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Videobeweis wird abgeschafft

Im Fußball wird seit langem vehement der Videobeweis gefordert, der Golfsport geht andere Wege: Die Regelhüter haben nun beschlossen, zum kommenden Jahr keine nachträglichen Bestrafungen aufgrund von TV-Bildern zuzulassen.

Getty Images

Tiger Woods: Regelverstoß im September

Dienstag, 19.11.2013   20:21 Uhr

Hamburg - Zwei Monate nach einem prominenten Streitfall um Superstar Tiger Woods haben die Golf-Regelhüter die Möglichkeit zum Videobeweis abgeschafft. Wie die United States Golf Association (USGA) und der Dachverband R&A bekannt gaben, dürfen Spieler in Zukunft nicht mehr für Ballbewegungen sanktioniert werden, die nur mit technischen Hilfsmitteln zu erkennen sind. Die Regeländerung tritt zum 1. Januar 2014 in Kraft.

Im September hatte die ursprüngliche Regel dem 14-maligen Major-Sieger Woods bei der BMW Championship in Lake Forest im US-Bundesstaat Illinois zwei Strafschläge eingebracht. Der Ball des 37-Jährigen hatte sich minimal bewegt, als Woods ein davor liegendes Holzstöckchen entfernen wollte. Der Amerikaner wurde dabei durch ein Video überführt.

In Zukunft werde eine solche Entscheidung nur noch getroffen, "wenn die Bewegung mit dem bloßen Auge erkennbar ist". Die Regeländerung war bereits seit zwei Jahren ein Thema.

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luk/sid

insgesamt 6 Beiträge
kamelsardine 19.11.2013
1. überfällig
die Praxis, Golfer zu bestrafen, weil ein TV-Zuschauer einen Regelverstoß gesehen hat, war ein Skandal, da sie diejenigen Spieler benachteiligt, die oft im Bild sind (sprich Tiger Woods). Und im Golf kann man schon gegen die [...]
die Praxis, Golfer zu bestrafen, weil ein TV-Zuschauer einen Regelverstoß gesehen hat, war ein Skandal, da sie diejenigen Spieler benachteiligt, die oft im Bild sind (sprich Tiger Woods). Und im Golf kann man schon gegen die Regeln verstoßen, wenn man in die falsche Richtung hustet. Die Spieler reglementieren sich schon selbst mehr als in jeder anderen Sportart (auch wenn Tigers Beharren, der Ball habe nur oszilliert wenig glaubwürdig war), ein Fall Kießling ist im Golf kaum vorstellbar.
Anathos 19.11.2013
2.
Die Regel besagt, wenn der Ball die Position verändert. Der Ball bei Tiger hat sich minimal, vllt 1mm, abgesenkt, eine seitliche Bewegung war auch im Video nicht wirklich zu erkennen. Diese Strafe war übertrieben, da er [...]
Die Regel besagt, wenn der Ball die Position verändert. Der Ball bei Tiger hat sich minimal, vllt 1mm, abgesenkt, eine seitliche Bewegung war auch im Video nicht wirklich zu erkennen. Diese Strafe war übertrieben, da er unmöglich nach der Regel mit einem Strafschlag hätte zurücklegen können, wohin auch zurück..der Ball lag ja noch an der gleichen Stelle, lediglich 1 mm tiefer. Insgesamt ist die Entscheidung von USGA und R&A zu begrüßen. Einen Regelverstoß welchen man nur am TV mit maximalem Zoom und bei der 3ten Wiederholung erkennt darf man nicht nachträglich bestrafen. Auch der Vergleich zum Fußball hinkt, auch da will niemand Stunden nach den Ende des Spiels das Ergebnis ändern indem man dem Regelverletzer Zwei Tore abzieht...
neugierig! 20.11.2013
3.
Für was gibt es Regeln wenn sie dann nicht eingehalten werden müssen? Wenn sich der Ball bewegt hat, egal wiw viel oder weit ist das nicht ok.
Für was gibt es Regeln wenn sie dann nicht eingehalten werden müssen? Wenn sich der Ball bewegt hat, egal wiw viel oder weit ist das nicht ok.
fckw23 20.11.2013
4.
Wie ihr Vorredner bereits gesagt hat: Die Regel besagt, wenn die Position des Balls sich ändert. Eine Position ist per Definition eine "bestimmte (räumliche) Stellung oder Lage". Weder die Stellung noch die Lage [...]
Zitat von neugierig!Für was gibt es Regeln wenn sie dann nicht eingehalten werden müssen? Wenn sich der Ball bewegt hat, egal wiw viel oder weit ist das nicht ok.
Wie ihr Vorredner bereits gesagt hat: Die Regel besagt, wenn die Position des Balls sich ändert. Eine Position ist per Definition eine "bestimmte (räumliche) Stellung oder Lage". Weder die Stellung noch die Lage haben sich in diesem Falle grundsätzlich geändert. Und wenn das ganze schon mit bloßem Auge nicht erkennbar ist: Kann sich da die Position oder Lage grundsätzlich geändert haben?
Anathos 20.11.2013
5.
Korrekt, nur muss man dabei bedenken, dass Golf eine der am stärksten reglementierten Sportarten überhaupt ist. Nach eigener Aussage hat Woods die Regel gemäß Wortlaut interpretiert, der besagt "Ball verändert die [...]
Zitat von neugierig!Für was gibt es Regeln wenn sie dann nicht eingehalten werden müssen? Wenn sich der Ball bewegt hat, egal wiw viel oder weit ist das nicht ok.
Korrekt, nur muss man dabei bedenken, dass Golf eine der am stärksten reglementierten Sportarten überhaupt ist. Nach eigener Aussage hat Woods die Regel gemäß Wortlaut interpretiert, der besagt "Ball verändert die Position", als er bemerkte, dass der Ball sich bewegen würde hat er sofort gestoppt. Die Bewegung war auf dem TV mit Zoom direkt auf dem Ball und maximaler Vergrößerung zu sehen, der Ball bewegte sich dabei vllt 1 mm abwärts. Ich bin mir nich sicher ob man diese Abwärtsbewegung wahrnehmen konnte, wenn man über dem Ball steht, versucht ein kleines Ästchen zu bewegen und der Ball zittert leicht. Natürlich sollte man Regeln einhalten, aber auch im Fußball wird trotz verbot fleissig gefoult, versteckt gehalten usw. Die Diskussion dort, geht zu sofortigen Tatsachenentscheidungen die per Videobeweis überprüft werden sollen, also der Schiedsrichter pfeift Abseits und man entscheidet sofort per Video es war keins. Pfeift der Schiedsrichter garnicht und es war Abseits wird auch der Videobeweis nicht helfen da dieser da garnicht zur Anwendung kommt. Niemand käme auf die Idee, zwei Stunden nach dem Spiel das Ergebnis zu verändern, weil ein Zuschauer angerufen hat der im TV etwas gesehen hat. Genau dies ist im Golf diese Saison der Fall gewesen. Und es ist gut, dass das aufhört...

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