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Sport

Russischer Dopingskandal

Cas hebt lebenslange Sperre für ehemaligen Sportminister auf

Er soll eine Schlüsselfigur bei Russlands staatlich gelenktem Doping gewesen sein. Der IOC verbannte Witali Mutko auf Lebenszeit von den Olympischen Spielen. Der Internationale Sportgerichtshof hob diese Sperre nun auf.

DPA

Witali Mutko auf einer Presskonferenz vor der Gruppen-Auslosung der Fußballweltmeisterschaft in Russland 2018.

Donnerstag, 11.07.2019   14:38 Uhr

Russlands ehemaliger Sportminister Witali Mutko ist nicht mehr von Olympischen Spielen ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat die lebenslange Sperre gegen den früheren russischen Sportminister aufgehoben.

Der aktuelle Vizeregierungschef Russlands habe weder als Sportler, als Trainer noch als Mitglied der russischen Delegation an den Winterspielen in Sotschi teilgenommen, urteilte das Gericht in Lausanne. Deshalb sei die Sperre gegen Mutko ungültig.

Mutko sagte dem Nachrichtenportal "R-Sport", er sei sehr zufrieden mit der Entscheidung.

IOC nimmt das Urteil zur Kenntnis

Das Internationale Komitee (IOC) hatte Mutko im Zuge der Sanktionen vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang 2018 für jedwede Beteiligung an Olympischen Spielen gesperrt. Es sieht den 60-Jährigen als mitverantwortlich für das russische Doping-System. Mutko war nach seinem Rücktritt als Sportminister im Jahr 2016 auch als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 in Russland zurückgetreten, hatte aber Einspruch gegen die IOC-Entscheidung eingelegt.

Das IOC teilte nach dem Urteil mit, dieses zur Kenntnis genommen zu haben. Die Entscheidung beantworte allerdings allein die "formale Frage", ob das IOC Menschen außerhalb der olympischen Bewegung sanktionieren dürfe. Gleichzeitig verdeutliche das Urteil, dass das IOC bei künftigen Olympischen Spielen die Entscheidungshoheit über die Einladung von Personen oder die Vergabe von Akkreditierungen behalte.

svs/dpa

insgesamt 4 Beiträge
alternativlos 11.07.2019
1. Elitäre Gesellschaft mit eigenem Rechtskörper
Ob ihre Form internationalen Normen der ordentlichen Gerichtsbarkeit standhält, wollte der CAS dann wohl doch nicht einer klärenden Prüfung unterziehen lassen, hätte es doch das eigene Geschäftsmodell untergraben. Am [...]
Ob ihre Form internationalen Normen der ordentlichen Gerichtsbarkeit standhält, wollte der CAS dann wohl doch nicht einer klärenden Prüfung unterziehen lassen, hätte es doch das eigene Geschäftsmodell untergraben. Am Nutzen von Schirmherrschaften wird das IOC dennoch festhalten wie eine Zecke an ihrem Wirt. Weiterhin Alles Gute
In Kognito 11.07.2019
2. DAS regelt sich bzgl. IOC ganz schnell.
Keine Einladung für den Vize - kein Geld für die Bonzen!
Keine Einladung für den Vize - kein Geld für die Bonzen!
smrk 11.07.2019
3. Der zweite
Tiefschlag an einem Tag für den Sport, nachdem heute auch bekannt wurde, daß der Fuentes-Fall zu den Akten gelegt wurde. Oder ein Triumph-Tag für die Sportmafia.
Tiefschlag an einem Tag für den Sport, nachdem heute auch bekannt wurde, daß der Fuentes-Fall zu den Akten gelegt wurde. Oder ein Triumph-Tag für die Sportmafia.
juba39 28.07.2019
4. Eines wird gern verkannt
Der CAS agiert als oberstes Sportgericht. Und da ist auch das IOC gebunden. Zumal ja selbst das IOC die Sprüche staatlicher Gericht über dem CAS nicht anerkennt. Nun haben wir aber die Situation, aß Freisprüche durch das CAS [...]
Der CAS agiert als oberstes Sportgericht. Und da ist auch das IOC gebunden. Zumal ja selbst das IOC die Sprüche staatlicher Gericht über dem CAS nicht anerkennt. Nun haben wir aber die Situation, aß Freisprüche durch das CAS bei einigen Sportlern zur sofortigen Startberechtigung führen, während andere, trotz Freispruch, weiter gesperrt bleiben. Zum Glück kennt das Recht keine Freisprüche erster und zweiter Klasse. Vieleicht sollten einige noch einmal nachdenken, wenn ein dreimaliger Doper aus den USA bei Olympia starten darf, oder eine britische Radsportlerin 3x nicht zur Dopingkontrolle angetroffen wird, aber ebenfalls starten darf. Gespannt sein darf man auf diesen Präzedenzfall (hier im Spiegel) "Nach Dopingsperre England-Profi Sakho verklagt die Wada auf Zahlung von 14 Millionen Euro Mamadou Sakho verpasste als Liverpool-Profi das Europa-League-Finale 2016, weil er wegen angeblichen Dopings gesperrt war. Die Entscheidung wurde später wieder zurückgenommen - jetzt will Sakho Millionen von der Wada." https://www.spiegel.de/sport/fussball/mamadou-sakho-verklagt-die-wada-wegen-dopingsperre-a-1278919.html Merkwürdig nur, das wieder die zweierlei Maßstäbe, daß auch russische Sportler, die freigesprochen wurden, Klagen gegen die WADA, und sogar McLaren als Person eingereicht haben. DAS war allerdings niemandem eine Meldung wert. Oder warum hat man damals hier nichts von den Vernehmungen von Rodschekow und McLaren in Lausanne gehört?

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