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Sport

Mutmaßliche Vergewaltigung

Polizei vernimmt Neymar wegen Online-Posts

Eine Frau hat Neymar Vergewaltigung vorgeworfen, er veröffentlichte daraufhin Chat-Nachrichten von ihr. Deshalb musste der brasilianische Fußballer nun zur Polizei. Außerdem äußerten sich seine Sponsoren zu den Vorwürfen.

Lucas Landau/ REUTERS

Neymar beim Verlassen der Polizeiwache in Rio de Janeiro: Er weist die Vergewaltigungsvorwürfe zurück

Freitag, 07.06.2019   04:41 Uhr

Nach der Veröffentlichung privater Textnachrichten und Fotos einer Frau hat der brasilianische Fußballprofi Neymar eine Aussage bei der Polizei gemacht.

Neymar hatte den Chatverlauf bei Instagram veröffentlicht, nachdem die Frau Strafanzeige wegen Vergewaltigung gegen ihn gestellt hatte. Die Nachrichten sollten zeigen, dass die Frau auch noch nach der mutmaßlichen Tat freundschaftliche Nachrichten mit ihm austauschte. Mit der Veröffentlichung könnte Neymar allerdings gegen das Recht auf Privatsphäre verstoßen haben.

Die Frau wirft Neymar vor, sie Mitte Mai in Paris in angetrunkenem Zustand und "mit Anwendung von Gewalt" zum Sex gezwungen zu haben. Nach Angaben ihrer früheren Anwälte sprach sie zunächst von einem Angriff, stellte dann aber mit Hilfe eines anderen Anwalts Strafanzeige wegen Vergewaltigung. Neymar weist die Vorwürfe zurück.

Beim Verlassen des Polizeigebäudes äußerte sich Neymar nicht zu den Vorwürfen. Auch seine Anwältin gab keine Details zum Verhör. "Der Prozess ist streng geheim, aber er hat die Erklärungen gegeben, die notwendig waren", sagte Maira Fernandes, die sich mit ihrem Kampf für Menschen- und Frauenrechte in Brasilien einen Namen gemacht.

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Der Sportartikelhersteller Nike - einer der Sponsoren Neymars - teilte mit, man sei angesichts der Vorwürfe der Frau "sehr beunruhigt". Man werde die Situation auch weiterhin genau im Blick behalten.

Ein Sprecher von Sponsor Mastercard in Brasilien bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber zwar, dass das Unternehmen eine Werbekampagne für die Copa América geplant habe, jedoch nicht die Berichte in den drei größten Zeitungen Brasiliens, dass der Kreditkartenanbieter beschlossen habe, Neymar daraus zu streichen.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel am Freitagmorgen mit der Reaktion von Mastercard und weiteren Details aktualisiert.

aar/sak/dpa/Reuters

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