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Olympia 2016

Leibwächter für ARD-Journalisten

Hajo Seppelt hat das staatlich organisierte Doping in Russland aufgedeckt - und dafür immer wieder Anfeindungen hinnehmen müssen. Bei Olympia in Rio steht der Investigativreporter nach SPIEGEL-Informationen unter Personenschutz.

AFP

Hajo Seppelt

Freitag, 12.08.2016   18:52 Uhr

Der ARD-Journalist Hajo Seppelt steht bei den Olympischen Spielen unter Personenschutz. An seiner Seite bewegen sich immer zwei Leibwächter, die teils zur brasilianischen Spezialeinheit Batalhão de Operações Policiais Especiais gehören, einer Elitetruppe der Militärpolizei von Rio de Janeiro. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

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Der 53-jährige Fernsehjournalist hatte in den vergangenen zwei Jahren ein staatlich organisiertes Dopingsystem in Russland aufgedeckt. Diese Enthüllungen führten zum Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen. Seither erhielt Seppelt über Twitter und YouTube immer wieder Drohungen. Die Anfeindungen kamen größtenteils aus Russland, aber auch aus Kenia, nachdem Seppelt in Zusammenarbeit mit der englischen Zeitung "Sunday Times" auch über Dopingpraktiken in dem ostafrikanischen Land berichtet hatte.

Der Auftrag, Seppelt in Rio von Bodyguards beschützen zu lassen, kam offenbar vom Norddeutschen Rundfunk (NDR), der für die Berichterstattung der ARD bei den Olympischen Spielen zuständig ist. Schon vor den Sommerspielen hatte die Chefetage des Westdeutschen Rundfunks (WDR) entschieden, Personenschutz für den Investigativreporter zu organisieren. Als Seppelt im Juni für einen Beitrag nach Wien flog, in dem er über den Olympiabann für die russischen Leichtathleten berichtete, wurde er ebenso in Begleitung von Bodyguards gesehen wie bei seiner Reise nach Toronto im Juli, wo die Wada ihren Report über staatliches Doping in Russland veröffentlichte.

Seppelt äußerte sich nicht zu seinen Bewachern. Eine Sprecherin des WDR teilte mit, der Sender werde zu "Fragen der Sicherheit" seiner Mitarbeiter in Rio "nicht detailliert" Stellung nehmen. Ebenso lautete die Antwort des NDR.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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