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Hackergruppe

"Fancy Bears" hacken amerikanische E-Mails

Die Kampagne geht weiter: Die Hacker-Gruppe "Fancy Bears" hat neben den Datenbanken der Wada offenbar auch E-Mails der amerikanischen Anti-Doping-Agentur gehackt. Erste Auszüge wurden veröffentlicht.

AP

Die Website der Hackergruppe "Fancy Bears"

Freitag, 07.10.2016   14:59 Uhr

Die unter dem Namen "Fancy Bears" auftretenden Hacker haben nach Angriffen auf die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) jetzt auch die US-Anti-Doping-Agentur (Usada) attackiert. Die Gruppe behauptet auf ihrer Website, sie sei in den Besitz von medizinischen Daten von 200 amerikanischen Athleten gekommen, die dank Ausnahmegenehmigungen Medikamente nehmen können, die auf der Dopingliste stehen.

Die Hacker stützen sich dabei auf den E-Mail-Verkehr von Offiziellen des US-Sports. Bisher wurde der Schriftverkehr von Usada-Direktor Matthew Fedoruk veröffentlicht.

Daraus geht hervor, dass 2015 in den Sportarten Radsport, Leichtathletik und Triathlon die meisten Ausnahmegenehmigungen im US-Sport erteilt wurden. Insgesamt seien in dem Jahr 583 entsprechende Zertifikate ausgestellt worden.

Zudem sollen Unterlagen belegen, dass sich die Usada bei Dopingkontrollen nicht immer korrekt verhalten habe. So sei dem US-Schwimmer Pace Clark eine zu hohe Einnahme einer verbotenen Substanz nachgewiesen worden. Doch anstatt ihn zu disqualifizieren, habe die Usada Clark lediglich zu einem neuen Test aufgefordert.

Die mutmaßlich russischen Hacker hatten nach Angriffen auf die Datenbanken der Wada in mehreren Wellen auf illegale Weise medizinische Details von Sportlern veröffentlicht. Betroffen waren bislang 127 Athleten. Die Wada hatte zuletzt erklärt, die Dokumente seien vor der Veröffentlichung durch die Hacker manipuliert worden.

rae/sid

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