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Sport

Tennisturnier in Miami

Kyrgios provoziert Zuschauerausschluss

"Hast du nichts Besseres zu tun?" Nick Kyrgios hat sich während eines Matches mit einem Zuschauer gestritten. Der musste daraufhin das Stadion verlassen. Es war nicht der einzige Aufreger der Partie.

RHONA WISE/EPA-EFE/REX

"Ich wusste, dass ich es schaffen würde, dass er rausfliegt", sagte Nick Kyrgios. "Ich habe es geliebt."

Montag, 25.03.2019   15:20 Uhr

Der Australier Nick Kyrgios hat beim Tennis-Masters-Turnier in Miami einmal mehr für Aufregung gesorgt. Während seines 6:3, 6:1-Erfolgs gegen den Serben Dusan Lajovic lieferte sich Kyrgios ein Wortgefecht mit einem Zuschauer auf der Tribüne, der ihn während eines Seitenwechsels übel beleidigt haben soll - unter anderem wegen seiner Frisur.

"Hast du eine Freikarte bekommen? Warum schaust du mir zu an einem Sonntagabend?", rief Kyrgios im Laufe des zweiten Satzes in Richtung Tribüne: "Hast du nichts Besseres zu tun?" Der Zuschauer ließ sich auf die Diskussion ein und wurde letztlich unter höhnischem Applaus von Kyrgios und vielen weiteren Fans vom Sicherheitspersonal aus dem Stadion geleitet.

AFP

Der streitlustige Zuschauer wird nach seiner Diskussion mit Nick Kyrgios von Sicherheitspersonal abgeführt

"Ich wusste, dass ich es schaffen würde, dass er rausfliegt", sagte Kyrgios hinterher: "Ich habe es geliebt, habe jede Sekunde davon geliebt und ich glaube, das Publikum auch."

Auch sonst sorgte der 23-Jährige, der in der Weltrangliste momentan den 33. Rang belegt, wieder für Gesprächsstoff. Unter anderem salutierte er unmittelbar vor einem Überkopfschlag, spielte einen sogenannten No-Look-Volley und punktete gleich zweimal durch den von vielen Tennisprofis verpönten Aufschlag von unten - einmal sogar per Ass.

Lustlos-Auftritt, Geldstrafen, Beleidigungen

Es ist nicht der erste aufsehenerregende Vorfall von Kyrgios: Nur einen Tag zuvor hatte der Australier in Miami einen Stuhlschiedsrichter als "Schande" beschimpft, dabei das "F-Wort" benutzt und seinen Schläger zertrümmert. Kurz zuvor war Kyrgios gemeinsam mit dem US-Amerikaner Taylor Fritz aus der Doppelkonkurrenz ausgeschieden. Sie verloren in drei Sätzen gegen Guido Pella aus Argentinien und Joao Sousa aus Portugal.

2016 hatte Kyrgios in Shanghai sein Zweitrunden-Match gegen den Deutschen Mischa Zverev (3:6, 1:6) praktisch abgeschenkt und sichtlich lustlos gespielt. Die ATP hatte sein Verhalten als "inakzeptabel und respektlos" gegenüber den Fans und dem Sport bewertet. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe sowie einer Sperre belegt, die jedoch nach seiner Ankündigung, sich in sportpsychologische Behandlung zu begeben, von ursprünglich acht auf drei Wochen verringert wurde.

Bereits 2015 war Kyrgios für einen Monat gesperrt worden, weil er während eines Matches gegen Stan Wawrinka die Freundin des Schweizers beim Seitenwechsel in drastischen Worten als Fremdgängerin bezeichnet hatte. Damals musste er 25.000 Dollar (etwa 21.200 Euro) Strafe zahlen.

bam/sid

insgesamt 2 Beiträge
spon1899 25.03.2019
1.
Auf dem Sportplatz hat der nix zu suchen. Sollte seine Sportpsychotherapie weitermachen. Er wollte also unbedingt, dass der Zuschauer rausfliegt und fand es toll. Ah ja, süß. Erwachsen werden ist schwer. Der Arme! Ich hab [...]
Auf dem Sportplatz hat der nix zu suchen. Sollte seine Sportpsychotherapie weitermachen. Er wollte also unbedingt, dass der Zuschauer rausfliegt und fand es toll. Ah ja, süß. Erwachsen werden ist schwer. Der Arme! Ich hab Mitleid.
biglewbowski 26.03.2019
2. Großartiges, unreifes Tenniskid
der etwas Action in das Langweilertennis bringt. Früher gab es John, Jimmy und Becker, die sich aufs übelste beleidigt haben. So what? Tennis ist Entertainment und Kyrgios liefert es. Und wer sich wie Federer anmaßt, Kyrgios zu [...]
der etwas Action in das Langweilertennis bringt. Früher gab es John, Jimmy und Becker, die sich aufs übelste beleidigt haben. So what? Tennis ist Entertainment und Kyrgios liefert es. Und wer sich wie Federer anmaßt, Kyrgios zu kritisieren, hat ganz klar seine Kompetenzen überschritten.

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Tennis: Die wichtigsten Schläge

Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.

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