweils vier Matches im Vierball-Format gespielt, am Nachmittag je vier Matches im Vierer. Beim Vierball ("Fourball") treten je zwei Spieler der beiden Mannschaften gegeneinander an. Jeder Spieler schlägt dabei seinen Ball vom Abschlag bis ins Loch. Das bessere der beiden Ergebnisse an jedem Loch geht in die Wertung ein und wird mit dem jeweils besseren Ergebnis der gegnerischen Mannschaft verglichen.

Beim Vierer ("Foursome") treten zwei Spieler aus Europa als Team gegen zwei Amerikaner an. Die beiden Spieler jedes Teams spielen zusammen einen Ball und müssen sich bei den Schlägen abwechseln. Im Vorfeld wird bestimmt, welcher Spieler den ersten Schlag an den geraden und ungeraden Löchern übernimmt. Das niedrige Ergebnis gewinnt das Loch. Am Sonntag treten alle 24 Spieler in Einzel-Matches Mann-gegen-Mann gegeneinander an. Am ersten und zweiten Tag gibt es jeweils insgesamt acht Punkte zu holen, am dritten Tag dann zwölf weitere (einen pro Duell).

Wann geht's los?

Am Freitag startet die erste Vierball-Gruppe um 8.10 Uhr, die drei weiteren Gruppen folgen mit jeweils 15 Minuten Abstand. Die Vierer am Nachmittag gehen ab 13.50 Uhr auf die Runde, die folgenden wieder jeweils 15 Minuten später. Reihenfolge und Uhrzeiten bleiben für den Samstag gleich. Am Sonntag startet das erste Duell um 12.05 Uhr, die darauffolgenden zwölf Minuten später.

Wer spielt mit?

USA: Brooks Koepka, Dustin Johnson, Justin Thomas, Patrick Reed, Bubba Watson, Jordan Spieth, Rickie Fowler, Webb Simpson, Tiger Woods, Phil Mickelson, Bryson DeChambeau, Tony Finau

Europa: Francesco Molinari (Italien), Justin Rose England), Tyrrell Hatton (England), Tommy Fleetwood (England), Jon Rahm (Spanien), Rory McIlroy (Nordirland), Alex Noren (Schweden), Thorbjorn Olesen (Dänemark), Ian Poulter (England), Henrik Stenson (Schweden), Paul Casey (England), Sergio Garcia (Spanien)

Fotostrecke

Team Europa: Von McIlroy bis Rose

Wie kann man sich qualifizieren?

Eine Wissenschaft für sich. In diesem Jahr gab es acht Plätze pro Team, die sich die Spieler durch eigene Leistung verdienen konnten. Die beiden Teams legen dafür allerdings unterschiedliche Punktesysteme zugrunde. Die US-Amerikaner bewerteten die Leistungen ihrer Spieler bei den vier großen Turnieren (Majors) 2017, den WGC-Turnieren und der Players Championship, sowie bei normalen PGA-Turnieren und den Major-Turnieren diesen Jahres.

Bei den Europäern ist es Bedingung, dass sie Mitglieder der European Tour sind. Gewertet wurden dann Punkte aus der Race-to-Dubai-Wertung und der Weltrangliste. Bis August hatten die Spieler beider Teams Zeit, sich zu qualifizieren. Danach wählten beide Team-Kapitäne noch jeweils vier Spieler aus, die die Mannschaft komplettierten, die sogenannten Captains Picks. Bei den USA waren das Woods, Mickelson, DeChambeau und Finau. Bei Europa Poulter, Stenson, Casey und Garcia.

Wer ist Titelverteidiger?

Das Team USA gewann vor zwei Jahren im Golfclub Hazeltine 17:11 gegen Europa. Es war der erste Triumph der Amerikaner seit 2008.

Welches Team hat am häufigsten gewonnen?

Von den 41 bisher ausgetragenen Duellen konnten die USA 25-mal gewinnen, zwölfmal haben sie verloren, zweimal endete es unentschieden. Seit 1979 ist Europa überlegen, mit elf Siegen bei 19 Auflagen. Von den vergangenen elf Ryder Cups gewann Europa sogar acht. Übrigens wird erst seit 1979 im aktuellen Format gespielt - und auch erst seitdem heißt der Gegner der USA Europa. Vorher waren die Teams rein britisch (1929 bis 1971), dann britisch-irisch (1973 bis 1979).

Was war der deutlichste Sieg?

1967 gewannen die USA 23,5 zu 8,5 gegen England. Damals wurden noch 32 Punkte vergeben. Seit der letzten Reform 1979 war der deutlichste Sieg ein Vorsprung von neun Punkten. Das gelang den USA einmal und Europa zweimal.

Was passiert bei einem Unentschieden?

Sollte es am Sonntag 14 zu 14 stehen, hieße der Sieger: USA. Der Titelverteidiger gewinnt in einem solchen Fall automatisch. Insgesamt ist das aber erst zweimal passiert, 1969 und 1989.

insgesamt 2 Beiträge
janfred 28.09.2018
1. Schade dass....
...Bernhard Langer lieber in den USA die Senior Tour spielt. Dadurch darf er nicht in das Ryders Cup Team. Mit seiner konstanten Top Form und der Erfahrung würde er mit Sicherheit auch noch gut für das Team punkten. Aber auch [...]
...Bernhard Langer lieber in den USA die Senior Tour spielt. Dadurch darf er nicht in das Ryders Cup Team. Mit seiner konstanten Top Form und der Erfahrung würde er mit Sicherheit auch noch gut für das Team punkten. Aber auch ein Martin Kymer wird bestimmt wieder ins RC Team zurückkehren. Im Profi Golf sind auch Spieler, die nicht unter den Top 50 stehen, je nach Tagesform absolut Weltklasse.
roenga 28.09.2018
2. Mathematik leichtgemacht
Zitat: Von den 41 bisher ausgetragenen Duellen konnten die USA 25-mal gewinnen, zwölfmal haben sie verloren, zweimal endete es unentschieden. 25+12+2 =39 Was war mit den übrigen beiden Partien?
Zitat: Von den 41 bisher ausgetragenen Duellen konnten die USA 25-mal gewinnen, zwölfmal haben sie verloren, zweimal endete es unentschieden. 25+12+2 =39 Was war mit den übrigen beiden Partien?

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP